Das alljährliche große Hamburger Hindernis, der Waseberg, der das letzte von fünf Malen erst 15 Kilometer vor dem Ziel überquert wurde, lieferte in diesem Jahr nicht die Entscheidung, wohl aber die Vorentscheidung. Denn zwei der großen Favoriten des Tages, Jonathan Milan (Lidl - Trek) und Olav Kooij (Decathlon CMA CGM), verpassten den Sprung in die Kopfgruppe, die im Ziel gut 30 Fahrer umfasste.
Mit dabei war aber Magnier, der vor einem Jahr noch Dritter wurde. Dieses Mal aber war der 22-Jährige nicht zu schlagen, auf der leicht ansteigenden Zielgeraden der klar stärkste Mann. Er feierte seinen siebenten Saisonsieg, den 30. in seiner Profikarriere - und den ersten in einem Eintagesrennen auf der WorldTour.
“Das Rennen kommt mir mit seinen explosiven Anstiegen doch sehr entgegen. Deswegen war ich von Anfang an zuversichtlich”, sagte Magnier. “Wir mussten nur zusehen, dass wir die Fluchtgruppe wieder zurückholen. Beim letzten Mal über den Waseberg hatten wir so ein hohes Tempo, dass niemand mehr attackieren konnte.”
Gut verkauften sich im Finale auch die deutschen Profis. Henri Uhlig (Alpecin - Premier Tech) sprintete auf Rang fünf, war damit auch stärker als Arnaud De Lie (Lotto Intermarché) oder Sören Waerenskjold (Uno-X Mobility). Jonas Rutsch (Lotto Intermarché) war Teil der Ausreißer und wurde als Letzter aus der Gruppe 15 Kilometer vor dem Ziel an der Kuppe des Wasebergs gestellt.
| RG | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | Soudal Quick-Step | 04:17:55 |
| 2 | XDS Astana Team | +00:00:00 |
| 3 | Red Bull - BORA - hansgrohe | +00:00:00 |
| 4 | Groupama - FDJ United | +00:00:00 |
| 5 | Alpecin - Premier Tech | +00:00:00 |
| 6 | Cofidis | +00:00:00 |
In Rutsch und dem Bremer Niklas Behrens (Team Visma | Lease a Bike) besetzten zwei Deutsche die frühe, sechsköpfige Spitzengruppe, die sich nach dem Start in Buxtehude mehr als vier Minuten Vorsprung herausfuhr.
Zwischen der ersten und der zweiten Überquerung des Wasebergs bildete sich eine zweite Verfolgergruppe um Benoit Cosnefroy (UAE Team Emirates - XRG) und Tim Rex (Team Visma | Lease a Bike), die sich aber nie wirklich weit vom Feld absetzen konnten. Dennoch schrumpfte in dieser Phase auch der Abstand zur Spitze, was zu weiteren Angriffen aus dem Feld führte. Florian Vermeersch (UAE Team Emirates - XRG) und Gianni Vermeersch (Red Bull - BORA - hansgrohe) bildeten 60 Kilometer vor dem Ziel ein Duo, konnten aber ebenfalls nicht lange vorn bleiben.
Anders die ursprüngliche Spitze. Deren Vorsprung war 40 Kilometer vor dem Ziel auf anderthalb Minuten geschmolzen. Als es zum vorletzten Mal über den Waseberg ging, attackierte Benjamin Thomas (Cofidis) aus der Gruppe heraus und hängte damit alle weiteren Fahrer bis auf Rutsch ab. Das Duo hielt sich auch noch bis zur letzten Überquerung. 15 Sekunden blieben am Fuß des 700 Meter langen Anstiegs mit knapp sieben Prozent. Rutsch rettete sich noch knapp vor dem angreifenden Isaac Del Toro (UAE Team Emirates - XRG) über die Kuppe und schaffte es so später noch mit der Siegerzeit ins Ziel.
Del Toros Attacke sorgte dafür, dass das Tempo hoch genug war, um Sprinter wie Milan und Kooij abzuschütteln. Absetzen konnte er ich allerdings auch nicht, was zur Idealsituation für Magnier wurde. Der ieß seine verblieben Teamkollegen auf den verbliebenen 15 Kilometern arbeiten, um abgehängte Sprinter nicht mehr aufschließen zu lassen.
Das Unterfangen gelang. Im Sprint auf der Mönckebergstraße war der Franzose dann für seine Kontrahenten nicht zu halten. Hinter ihm wurde es enger. Teunissen wurde Zweiter vor Pithie, der sich hauchdünn vor Paul Penhoet (Groupama - FDJ United) durchsetzte.
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