Tour de Pologne - 6. EtappeBarré bringt Ausreißversuch ins Ziel, Brenner mischt weiter vorne mit

Sebastian Lindner

 · 08.08.2026

Tour de Pologne - 6. Etappe: Barré bringt Ausreißversuch ins Ziel, Brenner mischt weiter vorne mitFoto: Getty Images / Luc Claessen
Louis Barré hat die 6. Etappe der Polen-Rundfahrt gewonnen.
Der Franzose Louis Barré (Team Visma | Lease a Bike) hat die 6. Etappe der Polen-Rundfahrt als sich entschieden und damit seinen ersten Sieg als Profi gefeiert. Der 26-Jährige siegte dabei als Ausreißer vor dem neuen Gesamtführenden Christian Scaroni (XDS Astana Team) und Marco Brenner (Tudor Pro Cycling Team).

Auf der 125 Kilometer langen Mittelgebirgsetappe ums südpolnische Bukowina Tatrzańska unweit der Grenze zur Slowakei war Barré die letzten 38 Kilometer vor dem Feld unterwegs, zunächst als Teil eines Duos, die letzten 13 Kilometer dann allein. Uneinigkeit im Feld sorgte dafür, dass der fast schon gestellte Ausreißer an einer kleinen Bergankunft zehn Sekunden Vorsprung ins Ziel auf eine erste Verfolgergruppe rettete.

Aus der heraus sprintete Scaroni etwas besser als Brenner. Mit Maximilian Schachmann (Soudal Quick-Step) war ein zweiter Deutscher als Siebenter Teil dieser Gruppe. Barrés Teamkollege Bart Lemmen, der bis dato Gesamtführende, kam als Elfter fünf Sekunden später ins Ziel und musste das Gelbe Trikot damit an Scaroni um genau jenen Abstand abgeben. Dazwischen rangiert nun Barré, drei Sekunden hinter dem Italiener. Brenner ist jetzt Vierter, elf Sekunden hinter dem Spitzenreiter.

Vor der letzten Etappe ist der Kampf um die Gesamtwertung damit heißer denn je. Zum Abschluss der Rundfahrt stehen zwölf Kilometer gegen die Uhr auf dem Programm. Vor allem Lemmen gilt als guter Zeitfahrer, aber auch Brenner hat bereits entsprechende Qualitäten nachgewiesen.

Tour de Pologne 2026 - Ergebnisse der 6. Etappe

So lief die 6. Etappe der Tour de Pologne 2026

Das Profil der 6. Etappe der Tour de Pologne 2026Foto: Lang TeamDas Profil der 6. Etappe der Tour de Pologne 2026

Über die ersten beiden Anstiege des nach mehreren 200-Kilometer-Etappen dieses Mal recht kurzen Teilstücks bildete sich eine prominent besetzte Spitzengruppe. Neun Fahrer, unter ihnen Valentin Madouas (Groupama - FDJ United), Mikkel Bjerg (UAE Team Emirates - XRG) und Magnus Sheffield (Netcompany INEOS), konnten sich auf dem Rundkurs, der mehrfach über die regelmäßig im Programm der Rundfahrt stehenden, steilen Mauer von Bukovina bis zu anderthalb Minuten Vorsprung herausfahren.

38 Kilometer vor dem Ziel wurde die Gruppe durch das von Visma angeführte Feld gestellt. In der vorletzten Überfahrt der Mauer lösten dafür Santiago Buitrago (Bahrain - Victorious) und Barré. Das Duo konnte sich aber nur noch 30 Sekunden von seinen Jägern absetzen. Zwischenzeitliche Verfolgergruppen, zu denen unter anderem Barrés Teamkollege Wilco Kelderman oder Frederik Wandahl (Red Bull - BORA - hansgrohe) gehörten, schafften nie den Sprung nach vorn.

13 Kilometer vor dem Ziel, die Mauer wurde zum letzten Mal erklommen, verschärfte Barré das Tempo. Kaum zehn Sekunden hatte der Vorsprung auf das Feld da noch betragen. Während Buitrago nichts mehr zuzusetzen hatte und gestellt wurde, machte der Franzose Meter um Meter Boden gut. Im Feld wurde immer wieder attackiert, Jan Christen (UAE Team Emirates - XRG) und Finn Fisher-Black (Red Bull - BORA - hansgrohe) waren Aktivposten. Doch nach den Tempospitzen ging das Tempo immer wieder raus, sodass Barré zehn Kilometer vor dem Ziel 30 Sekunden Vorsprung hatte.

Als es in den knapp vier Kilometer langen Schlussanstieg ging, blieb ihm noch gut die Hälfte. Im steilen Teil des Anstiegs ging die Lücke aber wieder auf fast 40 Sekunden auf. Hinten stellte sichweiterhin keine Einigkeit ein. Uno-X Mobility versuchte es mit Einzelattacken über Andreas Leknessund und Andreas Kron, Astana opferte Diego Ulissi für die Nachführarbeit. Doch im ausflachenden Finale des Anstiegs schrumpfte der Abstand nicht mehr schnell genug. Barré rettete zehn Sekunden Vorsprung auf die erste Gruppe ins Ziel, die nach Position zehn eine kleine Lücke aufwies.

Lemmen kam erst dahinter rein, wurde mit 15 Sekunden genommen und musste Gelb damit an Scaroni abgeben, der vor Brenner auf Rang zwei sprintete und damit auch Bonussekunden kassierte.

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