Der Copenhagen Sprint wartet in diesem Jahr nach der Premiere 2025 mit der zweiten Austragung. Für die Sprint-Elite der Männer heißt es deshalb: ab nach Dänemark. Mit Jordi Meeus steht der Titelverteidiger am Start. Er ist jedoch nicht der größte Favorit auf den Sieg. Hier trifft sich das Who is who der Sprinter, doch der Wind auf den offenen Straßen ist nicht zu unterschätzen. Das sind die größten Favoriten auf den Sieg in Kopenhagen.
***** Jonathan Milan
**** Jasper Philipsen, Tim Merlier
*** Jordi Meeus, Dylan Groenewegen
** Arnaud de Lie, Tobias Lund Andresen, Juan Sebastián Molano
* Matteo Malucelli, Emilien Jeannière, Søren Wærenskjold, Milan Fretin, Ben Turner
* Je mehr Sterne ein Fahrer erhält, desto höher sind seine Chancen einzuschätzen
Hinweis: Bei Veröffentlichung dieses Artikels steht die endgültige Startliste noch nicht zu 100 Prozent fest. Es kann sein, dass hier erwähnte Fahrer nicht starten
Beim Copenhagen Sprint der Männer deutet alles auf ein klassisches Duell der großen Sprinternamen hin, mit Jonathan Milan als dem wohl schnellsten Mann im Feld. Auf einem derart flachen Kurs gibt es kaum Zweifel an seiner Rolle: Wenn der Italiener im Finale in Position gebracht wird, ist er nur äußerst schwer zu schlagen. Beim Giro d’Italia stellte er zuletzt in Rom seine starke Form unter Beweis. Allerdings musste er sich zuvor mehrfach Paul Magnier geschlagen geben, der junge Franzose fehlt in Dänemark allerdings, wodurch sich die Ausgangslage etwas verschiebt.
An seine Stelle rückt Tim Merlier ins Rampenlicht. Der Belgier kehrte nach einer längeren Pause wegen Knieproblemen eindrucksvoll zurück und zeigte beim Scheldepreis, der Ronde van Limburg und der Ungarn-Rundfahrt sofort wieder seine Klasse. Dennoch bleibt ein kleines Fragezeichen, wie konkurrenzfähig Merlier im direkten Duell mit den absoluten Topstars ist. Der Copenhagen Sprint bietet ihm die ideale Bühne, um genau das unter Beweis zu stellen.
Ebenfalls zum engsten Favoritenkreis zählt Jasper Philipsen. Nach seinem verletzungsbedingten Rückschlag bei der Tour de France im vergangenen Jahr kämpfte er sich stark zurück und gewann bei der Vuelta direkt drei Etappen. Auch 2026 präsentierte sich der Belgier vor allem bei Eintagesrennen in bestechender Form. Siege bei Danilith Nokere Koerse und Middelkerke-Wevelgem sprechen für sich. Im direkten Vergleich liegt er leicht hinter Milan, bewegt sich mindestens auf Augenhöhe mit Merlier.
Erst dahinter folgt Jordi Meeus, der Titelverteidiger. Sein Sieg im Vorjahr war auch von einem Sturz im Finale begünstigt, doch das schmälert seine Qualität nicht. Meeus bringt eine clevere Fahrweise und starke Endschnelligkeit mit. Zudem kommt er diesmal ausgeruht an den Start. 2025 stieg er nach seinem Etappensieg bei der Tour de Suisse frühzeitig aus und gewann nur zwei Tage später in Kopenhagen. Gute Voraussetzungen also für eine Titelverteidigung, aber mit Milan, Philipsen und Merlier schwere Aufgaben zu bewältigen.
Mit Dylan Groenewegen steht ein weiterer Hochkaräter in der Startliste. Der Niederländer gehört weiterhin zu den konstantesten Sprintern, auch wenn er als einziger Topmann ohne WorldTour-Team auskommen muss. Beim Giro zeigte er dennoch, dass er konkurrenzfähig ist, und auch bei Eintagesrennen konnte er in dieser Saison bereits mehrere Siege einfahren.
In der nächsten Reihe folgen Arnaud de Lie, Juan Sebastián Molano und Tobias Lund Andresen. Sie sind keine reinen Flachsprinter, sondern bringen auch Stärke auf schwierigeren Profilen mit, ein Vorteil der hier weniger ins Gewicht fällt. Dennoch könnten sie bei einer hektischen Rennentwicklung mit Seitenwind profitieren. Gerade wenn das Feld auseinanderbricht, sind diese vielseitigen Fahrer gefährlich.
Zu den Außenseitern zählen Matteo Malucelli, Emilien Jeannière, Søren Wærenskjold, Milan Fretin und Ben Turner. Sie alle verfügen über gute Sprintqualitäten, erreichen jedoch nicht ganz das Niveau der absoluten Weltklasse. In einem chaotischen Rennen, etwa bei Windkanten oder Positionskämpfen im Finale, könnten sie jedoch in die Karten spielen und für Überraschungen sorgen.
Auch bei den Männern bleibt ein Szenario abseits des Massensprints denkbar, wenn auch unwahrscheinlich: Seitenwind könnte das Feld in mehrere Gruppen zerreißen. Sollte sich vorne eine schlagkräftige Gruppe formieren, wäre ein Sprint aus kleiner Runde möglich. Allerdings ist das Interesse der Sprinterteams an einer kontrollierten Rennentwicklung groß, vieles spricht daher auch hier für einen klassischen Massenprint.
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