Die Bretagne Classic - CIC gehört seit Jahren zu den anspruchsvollsten Eintagesrennen im WorldTour-Kalender. Auch 2026 dürfte das Rennen rund um Plouay wieder für Spektakel sorgen. Auf dem 228,3 Kilometer langen Kurs warten mehr als 3.600 Höhenmeter auf das Peloton, womit die französische Klassikertradition einmal mehr den puncheurstarken Fahrern und Angreifern entgegenkommt.
Neu ist in diesem Jahr der Streckenverlauf. Nach einem langen ersten Rennteil führt die Strecke über die legendäre Côte du Lezot, ehe die Fahrer den finalen Rundkurs in Plouay erreichen. Dort müssen drei Runden à 16,6 Kilometer absolviert werden. Besonders interessant: Die Côte de Ty Marrec kehrt erstmals seit 2019 ins Rennen zurück und könnte im Finale für die entscheidenden Selektionen sorgen. Dazu kommen mit Rostervel, Lezot und dem Anstieg nach Kerscoulic weitere kurze, aber explosive Schwierigkeiten auf den letzten Kilometern.
Anders als bei den Monumenten gibt es in Plouay selten eine komplett kontrollierte Rennsituation. Die ständigen Wellen und Anstiege machen es für Sprintteams schwer, das Rennen zusammenzuhalten. Stattdessen bietet die Bretagne Classic häufig die perfekte Bühne für späte Attacken, kleine Spitzengruppen und Fahrer, die auf einem anspruchsvollen Kurs über eine starke Endbeschleunigung verfügen.
Damit könnte die Bretagne Classic erneut eines der offensivsten und unberechenbarsten WorldTour-Rennen des Jahres werden. Während die Sprinter auf den vielen Anstiegen um den Anschluss kämpfen müssen, dürften Klassikerjäger, Puncheure und angriffslustige Allrounder ihre Chance auf einen prestigeträchtigen Sieg in der Bretagne wittern.
Titelverteidiger Arnaud De Lie (Lotto Intermarché) kehrt zwar nach seinem Triumph im Vorjahr zurück, zählt diesmal aber nicht zum engsten Favoritenkreis. Der Belgier konnte in dieser Saison bislang nicht ganz an die starke Form des vergangenen Jahres anknüpfen und geht deshalb mit etwas niedrigeren Erwartungen an den Start.
Als Mann, den es zu schlagen gilt, reist dagegen Jasper Philipsen (Alpecin - Premier Tech) an. Der Belgier hat in den vergangenen Wochen deutlich an Form gewonnen und verfügt über genau das Profil, das auf den bretonischen Straßen gefragt ist. Vor allem seine Fähigkeit, kurze und explosive Anstiege problemlos zu überstehen, macht ihn zu einem der heißesten Anwärter auf den Sieg. Kommt es zu einem Sprint aus einer selektierten Gruppe, dürfte Philipsen schwer zu schlagen sein.
Auf einer Stufe mit ihm steht Paul Magnier (Soudal Quick-Step). Der Franzose besitzt ein ähnliches Fahrerprofil und hat zuletzt eindrucksvoll seine Klasse unter Beweis gestellt. Nach seinen drei Etappensiegen beim Giro d'Italia und dem Erfolg bei den Cyclassics gehört er zu den formstärksten Fahrern im Peloton. In einem Sprint einer kleineren Gruppe dürfte auch er beste Karten besitzen.
Nur knapp dahinter ist Laurence Pithie (Red Bull - Bora - hansgrohe) einzuordnen. Der Neuseeländer hat sich in dieser Saison als einer der konstantesten Klassikerfahrer etabliert und bringt die nötige Robustheit für das ständige Auf und Ab der Bretagne mit. Für den ganz großen Wurf muss allerdings vieles zusammenpassen.
Zu den gefährlichsten Angreifern zählen außerdem Jonas Abrahamsen (Uno-X Mobility) und Romain Grégoire (Groupama - FDJ United). Beide hatten zuletzt nicht ihre einfachsten Rennen, doch der anspruchsvolle Kurs könnte ihnen in die Karten spielen. Ihre Siegchancen hängen allerdings stark davon ab, die schnellen Männer wie Philipsen oder Magnier vor dem Finale abzuschütteln. Kommt es zu einem Sprint, dürften sie das Nachsehen haben.
Hinter den Topfavoriten folgt eine breite Gruppe von Außenseitern, die bei einem offensiven Rennverlauf durchaus überraschen könnten. Dazu gehören Lukáš Kubiš (Unibet Rose Rockets), Alex Aranburu (Cofidis), Marc Hirschi (Tudor Pro Cycling Team), Quinten Hermans (Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team), Pavel Bittner (Team Picnic PostNL), Lewis Askey (Groupama - FDJ United) sowie Michael Matthews (Team Jayco AlUla). Sie alle bringen die Qualitäten mit, um in einem besonders schweren oder taktisch geprägten Rennen um die Podiumsplätze mitzufahren.
*Zu diesem Zeitpunkt steht die Startliste noch nicht komplett fest, weshalb sich auch in der Liste der Favoriten noch Dinge ändern können

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