Erneut kamen die Sprinter beim Giro d’Italia nicht zum Zug. Zwar galt die 13. Etappe als größtenteils flach, allerdings mit zwei kurzen Anstiegen kurz vor dem Ziel. Daher ließ das Feld früh eine 15-köpfige Spitzengruppe mit großem Vorsprung ziehen, aus der schließlich der Tagessieger hervorging. Nach 196 Kilometer zwischen Piemont und Lombardei gewann Alberto Bettiol (XDS Astana Team) die Etappe in Verbania am Lago Maggiore.
Die Entscheidung aus der Fluchtgruppe fiel 15 Kilometer vor dem Ziel am letzten von zwei kurzen Anstiegen nach Ungiasca (3. Kategorie). Dort setzte sich eine vierköpfige Gruppe um Bettiol ab, die jedoch vor dem Gipfel noch zerfiel. Bettiol erwies sich als der stärkste Fahrer des Quartetts, setzte sich kurz vor der Bergwertung ab und war auf der folgenden Abfahrt sowie den letzten flachen Kilometern zum Ziel nicht mehr einzuholen.
Bettiol spielte dabei seine Ortskenntnisse aus. Die Familie seiner Frau stammt aus dem Zielort Verbania, wie der Italiener im Siegerinterview berichtete. Entsprechend kannte er den letzten Anstieg nach Ungiasca und die letzten Kilometer bis zum Ziel.
Für Bettiol war es nach 2021 der zweite Etappensieg bei der Italien-Rundfahrt. 25 Sekunden später ging Platz zwei an Andreas Leknessund (Uno-X Mobility). Den Sprint um Platz drei ging 44 Sekunden nach dem Etappensieger an Jasper Stuyven (Soudal Quick-Step) vor Michael Valgren (EF Education - EasyPost).
Das Feld erreichte das Ziel mit 13:06 Minuten an Rückstand. In der Gesamtwertung gab aus den vorderen Plätzen keine Veränderungen. Afonso Eulálio (Bahrain Victorious) führt er mit 33 Sekunden an Vorsprung auf Jonas Vingegaard (Team Visma | Lease a Bike). Auf den weiteren Plätzen folgen Thymen Arensman (Netcompany INEOS, +2:03 Minuten) und Felix Gall (Decathlon - CMA CGM, +2:30 Minuten).
| RG | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | XDS Astana Team | 03:51:33 |
| 2 | Uno-X Mobility | +000:00:26 |
| 3 | Soudal Quick-Step | +000:00:44 |
| 4 | EF Education - EasyPost | +000:00:44 |
| 5 | Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team | +000:00:44 |
| 6 | Groupama - FDJ United | +000:00:44 |
Das Etappenziel Verbania ist die Geburtsstadt von Filippo Ganna (Netcompany INEOS), der es zu Beginn der Etappe, in die Fluchtgruppe des Tages zu kommen. Allerdings glücklos. Stattdessen setzten sich mehrere Fahrer ab, die schließlich eine 15-köpfige Spitzengruppe bildeten.
Dazu gehörten: Johan Jacobs, Axel Huens und Josh Kench (Groupama - FDJ United), Mark Donovan (Pinarello), Jasper Stuyven (Soudal Quick-Step), Mirco Maestri und Diego Sevilla (Polti), Larry Warbasse (Tudor), Mikkel Bjerg (UAE Team Emirates - XRG), Andreas Leknessund und Markus Hoelgaard (Uno-X Mobility), Alberto Bettiol (XDS Astana Team), Francesco Busatto (Alpecin - Premier Tech), Michael Valgren (EF Education - EasyPost) sowie Toon Aerts (Lotto Intermarché).
Im Feld hatte kein Team Interesse daran, sich auf dieser Etappe ernsthaft um den Tagessieg zu bemühen. Entsprechend stieg der Vorsprung nach 70 Kilometern bereits auf sieben Minuten an. Das Tempo blieb trotzdem hoch: Die ersten beiden Rennstunden wurden mit einem Durchschnitt von 70 km/h absolviert.
In der Folge stieg der Vorsprung der Ausreißer weiter an und erreichte 90 Kilometer vor dem Ziel die Zehn-Minuten-Marke.
30 Kilometer vor dem Ziel wurde das Terrain rund um den Lago Maggiore etwas anspruchsvoller. Es standen zwei Bergwertungen der 3. Kategorie an. Allerdings blieben am ersten Anstieg in Bieno (3. Kategorie) Attacken aus der großen Gruppe aus. Insbesondere Groupama - FDJ United investierte im Finale viel, um seine Überzahl von drei Fahrern in der Gruppe auszuspielen. Jacobs viel daher frühzeitig zurück. Im Anschluss forcierte Huens im Anstieg nach Ungiasca (3. Kategorie) das Tempo für seinen Teamkollege Kench, der sich schließlich mit Valgren, Bettiol und Leknessund aus der Gruppe absetzte.
1,5 Kilometer vor dem Ziel Bergwertung griff dann Leknessund an, allerdings fuhr Bettiol noch vor dem Gipfel zum Norweger auf und ließ diesen stehen. Anschließend verblieben noch zwölf Kilometer bergab und flach bis zum Ziel, auf den Bettiol souverän zum Sieg fuhr.