Tour Auvergne - Rhône-Alpes 2026Paul Seixas’ letzter Tour-Test

Leon Weidner

 · 05.06.2026

Tour Auvergne - Rhône-Alpes 2026: Paul Seixas’ letzter Tour-TestFoto: Getty Images/Tim de Waele
Paul Seixas wird hoch gehandelt, muss sich bei der Tour Auvergne - Rhône-Alpes jedoch gegen Isaac del Toro behaupten
Formbarometer vor der Tour: Anspruchsvolle Bergetappen, ein entscheidendes Zeitfahren und ein dichtes Starterfeld machen die Tour Auvergne - Rhône-Alpes zur wichtigsten Standortbestimmung. Wer setzt jetzt das erste Ausrufezeichen und wer muss nachjustieren?

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​Die Tour Auvergne–Rhône-Alpes, früher als Critérium du Dauphiné bekannt, bleibt auch unter neuem Namen das wichtigste Formbarometer für die Tour de France. In diesem Jahr erhält die Rundfahrt zusätzlichen Reiz: Ein Teamzeitfahren steht im Programm, exakt jene Disziplin die auch den Tour-Auftakt in Barcelona prägen wird. Bessere Generalprobe geht kaum. Das Fahrerfeld ist gespickt mit Hochkarätern, Gesamtklassement-Fahrer und Edelhelfer gleichermaßen.

​Die TOUR-Favoriten nach Sternen*

***** Paul Seixas

**** Isaac del Toro, João Almeida

*** Juan Ayuso, Matteo Jorgenson

** Oscar Onley, Kévin Vauquelin

* Tobias Halland Johannessen, Daniel Felipe Martínez, Mattias Skjelmose, Georg Steinhauser


* Je mehr Sterne eine Fahrerin erhält, desto höher sind ihre Chancen einzuschätzen

Hinweis: Bei Veröffentlichung dieses Artikels steht die endgültige Startliste noch nicht zu 100 Prozent fest. Es kann sein, dass hier erwähnte Fahrer nicht starten


Die Favoriten – Der Sieg geht nur über Seixas

Im Zentrum aller Aufmerksamkeit steht Paul Seixas (Decathlon CMA CGM Team), das Supertalent, das schon jetzt als einer der Topfavoriten für die Tour de France gehandelt wird. Seine Kletterstärke, seine Zeitfahrqualitäten und seine bemerkenswerte Konstanz machen ihn zum klaren Topfavoriten auf den Gesamtsieg. Die Rundfahrt scheint ihm wie auf den Leib geschneidert, und alles andere als ein Podiumsplatz wäre eine riesige Überraschung, ein Sieg dagegen fast erwartbar. Aber man darf das Alter des Franzosen nicht vergessen. Als 19-Jähriger ist er schon extrem reif, trotzdem darf der Druck auf ihn nicht zu groß werden.

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Dahinter formiert sich vor allem das UAE Team Emirates - XRG als stärkster Herausforderer. Isaac del Toro, der ebenfalls als großes Talent gehandelt wird, und João Almeida, einer der komplettesten Fahrer des Pelotons, bilden eine Doppelspitze, die Seixas am ehesten gefährlich werden kann. Del Toro bringt Explosivität und jugendlichen Mut mit, Almeida seine typische Zähigkeit vor allem Erfahrung. In einem Feld voller junger Talente sticht seine Erfahrung geradezu heraus. Beide gehören zu den größten Verfolgern des Topfavoriten Seixas. Ihre Chancen auf den Rundfahrt-Sieg bei der Tour Auvergne - Rhône-Alpes stehen gut, ihnen steht nur das junge Wunderkind im Weg.

Die Verfolger

Etwas dahinter, aber keineswegs chancenlos, stehen Matteo Jorgenson und Juan Ayuso. Jorgenson, der für Visma | Lease a Bike startet, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der vielseitigsten Edelhelfer für Jonas Vingegaard entwickelt. Er ist ein guter Zeitfahrer, stark in den Bergen und taktisch klug. Ein Fahrer, der auch in diesem Jahr wieder einer der wichtigsten Männer für Vingegaard sein soll. Ayuso, inzwischen bei Lidl-Trek, bringt enorme Kletterfähigkeiten mit, wirkt aber manchmal noch unbeständig und unreif. Erwischt der Spanier eine gute Woche, kann er jedoch um den Sieg mitfahren. Beide sind Kandidaten für das Podium, der Sieg ist aber eher unwahrscheinlich.

Für Netcompany Ineos treten Oscar Onley und Kévin Vauquelin an. Onley hat bei der letzten Tour de France mit seinem vierten Gesamtrang für Aufsehen gesorgt und bewiesen, dass er dreiwöchige Rundfahrten hervorragend verkraftet. Über eine einwöchige Rundfahrt hinweg fehlt ihm vielleicht noch die Explosivität der ganz Großen, aber unterschätzen sollte man ihn nicht. Vauquelin ist solide, konstant, ihm fehlen in dieser Saison aber noch die großen Ergebnisse. Beide sind im erweiterten Favoritenkreis einzuordnen.

Außenseiter – Aber nicht chancenlos

In der Außenseiterrolle, aber mit Potenzial für Überraschungen, stehen Tobias Halland Johannessen (Uno‑X Mobility), Daniel Felipe Martínez (Red Bull-Bora-hansgrohe) und Mattias Skjelmose (Lidl-Trek). Johannessen ist ein explosiver Kletterer, der in diesem Jahr richtig aufdreht. Martínez bringt Erfahrung und Zeitfahrstärke mit, wirkt aber oft unbeständig. Skjelmose dürfte eher als Helfer für Ayuso eingesetzt werden, hat aber die Klasse, selbst in der Gesamtwertung weit vorne zu landen, wenn er freie Fahrt bekommt.

Und dann ist da noch Georg Steinhauser (EF Education - EasyPost), der deutsche Hoffnungsträger, der sich klammheimlich unter die GC-Fahrer mischt. Seine Entwicklungskurve zeigt steil nach oben, und er hat mehrfach bewiesen, dass er in den Bergen mit den Besten mithalten kann. Ein Podium bei der Tour Auvergne - Rhône-Alpes wäre angesichts der Konkurrenz eine Sensation, aber ein Platz in den Top 5 ist realistisch, wenn auch nicht wahrscheinlich.

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Leon Weidner

Werkstudent

Leon Philip Weidner ist Kölner, verfolgt den Profi-Radsport intensiv und ist selbst leidenschaftlich auf dem Rennrad unterwegs. Neben langen Kilometern im Sattel des Straßenrads sitzt er auch regelmäßig auf dem Zeitfahrrad – stets mit dem nächsten Triathlon im Blick. Seine Expertise verbindet sportliche Praxis mit Szenewissen.

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