Mit der Classic Lorient Agglomération steht das vorletzte Rennen im WorldTour-Kalender der Frauen 2026 an. Die Fahrerinnen befinden sich damit bereits in der finalen Phase der Saison, denn nach dem Eintagesrennen in der Bretagne wartet auf höchster Ebene nur noch ein weiteres WorldTour-Rennen in China. Entsprechend groß ist die Bedeutung des französischen Klassikers für alle, die zum Saisonende noch einmal wichtige Punkte oder einen prestigeträchtigen Erfolg einfahren möchten.
Die Classic Lorient Agglomération zählt seit Jahren zu den anspruchsvollsten Eintagesrennen im Frauenradsport. Auch 2026 wartet auf die Fahrerinnen ein harter Parcours über 172,6 Kilometer mit rund 2800 Höhenmetern. Bereits der erste Teil des Rennens fordert das Peloton auf den hügeligen Straßen der Bretagne, ehe die entscheidende Phase rund um Plouay beginnt.
Nach 139 Kilometern kommen die Fahrerinnen zum ersten Mal zurück nach Plouay. Zuvor steht mit der Côte du Lezot ein Anstieg auf dem Programm, der für eine Vorselektion sorgen dürfte. Anschließend folgen zwei Runden auf dem 16,6 Kilometer langen Rundkurs, der mit seinen zahlreichen Wellen und kurzen Anstiegen wie geschaffen für explosive Profis ist.
Ein Sprint eines vollständigen Feldes ist auf diesem Kurs eher selten. Stattdessen gewinnen in Plouay häufig Fahrerinnen, die sowohl an den Anstiegen bestehen als auch über einen starken Antritt auf den letzten Metern verfügen. Das Rennen dürfte daher erneut zu einem Ausscheidungsfahren werden, bei dem die stärksten Allrounderinnen und Klassiker-Spezialistinnen die besten Karten haben.
Titelverteidigerin Mischa Bredewold (Team SD Worx - Protime) gehört auch in diesem Jahr wieder zum engsten Favoritenkreis. Die Niederländerin gewann das Rennen in den vergangenen Jahren mehrfach und bringt genau die Mischung aus Kletterstärke und Endschnelligkeit mit, die auf dem anspruchsvollen Kurs rund um Plouay gefragt ist.
Ebenfalls weit oben auf der Liste steht Karelijn Swinkels (UAE Team ADQ). Das wellige Profil dürfte der Niederländerin hervorragend liegen. Zwar befindet sich mit Eleonora Camilla Gasparrini (UAE Team ADQ) auch die Drittplatzierte des Vorjahres im Aufgebot, doch unter normalen Umständen wird das Team wohl auf Swinkels setzen. Ihre Siegchancen liegen nur knapp hinter denen von Bredewold.
Auf Augenhöhe mit der Titelverteidigerin ist jedoch Kim Le Court-Pienaar (AG Insurance - Soudal Team) zu sehen. Die Fahrerin aus Mauritius präsentiert sich seit Monaten in herausragender Form und gehört aktuell zu den stärksten Klassiker-Spezialistinnen im Peloton. Sollte sie ihre derzeitige Verfassung bestätigen, wäre ein Sieg alles andere als eine Überraschung.
Aus deutscher Sicht ruhen die größten Hoffnungen auf Franziska Koch (Team Picnic PostNL). Bei der Tour de France Femmes konnte sie ihr Potenzial nicht vollständig ausschöpfen, auf dem deutlich klassikerlastigeren Terrain der Bretagne sollte sie sich jedoch wesentlich wohler fühlen. Hinter Bredewold und Swinkels zählt sie zu den aussichtsreichsten Kandidatinnen für den Sieg.
Mit Elisa Balsamo (Lidl - Trek) steht zudem eine Fahrerin am Start, die im Sprint kaum zu schlagen ist. Die Frage wird allerdings sein, ob die Italienerin die zahlreichen Anstiege vor dem Finale ohne Probleme übersteht. Sollte sie in einer kleineren Gruppe um den Sieg fahren, dürfte sie über die besten schnellen Beine verfügen.
Eine weitere deutsche Hoffnung ist Liane Lippert (Movistar Team). Die anspruchsvollen Anstiege des Rennens kommen ihren Qualitäten entgegen, zudem reist sie nach starken Leistungen bei der Tour of Britain mit viel Selbstvertrauen nach Frankreich. Gelingt ihr der Sprung in die entscheidende Gruppe, ist auch ihr ein Platz ganz vorne zuzutrauen.
Als Außenseiterinnen sollte man außerdem Anna Henderson (Lidl - Trek), die junge Französin Célia Gery (FDJ United - Suez) sowie Mavi García (UAE Team L’Imad) auf dem Zettel haben. Vor allem García weiß bereits, wie man in Plouay gewinnt: Die Spanierin triumphierte hier bereits im Jahr 2022.
*Zu diesem Zeitpunkt steht die Startliste noch nicht komplett fest, weshalb sich auch in der Liste der Favoritinnen noch Dinge ändern können

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