Giro d’Italia KuriositätJury warnt Profis vor Urinieren in Trinkflaschen

Leon Weidner

 · 21.05.2026

Giro d’Italia Kuriosität: Jury warnt Profis vor Urinieren in TrinkflaschenFoto: Getty Images/Luca Bettini
Victor Campenaerts soll ein Auslöser der Jury-Warnung beim Giro d’Italia sein
Die Giro d’Italia Jury veröffentlichte nach der neunten Etappe eine Warnung wegen des Urinierens in Trinkflaschen. Mehrere Fahrer erhielten zuvor Strafen für öffentliches Urinieren, was laut Medienberichten zu dieser Praxis führte.

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Strafen für öffentliches Urinieren sorgen im Radsport immer wieder für Wirbel. Jüngst führten diese beim Giro d'Italia 2026 zu einer ungewöhnlichen Lösung einzelner Fahrer. Nach Berichten des spanischen Portals Ciclo21 griffen einige der Profis zur Trinkflasche, um die Sanktionen wegen öffentlichen Urinierens zu vermeiden. Die Rennleitung reagierte daraufhin mit einer klaren Ansage im Jury-Report nach der neunten Etappe.

Arjen Livyns von Decathlon AG2R La Mondiale bestätigte gegenüber Het Nieuwsblad die Existenz der Praxis, spielte deren Verbreitung aber herunter. "Das passiert nicht oft. Ich habe es selbst nie gemacht und kenne eigentlich nur einen Fahrer, der es definitiv tut: Victor Campenaerts", erklärte Livyns. Der Belgier vermutet, dass sein Landsmann das Konzept erfand, da Campenaerts bereits bei Lotto Dstny darauf zurückgriff.

​Zuschauer als Problem beim Giro d’Italia

Oliver Naesen deutete in die gleiche Richtung, ohne den Namen vollständig auszusprechen. "Ich nenne keine Namen, aber V.C. ist der Experte auf diesem Gebiet", sagte der Fahrer von Decathlon AG2R La Mondiale. Campenaerts wich einer direkten Frage von Sporza nach dem Zeitfahren aus. "Urin-Bidons im Rennen? Ich habe keine Ahnung, wovon Sie sprechen", antwortete der Visma | Lease a Bike Fahrer mit einem vielsagenden Lächeln.

Beide Fahrer zeigten Verständnis für die Warnung der Rennleitung. Das Hauptproblem liegt in der Entsorgung: Fans sammeln weggeworfene Trinkflaschen als Erinnerungsstücke ein. "Diese Bidons müssen irgendwohin", erklärte Livyns. "Und die Leute sind immer begierig darauf, sie aufzuheben." Naesen kommentierte die Praxis hingegen deutlicher: "Ich wäre auch nicht erfreut, wenn eines meiner Kinder so einen Bidon aufhebt und dann davon probieren möchte." Die Gefahr für ahnungslose Zuschauer macht die Praxis beim Giro d’Italia aus Sicht der Organisation untragbar.

Moderne Rennen erschweren Pinkelpausen

Das UCI-Regelwerk enthält keinen spezifischen Artikel zu dieser Situation. Kommissäre können jedoch Verhalten sanktionieren, das als unangemessen, unanständig oder imageschädigend gelten. Öffentliches Urinieren fällt explizit in diesen Bereich. Die Jury stellte nach dem Zieleingang am Corno alle Scale klar, dass auch die Bidon-Variante nicht toleriert wird.

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Weshalb die Fahrer derweil nach Alternativen für das Urinieren suchen dürfte nicht verwunderlich sein. Kollektive Pinkelpausen gehörten früher zum Rhythmus des Pelotons. Im modernen Radsport lassen die Bedingungen solche Unterbrechungen jedoch kaum noch zu. Der Kampf um die Ausreißergruppe zieht sich oft lange hin, die Verfolgung beginnt fast sofort danach.

Fazit: Wurzel des Problems nicht gelöst

Das Verbot des Veranstalters beim Giro d’Italia ist absolut nachzuvollziehen. Jedoch kommt man der Lösung des ursprünglichen Problems damit nicht wirklich näher. Bei kaum einer anderen Sportart müssen die Profis so lange ohne Unterbrechung aktiv sein und haben nur bedingt die Möglichkeit auf Toilette zu gehen. Nach dem Verbot stellt sich eigentlich nur die Frage mit welcher neuen Idee Fahrer wie Victor Campenaerts das Problem angehen wollen. Eines steht fest: Der Fall ist definitiv eine echte Kuriosität!

Leon Weidner

Werkstudent

Leon Philip Weidner ist Kölner, verfolgt den Profi-Radsport intensiv und ist selbst leidenschaftlich auf dem Rennrad unterwegs. Neben langen Kilometern im Sattel des Straßenrads sitzt er auch regelmäßig auf dem Zeitfahrrad – stets mit dem nächsten Triathlon im Blick. Seine Expertise verbindet sportliche Praxis mit Szenewissen.

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