Giro d’Italia - 19. EtappeVingegaard-Helfer Kuss holt sich die Königsetappe aus der Fluchtgruppe

TOUR Online

 · 29.05.2026

Giro d’Italia - 19. Etappe: Vingegaard-Helfer Kuss holt sich die Königsetappe aus der FluchtgruppeFoto: Getty Images / Tim de Waele
Sepp Kuss gewinnt die Königsetappe des Giro d’Italia 2019.
Sepp Kuss (Team Visma | Lease a Bike) hat die 19. Etappe des Giro d’Italia gewonnen. Das mit über 5000 Höhenmetern als Königsetappe der Rundfahrt eingestufte Teilstück gewann der 31-Jährige aus einer Fluchtgruppe heraus, die sich bereits am ersten von sechs Anstiegen gebildet hatte.

Themen in diesem Artikel

13 Sekunden hinter Kuss, der seinen ersten Sieg seit fast zwei Jahren feierte, belegte Derek Gee-West (Lidl - Trek), der ebenfalls in der Ausreißergruppe war, Rang zwei. Dritter, 36 Sekunden hinter dem Sieger, wurde in Giulio Ciccone der zweite Lidl-Profi, der den Großteil der Bergwertungen für sich entschied und damit das Maglia Azzura übernahm.

In Rosa bleibt Kuss’ Kapitän Jonas Vingegaard, der gemeinsam mit Felix Gall (Decathlon CMA CGM) und Jai Hindley, der hinter dem Dänen und dem Österreicher nun Dritter der Gesamtwertung ist, weil Thymen Arensman (Netcompany INEOS) am Schlussanstieg nicht mehr mit dem Trio mitfahren konnte und rund eine Minute Rückstand auf Hindley kassierte.

Auch Gee-West kletterte um einen Rang nach oben und überholte den Mann im Weißen Trikot, Afonso Eulalio (Bahrain - Victorious), der nun Sechster ist, die Nachwuchswertung aber noch mit einer Minute vor dem nächsten Vingegaard-Helfer Davide Piganzoli anführt.

Kuss vervollständigt seine Trilogie

“Ehrlich gesagt habe ich nicht geglaubt, dass ich Giulio Ciccone einholen könnte, als er eine Minute Vorsprung hatte. Ich war sehr frustriert über diese Rennsituation, denn ich hatte super Beine”, sagte Kuss nach seinem Sieg. Der US-Amerikaner führte fort: “Ich dachte, ich hätte diese Chance auf den Etappensieg vertan, aber ich versuchte, mich wieder zu konzentrieren. Ich wusste, dass der letzte Anstieg eine Prüfung für die Beine sein würde. Als ich ihn auf halber Strecke sah, wurde mir klar, dass ich aufgeholt hatte und wieder um den Sieg mitfahren konnte. Auf dem letzten Kilometer habe ich alles gegeben, ich habe nicht nachgedacht, ich sah wahrscheinlich nicht besonders gut aus, ich habe sehr gelitten, aber ich wollte ohne Reue ins Ziel kommen.” Der Etappensieg bedeutet für Kuss zudem, dass der Vuelta-Sieger von 2023 nun insgesamt seine Grand-Tour-Trilogie komplettiert hat, nachdem er zuvor auch schon Etappen in Spanien (2019 und 2023) und bei der Tour de France (2021) gewinnen konnte.

Meistgelesene Artikel

1

2

3

151 Kilometer von Feltre zum Hochplateu Piani di Pezzè bei Alleghe in den Dolomiten standen auf dem Programm. Auch am Sonnabend wartet noch eine Bergankunft, bevor der Giro am Sonntag in Rom endet.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Giro d’Italia 2026 - Ergebnisse der 19. Etappe



So lief die 19. Etappe des Giro d’Italia 2026

Das Profil der 19. Etappe des Giro d’Italia 2026Foto: RCS SportDas Profil der 19. Etappe des Giro d’Italia 2026

Die Königsetappe brauchte nur wenig Anlauf, um auf Fahrt zu kommen. Über die ersten flachen Kilometer bildeten sich Gruppen, schon am Passo Duran (1. Kategorie), der ersten Hürde des Tages, trauten sich einige Klassementfahrer aus der Deckung. Während eine 15-köpfige Gruppe um Kuss, Ciccone, Giulio Pellizzari (Red Bull - BORA - hansgrohe), Damiano Caruso (Bahrain - Victorious) und Enric Mas (Movistar Team) sich früh am Anstieg löste, setzten Gee-West und Michael Storer (Tudor Pro Cycling Team) mit einer Elfergruppe nach.

An der Passhöhe lagen gut 30 Sekunden zwischen den beiden Formationen, das Hauptfeld hatte anderthalb Minuten Rückstand. Derweil meldete das UAE Emirates - XRG Team die Aufgabe von Jhonatan Narvaez, wodurch Paul Magnier (Soudal Quick-Step) mehr oder weniger freie Fahrt im Kampf um die Puntkewertung hatte und nur noch Rom erreichen musste.

Ciccone räumt reichlich Bergpunkte ab

Auf dem Weg nach Coi (2. Kategorie) schlossen die Spitzengruppe und die Verfolger zusammen, hatten 82 Kilometer vor dem Ziel zweieinhalb Minuten Vorsprung. Ciccone und Einer Rubio (Movistar Team) wurde die Gruppe zu groß, sie setzten sich ab und fuhren mit 30 Sekunden Vorsprung durch Coi.

Nach dem Staulanzapass (2. Kategorie) schlossen die Verfolger auf den ersten Metern zum Passo Giau (Cima Coppi) wieder auf, allerdings konnten nicht mehr alle ursprünglichen Ausreißer mitfahren. 14 Fahrer blieben beieinander. Bis zum Giau änderte sich an der Situation wenig. Bis dorthin hatte Ciccone jede Bergwertung für sich beansprucht, was ihn auch real ins Blaue Trikot brachte, dass er bislang stellvertretend für Vingegaard trug.

Hindley beißt sich an Gall und Vingegaard fest

Einen Anstieg später m Passo Falzarego (2. Kategorie) jagte Rubio Ciccone ein paar Zähler ab. Die Gruppe arbeitete nicht mehr perfekt zusammen, hatte ihren Vorsprung auf das Hauptfeld aber auf knapp drei Minuten ausgebaut. Bis ins Ziel waren es da noch 28 Kilometer. In der Abfahrt zog Ciccone dann durch und fuhr sich auf den Rest der Gruppe bis zu einer Minute Vorsprung heraus.

Und so ging Ciccone auch in den Schlussanstieg. Drei Kilometer vor dem Ziel blieben ihm noch 30 Sekunden auf Kuss, Gee-West und Pellizzari. Derweil attackierte Gall aus der Favoritengruppe heraus. Nur Vingegaard konnte folgen, Hindley ließ eine kleine Lücke. Zu Arensman ging das Loch aber auf.

Vorne wiederum attackierte Kuss, 2200 Meter vor dem Ziel war er bei Ciccone und ließ den Italiener auch sofort stehen. Den US-Boy konnte keiner mehr vom Sieg abhalten, auch nicht Gee-West, der noch an seinem Teamkollegen vorbeifuhr, Kuss aber nicht mehr einholen konnte. Von hinten flogen fast auch noch Gall, Vingegaard und Hindley, der sich durch die Hilfe von Pellizzari bei dem Duo festbeißen konnte, an Ciccone vorbei. Arensman verlor eine Minute.

Meistgelesen in der Rubrik Profi - Radsport