Copenhagen Sprint 2026Wiebes nach Disqualifikation mit nächstem Sprintsieg?

Leon Weidner

 · 12.06.2026

Copenhagen Sprint 2026: Wiebes nach Disqualifikation mit nächstem Sprintsieg?Foto: Getty Images/Szymon Gruchalski
Lorena Wiebes war 2025 beim Copenhagen Sprint nicht zu schlagen. Aktuell scheint sie nur vom Reglement aufzuhalten zu sein, wie bei ihrer Disqualifikation beim Giro d’Italia Women
​Lorena Wiebes startet als Titelverteidigerin beim Copenhagen Sprint und scheint kaum zu schlagen. Doch mit Elisa Balsamo, Charlotte Kool und der gesamten Sprint-Elite wartet maximale Konkurrenz. Wer hat in Kopenhagen das perfekte Timing?

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Der Copenhagen Sprint wartet in diesem Jahr nach der Premiere 2025 mit der zweiten Austragung. Zwischen den vielen Rundfahrten ist es das einzige Eintagesrennen der Women’s WorldTour in den Monaten Mai bis Juli. Für die Sprint-Elite der Frauen heißt es deshalb: ab nach Dänemark. Mit Lorena Wiebes steht die Titelverteidigerin am Start und ist gleichzeitig auch die große Favoritin auf den Sieg. Aber nicht nur Wiebes fährt hier um den Sieg mit, die gesamte Top 5 des vergangenen Jahres steht in Roskilde, wo das Rennen startet, wieder bereit.

​Die TOUR-Favoritinnen nach Sternen*

***** Lorena Wiebes

**** Elisa Balsamo

*** Chiara Consonni, Charlotte Kool

** Georgia Baker, Maggie Coles-Lyster, Amalie Dideriksen

* Nienke Veenhoven, Clara Copponi, Kathrin Schweinberger


* Je mehr Sterne eine Fahrerin erhält, desto höher sind ihre Chancen einzuschätzen

Hinweis: Bei Veröffentlichung dieses Artikels steht die endgültige Startliste noch nicht zu 100 Prozent fest. Es kann sein, dass hier erwähnte Fahrerinnen nicht starten


Die Favoritinnen – Lorena Wiebes, und dann?

Beim Copenhagen Sprint der Frauen führt in diesem Jahr kaum ein Weg an Lorena Wiebes vorbei. Die Niederländerin reist als mit Abstand größte Favoritin nach Dänemark, alles andere als ein Sieg wäre eine Überraschung. Ihre Endschnelligkeit ist aktuell unerreicht, und selbst auf höchstem Niveau dominiert Wiebes die Sprintankünfte nach Belieben. Gebremst werden kann sie momentan höchstens durch äußere Umstände, wie zuletzt bei ihrer Disqualifikation beim Giro d’Italia Women. Sollte diesmal jedoch alles regelkonform verlaufen und ihr Material den Anforderungen entsprechen, dürfte sie nur schwer zu schlagen sein.

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Hinter Wiebes kristallisiert sich Elisa Balsamo als erste Herausforderin heraus. Die Italienerin präsentierte sich bei der Italien-Rundfahrt in Topform und gewann gleich vier Etappen, womit sie alle Sprintankünfte für sich entschied, ein klares Statement. Auch wenn sie in direkten Duellen oft knapp hinter Wiebes bleibt, ist Balsamo aktuell wohl die konstanteste Sprinterin im Feld, die Wiebes gefährlich werden könnte.

Kampf ums Podium

Zum erweiterten Kreis der Favoritinnen gehören zudem Chiara Consonni und Charlotte Kool. Consonni überzeugt 2026 mit einer Vielzahl an starken Resultaten und konnte Balsamo in dieser Saison bereits schlagen. Ihre Ergebnisse machen sie zu einer ernstzunehmenden Kandidatin für das Podium. Kool hingegen hat sich vor allem bei Eintagesrennen als extrem stark erwiesen, ein Faktor der beim Copenhagen Sprint mit seinem spezifischen Renncharakter besonders wichtig sein könnte.

Mit Georgia Baker, Maggie Coles-Lyster und der dänischen Lokalmatadorin Amalie Dideriksen stehen weitere schnelle Fahrerinnen am Start. Alle drei haben 2026 solide Leistungen gezeigt, ohne jedoch ganz an die absolute Weltspitze anzuknüpfen. Ein Sieg erscheint daher eher unwahrscheinlich, doch bei optimalem Rennverlauf ist ein Platz unter den Top drei durchaus im Bereich des Möglichen.

Oder doch eine Überraschung?

Als Außenseiterinnen sind insbesondere Nienke Veenhoven, Clara Copponi und Kathrin Schweinberger zu nennen. Veenhoven überzeugte unter anderem bei der UAE-Tour mit starken Sprintleistungen und war auch bei Eintagesrennen regelmäßig vorne dabei. Copponi hingegen tut sich schwer, wenn die ganz großen Namen am Start sind, während Schweinberger in dieser Saison bislang nur wenige WorldTour-Einsätze hatte, ein Überraschungsergebnis könnte ihr jedoch den Durchbruch bringen.

Eine weitere taktische Komponente ist der mögliche Seitenwind, der das Rennen beeinflussen könnte. Zwar gilt ein Sieg aus einer Ausreißergruppe als unwahrscheinlich, doch Windkanten könnten das Feld sprengen und kleinere Gruppen in die entscheidende Position bringen. Sollte sich vorn eine gut harmonierende Gruppe bilden, wäre auch ein Sprint aus einer reduzierten Spitzengruppe denkbar. Dennoch ist das Interesse der Sprinterinnen-Teams an einer kontrollierten Rennentwicklung groß, alles deutet daher auf einen klassischen Massensprint hin.

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Leon Weidner

Werkstudent

Leon Philip Weidner ist Kölner, verfolgt den Profi-Radsport intensiv und ist selbst leidenschaftlich auf dem Rennrad unterwegs. Neben langen Kilometern im Sattel des Straßenrads sitzt er auch regelmäßig auf dem Zeitfahrrad – stets mit dem nächsten Triathlon im Blick. Seine Expertise verbindet sportliche Praxis mit Szenewissen.

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