Deutschland bewirbt sich mit München um die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Das ist das Ergebnis einer Wahl des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB). Im nächsten Schritt muss sich die Stadt gegen die internationale Konkurrenz durchsetzen. Ein weiter Weg und trotzdem werfen wir schon einen Blick in die Zukunft und träumen von olympischen Radrennen: Was hat München für die Straßenrennen zu bieten? Die Antwort geben zwei Großveranstaltungen bei denen Radsport in München gut funktioniert hat: die Olympischen Spielen 1972 und die European Championships 2022.
Bei den European Championships 2022 standen Bahn- und Straßenradsportler im Mittelpunkt. Es wurden 22 EM-Titel im Bahnradsport, je zwei beim Mountainbike-Cross-Country und BMX-Freestyle sowie vier im Straßenradsport (Straßenrennen und Zeitfahren) vergeben. Eine Besonderheit war das Velodrom: das Olympische Radstadion von 1972 existiert nicht mehr - deshalb wurde eine temporäre Radrennbahn auf dem Messegelände in München-Riem errichtet. Das Interesse an den Bahnrennen war groß und nach der EM wurde die Holzbahn wieder abgebaut.
Vorfreude dürfte bei Radsportfans bereits aufkommen beim Gedanken an die Straßenrennen. Der Straßenradsport ist selten zu Gast in München: Nur noch wenige Fans werden sich an den Etappenstart der Bayern-Rundfahrt in München 2004 oder den der Österreich-Rundfahrt 1987 erinnern. Die Straßenrennen der European Championships verliefen durch oberbayerische Ausflugsregionen und lieferten schöne TV-Bilder. Entlang der gesamten Strecke standen die Zuschauer dicht gedrängt am Straßenrand. Besonders groß war das Interesse in der Landeshauptstadt, wo es einen Rundkurs gab. Rund 200.000 Menschen standen beim Straßenrennen der Männer und 150.000 bei den Frauen entlang der Strecke.
Die EM-Rennen starteten außerhalb Münchens und führten auf zwei verschiedenen Strecken nach München. Die Schlussrunden in der Münchener Innenstadt lieferten für die Zuschauer ein packendes Finale.
Von Murnau am Staffelsee führte die Strecke des Männerrennens bei den European Championships nach München - dank der Schlussrunden ergeben sich 209 Kilometer und 1380 Höhenmeter. Das waren die Top-Spots der Strecke:
Der Kesselberg ist einer der Top-Anstiege für Münchener Rennradfahrer. Meistens tut er weh - er ist weder lang noch steil, aber wie geschaffen zum Hochjagen. Hier haben sich wohl schon viele zu einem Duell unter Sauerstoffmangel verleiten lassen. Beim Bergzeitfahren 2011 im Rahmen des Kesselbergrennens war das sogar mit gesperrter Strecke und Zeitmessung möglich. Für die Radprofis wraen die 260 Höhenmeter aber keine echte Hürde.
Ein See wie aus der Tourismuswerbung, der tolle TV-Bilder verspricht. Werbung hat der See aber gar nicht nötig: An Wochenenden ist der Ausflugsverkehr so stark, dass man als Rennradler den See lieber am autofreien Nordufer umfährt.
An diesem Stich haben schon Generationen von Radsportlern nichtsahnende Mitradler in die Falle gelockt. Ohne Vorwarnung wirft sich die Straße hier mit 18 Prozent entgegen - wer da nicht früh genug schaltet, kippt um.
Von Starnberg führt die Olympiastraße kurvenfrei nach München und motiviert Münchener Radsportler und Radsportlerinnen zu Speed-Rekorden und Zeitfahreinheiten. Für die Olympischen Spiele München wäre das ein logischer Weg in die Stadt.
Von Landsberg am Lech nach München waren es im Straßenrennen der Frauen 130 Kilometer und 890 Höhenmeter. Das waren die Top-Spots:
Für Münchener Rennradler Pflichtstopp auf der Radrunde, wegen des schönen Seeblicks.
Die Strecke führte verwinkelt durch den Ort und dann in eine sehr schnelle Abfahrt.
Lange Anstiege gibt es rund um München nicht. Aber die 100 Höhenmeter am Ortsausgang boten etwas Kletterspaß mit schönen Serpentinen. Man fühlt sich wie auf einer Alpenstraße - wenn auch nur kurz.
Das Frauenrennen drehte zweieinhalb, das Männerrennen fünfeinhalb Runden auf dem Innenstadtkurs. Für Zuschauer war das ideal, um die Rennfahrerinnen und Rennfahrer mehrmals zu sehen.

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