Favoriten für die Flandern-RundfahrtWer kann van der Poel schlagen?

Thomas Goldmann

 · 29.03.2024

Favoriten für die Flandern-Rundfahrt 2024: Julian Alaphilippe
Foto: picture alliance / Roth / CV
Die Flandern-Rundfahrt ist einer der wichtigsten Klassiker im Radsportkalender. Wer triumphiert 2024 bei der Ronde? TOUR nimmt die Favoriten unter die Lupe.

Themen in diesem Artikel

Flandern-Rundfahrt 2024: Das Wichtigste in Kürze

Die TOUR-Favoriten nach Sternen*

* Julian Alaphilippe, Biniam Girmay, Tiesj Benoot, Oier Lazkano, Nils Politt

** Stefan Küng, Alberto Bettiol, Tim Wellens, Matej Mohoric

*** Mads Pedersen, Matteo Jorgenson

**** -

***** Mathieu van der Poel


* Je mehr Sterne ein Fahrer erhält, desto höher ist er einzuschätzen


Flandern-Rundfahrt 2024: Favoritenfeld nach schwerem Sturz dezimiert

Der schwere Massensturz bei Dwars door Vlaanderen hat entscheidend Einfluss genommen auf die Zusammensetzung des Favoritenfeldes für die Flandern-Rundfahrt 2024: Wout van Aert (Visma | Lease a Bike) erlitt mehrere Knochenbrüche und wäre einer der heißesten Kandidaten auf den Sieg gewesen. Mit Jasper Stuyven (Lidl-Trek) fällt nach dem Sturz ein weiterer Favorit aus.

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Noch etwas höher einzuschätzen gewesen wäre dessen Teamkollege Mads Pedersen. Doch auch der Däne kam zu Fall und erlitt Prellungen und Abschürfungen. Er soll zwar am Sonntag starten, doch sein Gesundheitszustand werde genau beobachtet, teilte Lidl-Trek mit. Zumal der Sieger von Gent-Wevelgem die Sturzverletzungen auch am Sonntag noch spüren dürfte, womit er in unserer Bewertung einen Stern von vier auf drei verliert.

Mathieu van der Poel: der haushohe Favorit

Mathieu van der Poel ist der Top-Favorit bei der Flandern-Rundfahrt 2024Foto: Getty Images/Jasper JacobsMathieu van der Poel ist der Top-Favorit bei der Flandern-Rundfahrt 2024

Somit bleibt ein haushoher Favorit für die Flandern-Rundfahrt 2024: Mathieu van der Poel. Der Niederländer ließ Dwars door Vlaanderen unter der Woche aus und präsentierte sich bereits in der vergangenen Woche mit dem Sieg bei der E3 Saxo Classic und Platz zwei bei Gent-Wevelgem in herausragender Verfassung. Ohne Sturz, Defekte oder andere Malheure ist ein Szenario, in dem van der Poel die Ronde nicht gewinnt, schwer vorstellbar.

Visma | Lease a Bike muss Strategie ändern

Matteo Jorgenson ist die stärkste Trumpfkarte von Visma / Lease a BikeFoto: picture alliance/dpa/Belga / Jasper JacobsMatteo Jorgenson ist die stärkste Trumpfkarte von Visma / Lease a Bike

Doch bei der Konkurrenz stirbt die Hoffnung zuletzt. In der Breite dürfte am ehesten noch Visma | Lease a Bike Möglichkeiten haben, van der Poel zu piesacken. Die Strategie der Niederländer war für die Flandern-Rundfahrt voll auf van Aert ausgelegt. Doch bei Dwars door Vlaanderen hat die Equipe bereits bewiesen, dass sie auch improvisieren kann. Matteo Jorgenson und Tiesj Benoot initiierten nach dem Massensturz die Gruppe des Tages. Im Finale attackierten die beiden abwechselnd und zogen so der Konkurrenz den Zahn. Jorgenson gewann am Ende und bewies, dass er in sehr guter Form ist. Der US-Amerikaner ist somit auch der heißeste Kandidat von Visma | Lease a Bike für die Ronde. Auch Jan Tratnik und Dylan van Baarle wären Optionen für die Niederländer gewesen. Doch Tratnik stieg unter der Woche nach einem Sturz bei Gent-Wevelgem auch bei Dwars door Vlaanderen aus und hat es nicht ins Aufgebot geschafft. Van Baarle ist zwar dabei, war aber zuletzt krank.

Welche Chancen hat Nils Politt?

Nils PolittFoto: Getty Images/Luc ClaessenNils Politt

Auf dem Papier stark besetzt ist ebenfalls UAE Team Emirates mit Tim Wellens, Nils Politt und Marc Hirschi. Allerdings fehlt bislang noch der ganz große Erfolg bei den diesjährigen flämischen Klassikern. Hirschi beendete die E3 Saxo Classic nicht und wurde bei Dwars door Vlaanderen 32. Politt erreichte Rang sieben beim E3, Rang 27 bei Gent-Wevelgem und den 12. Platz bei Quer durch Flandern, nachdem er seine Klassikerkampagne mit Rang zwei bei Omloop het Nieuwsblad begonnen hatte. Ein absoluter Siegkandidat ist der Kölner somit nicht für Sonntag, zumal ihm Paris-Roubaix eine Woche später deutlich besser liegt. Wohl eher dürfte die Mannschaft auf Tim Wellens setzen, der bereits 4. bei der E3 Saxo Classic war und mit den Hellingen in Flandern besser fertig wird als Politt und Hirschi.

Küng, Mohoric und Bettiol: drei Kandidaten für ganz vorne

Zwei Sterne erhalten neben Wellens in unserer Vorschau auch Matej Mohoric (Bahrain-Victorious), Alberto Bettiol (EF Education EasyPost) und Stefan Küng (Groupama-FDJ). Mohoric besitzt großes Potenzial für die flämischen Rennen, konnte das aber in diesem Jahr noch nicht richtig abrufen - Platz 15 beim E3 und Rang 13 bei Gent-Wevelgem. Bettiol fuhr vor rund zwei Wochen bei Mailand-Turin mit einem 30-Kilometer-Solo einen beeindruckenden Sieg raus. Auch am Mittwoch mischte der Sieger der Flandern-Rundfahrt 2019 bei Dwars door Vlaanderen vorne mit, fiel aber erstaunlicherweise nach seiner Attacke im Finale mit Krämpfen zurück.

Der Schweizer Stefan Küng wurde am Mittwoch Dritter bei Dwars door VlaanderenFoto: picture alliance / Roth / CVDer Schweizer Stefan Küng wurde am Mittwoch Dritter bei Dwars door Vlaanderen

Genau wie Bettiol war auch Stefan Küng bei Quer durch Flandern eine der prägenden Figuren und wurde am Ende Dritter. Die Form des Schweizers ist sehr gut, allerdings muss er taktisch cleverer agieren als am Mittwoch und nicht versuchen, jeden Angriff selbst zu parieren.

Diese Kandidaten haben Außenseiterchancen

Biniam Girmay (Intermarche-Wanty) gehörte am Mittwoch ebenfalls zu den Fahrern, die in den Massensturz verwickelt waren. Der Sieger von Gent-Wevelgem 2022 befand sich auf dem Weg zurück zu alter Stärke, wird aber wohl auch mit seinen Sturzverletzungen am Sonntag gehandicapt sein. In seiner Hochzeit hätte Julian Alaphilippe (Soudal - Quick Step) hier vier Sterne bekommen. Doch die Form des Ex-Weltmeisters ist nicht da, wo sie mal war. Rang 49 beim E3 und Platz 26 bei Dwars door Vlaanderen schüren keine großen Hoffnungen, doch vielleicht überrascht der Franzose auch alle am Sonntag.

Außenseitertipp: Oier LazkanoFoto: picture alliance/dpa/Belga / David PintensAußenseitertipp: Oier Lazkano

Letzter Kandidat auf unserer Liste ist Oier Lazkano (Movistar). Der Spanier ist ein unheimlich zäher Knochen, der sich nur schwierig abhängen lässt, wenn er mal in der richtigen Position ist. Das hat er mit Rang drei bei Kuurne-Brüssel-Kuurne dieses Jahr bereits bewiesen.

Die Flandern-Rundfahrt 2024 im Liveblog

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