Auf den 113 Kilometern der letzten Etappe des dreitägigen Rennens hatte am Zielstrich zwar wieder die Polin Wlodarczyk die Nase vorn - wie auch schon am Tag zuvor. Doch der Umstand, dass Bredewold auf den letzten 700 Metern noch den Anschluss an Spitzengruppe schaffte, sicherte der Niederländerin mit 21 Sekunden Vorsprung auf ihre Landsfrau Yara Kastelijn (Fenix-Premier Tech) schließlich den Gesamtsieg.
Etappen hatte Bredewold in den vergangenen drei Jahren bei der Itzulia insgesamt nun schon fünf an der Zahl gewonnen. Für den Sieg in der Endabrechnung hatte es aber noch nie gereicht. Generell ist es für die 25-Jährige der erste Gesamtsieg bei einem Mehretappenrennen in ihrer Karriere überhaupt. “Letztes Jahr habe ich beim letzten Anstieg meine Grenzen überschritten, daher wusste ich, dass genau das die große Gefahr war: ein zu hohes Tempo anzuschlagen”, sagte Bredewold, die 2025 genau auf jener letzten Etappe um San Sebastian, die mit dem Jaizkibel und dem Mendizorrotz zwei entscheidende Anstiege der Clásica San Sebastian verbindet, den Gesamtsieg abgeben musste.
“Natürlich habe ich den Abstand nicht aus Luxus oder Faulheit heraus gelassen, sondern weil ich wusste, dass der flachere Abschnitt und die technische Abfahrt meine Stärke waren”, sagte sie weiter. “Als ich unten ankam, habe ich sie gesehen. Ich hatte nur ein Ziel … Ich bin selten so an meine Grenzen gegangen. Ich wäre gerade hinter der Bühne fast ohnmächtig geworden. So etwas habe ich noch nie erlebt. Aber es hat funktioniert.”
Bredewold hatte den Anschluss an die Spitzengruppe 15 Kilometer vor dem Ziel am Mendizorrotz verloren. Vorne fuhr neben Wlodarczyk und Kastelijn auch Antonia Niedermaier (CANYON//SRAM zondacrypto). Die junge Deutsche war es gewesen, die sowohl bergauf als auch bergab die meiste Arbeit machte, davon aber in keiner Weise profitieren konnte. Niedermaier beendete die Gesamtwertung mit 29 Sekunden Rückstand auf Bredewold als Fünfte. Als einzige in den Top 5 sammelte sie keine Bonussekunden. Das gab letztlich den Ausschlag, denn Bredewold hatte unterwegs genau deren 29 eingesammelt.
Das gute deutsche Ergebnis rundeten Ricarda Bauernfeind (Lidl - Trek) und Liane Lippert (Movistar Team) als Zehnte und Elfte ab.
| RG | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | UAE Team ADQ | 02:59:01 |
| 2 | FDJ United - SUEZ | +00:00:00 |
| 3 | FDJ United - SUEZ | +00:00:00 |
| 4 | Laboral Kutxa - Fundación Euskadi | +00:00:00 |
| 5 | Fenix-Premier Tech | +00:00:00 |
| 6 | Team SD Worx - Protime | +00:00:00 |
Die 1. Etappe der Itzulia war fest niederländischer Hand. Bredewold hatte vor Kastelijn und Riejanne Markus (Lidl - Trek) gewonnen. Mit den drei Niederländerinnen hatte es Lauren Dickson (FDJ United - Suez) zeitgleich ins Ziel geschafft. Zwei Sekunden dahinter kam Niedermaier, die Teil der Spitzengruppe war und sich vor allem am Berg als Stärkste erwiesen hatte, im Finale aber den Zielsprint zu früh eröffnete und deswegen noch die kleine Lücke hinnehmen musste. Das starke deutsche Ergebnis rundete Lippert und Bauernfeind, die beide mit der zweiten Gruppe ins Ziel kamen, als Fünfte und Neunte ab.
Am zweiten Tag erreichte eine große Gruppe, wieder mit den drei Deutschen, gemeinsam das Ziel. Siegerin Wlodarczyk und die Dritte Shirin van Anrooij (Lidl - Trek) hatten sich sieben Kilometer vor dem Ende aus jenem gut 20 Fahrerinnen starken Konstrukt abgesetzt, ihren 20-Sekunden-Vorsprung auf der Zielgeraden aber noch verpokert - zumindest fast. Als Bredewold sprintend von hinten die Verfolgerinnen heranführte, konnte van Anrooij nicht mehr kontern. Wlodarczyk hingegen rettete eine Radlänge zum Sieg über die Linie.