Sierra NevadaDeshalb zieht es die Profis vor der Tour hier hin

Leon Weidner

 · 01.06.2026

Sierra Nevada: Deshalb zieht es die Profis vor der Tour hier hinFoto: Picture Alliance/Benoit Tessier
Tadej Pogačar ist nur einer der vielen Profis die im Sierra Nevada Gebirge vor der Tour de France Höhenmeter sammeln
Die Sierra Nevada ist das Höhencamp der Rad-Elite: lange Anstiege bis über 2300 Meter und das perfekte Klima. Hier traininern vor der Tour de France Profis wie Lipowitz und Pogačar und sammeln in aller Ruhe Höhenmeter.

Die Sierra Nevada hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Treffpunkte für Radprofis entwickelt, die sich auf die Tour de France vorbereiten. Der Grund dafür liegt vor allem in der extremen Höhenlage: Rund um das Trainingszentrum oberhalb von Granada liegen die Straßen auf über 2300 Metern, und mit dem Pico del Veleta wartet einer der höchsten asphaltierten Punkte Europas. Die dünne Luft zwingt den Körper dazu, mehr rote Blutkörperchen zu bilden, ein natürlicher Effekt, der die Sauerstoffaufnahme verbessert und damit die Leistungsfähigkeit steigert. Gleichzeitig bietet die Region lange, gleichmäßige Anstiege, wenig Verkehr und ein stabiles Klima. Für viele Teams ist das die perfekte Kombination, um die Form für den Juli zu schärfen.

Entsprechend groß ist derzeit der Andrang. Mehrere WorldTour-Teams haben ihre Trainingslager in die Sierra Nevada verlegt, und auf den Straßen trifft man täglich bekannte Gesichter. Unter anderem wurde Florian Lipowitz gesichtet, der Tour-Dritte des vergangenen Jahres, der dort seit Tagen an seiner Kletterform feilt. Neben Lipowitz haben in der Sierra Nevada aber auch der Dominator Tadej Pogačar und sein ehemaliger Teamkollege Juan Ayuso gemeinsam trainiert.

Auch Fahrer von Visma–Lease a Bike nutzen die Höhe im spanischen Gebirge intensiv, ebenso wie zahlreiche junge Profis, die ihre Strava-Daten mit beeindruckenden Höhenmetern füllen. Besonders auffällig ist der Trainingsumfang des französischen Talents Paul Seixas, der in kurzer Zeit fast schon Grand-Tour-Werte gesammelt hat. Wer derzeit in der Sierra Nevada unterwegs ist, begegnet einem bunten Mix aus Tour-Kapitänen, Edelhelfern und Nachwuchsfahrern, ein inoffizielles, aber hochkarätiges Stelldichein der Radszene.

Und noch einen Vorteil bringt das Training in der Sierra Nevada mit sich. Es ist ruhig, noch zumindest. Während die Rad-Elite ihre Höhenmeter sammelt, haben sie zumeist nicht allzu viele Hobby-Radler um sich herum. Eine sicherlich willkommene Abwechslung. Wie lange das jedoch so bleibt ist abzuwarten.

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Leon Weidner

Werkstudent

Leon Philip Weidner ist Kölner, verfolgt den Profi-Radsport intensiv und ist selbst leidenschaftlich auf dem Rennrad unterwegs. Neben langen Kilometern im Sattel des Straßenrads sitzt er auch regelmäßig auf dem Zeitfahrrad – stets mit dem nächsten Triathlon im Blick. Seine Expertise verbindet sportliche Praxis mit Szenewissen.

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