Sebastian Lindner
· 09.08.2026
Brenner sorgte mit seinem dritten Sieg als Profi für den ersten deutschen WorldTour-Gesamtsieg seit Maximilian Schachmann, der 2021 Paris-Nizza gewann. Als Tagessiebenter, elf Sekunden hinter Küng, verkaufte er sich besser als die vor ihm platzierten Visma-Profis Louis Barré und Bart Lemmen und Astana-Mann Christian Scaroni, der im Gelben Trikot an den Start gegangen war.
Brenner gewann das Klassement mit zehn Sekunden Vorsprung auf Finn-Fisher-Black (Red Bull - BORA - hansgrohe), der als Tageszweiter (+4 Sekunden), zeitgleich mit seinem Teamkollegen Callum Thornley, von Sechs auf Zwei kletterte, und Iván Romeo (Movistar Team). Der Spanier lag in der Endabrechnung 16 Sekunden hinter Brenner. Dahinter reihen sich Barré und Lemmen ein. Scaroni rutschte auf Rang sieben ab. Dazwischen platzierte sich noch Jan Christen (UAE Team Emirates - XRG).
Nicht nur für Brenner, auch für Küng war es ein großer Tag. Sichtlich emotional berührt feierte der Schweizer seinen ersten Sieg für Tudor und den ersten seit anderthalb Jahren. 2024 hatte er zum Saisonabschluss das Zeitfahren Chrono des Nations gewonnen. In dieser Saison war der 32-Jährige Ende Februar beim Omloop Nieuwsblad schwer gestürzt und erst wieder Ende Juni zu den nationalen Meisterschaften in den Rennbetrieb eingestiegen.
”Das ist ein ganz besonderer Sieg. Ich war wirklich sehr bewegt, als mir klar wurde, dass ich gewinnen würde”, sagte Küng. “Mein letztes internationales Rennen endete mit einem Sturz und einem Oberschenkelbruch, und in einigen der schwierigen Momente meiner Genesung habe ich ehrlich gesagt daran gezweifelt, ob ich jemals wieder auf höchstem Niveau mithalten könnte. Von ganz unten zurückzukommen und wieder zu gewinnen, ist unglaublich.“
Und auch Brenner jubilierte. “Die Tour de Pologne im Gelben Trikot zu beenden und das Rennen zu gewinnen, macht mich unglaublich glücklich. Nach dem Sturz auf der 4. Etappe war ich mir nicht sicher, wie es weitergehen würde, aber ich habe nie aufgegeben. Am nächsten Tag konnte ich zeigen, dass ich zu den stärksten Bergfahrern gehöre, und da habe ich wirklich angefangen zu glauben, dass ein Podiumsplatz in der Gesamtwertung möglich sein könnte Nach der gestrigen Etappe begann ich wirklich an einen Sieg zu glauben, als ich mich vor dem Zeitfahren in einer sehr guten Position befand.”
Brenner sicherte sich nicht nur den Gesamtsieg, sondern fuhr Jonathan Milan (Lidl - Trek) am letzten Tag auch noch aus dem Punktetrikot. Die Bergwertung war bereits sicher bei Walter Calzoni (Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team).
| RG | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | Tudor Pro Cycling Team | 00:14:25 |
| 2 | Red Bull - BORA - hansgrohe | +000:00:05 |
| 3 | Red Bull - BORA - hansgrohe | +000:00:05 |
| 4 | Movistar Team | +000:00:05 |
| 5 | Netcompany INEOS | +000:00:09 |
| 6 | Tudor Pro Cycling Team | +000:00:11 |
Mit Gerben Thijssen (Alpecin - Premier Tech) ging der erste von 129 Fahrern ins abschließende Zeitfahren. 16:25 Minuten benötigte er für die 12,5 Kilometer. Sam Welsford (Netcompany INEOS) löste ihn ab. Der Australier wiederum musste den Hot Seat für Arthur Kluckers (Tudor Pro Cycling Team) verlassen. Der Luxemburger absolvierte den Parcours in 14:35 Minuten und lieferte damit eine erste gute Richtzeit.
Fast 50 Fahrer kamen ins Ziel, ehe Thornley dann fünf Sekunden schneller war. Um den Youngster zu verdrängen, bedurfte es dann schon eines Europameisters gegen die Uhr. Küng nahm nochmal knapp fünf Sekunden von der Uhr. Gute Zeitfahrer wie Magnus Sheffield (Netcompany INEOS) und Romeo bisschen sich daran die Zähne aus, ebenso Fisher-Black und Brenner. Alle drei konnten sich aber mit Plätzen auf dem Gesamtpodium trösten.
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