Eine Woche lang mussten sich die Sprinter durch den Giro d’Italia 2026 schuften, ohne eine Chance auf einen Etappensieg zu haben. Hügel, Berge und ein Zeitfahren prägten die Strecke der Italien-Rundfahrt. Das 12. Teilstück mit Ziel in Novi Ligure war hingegen wieder für die Sprinter auserkoren. Zumindest auf dem Papier. Denn in der Realität erwiesen sich zwei kürzere Berge zur Rennmitte als zu schwierig für viele Sprinter.
Der Tagessieg nach 175 Kilometern ging schließlich an den Belgier Alec Segaert (Bahrain - Victorious), der aus einer Kurve drei Kilometer vor dem Ziel attackierte und im Folgenden seine Zeitfahrqualitäten ausspielte. Aus der dezimierten Sprintergruppe reagierten die weiteren Teams zu spät, um Segaert wieder einzuholen. Platz zwei ging drei Sekunden später an Toon Aerts (Lotto-Intermarché) vor Guillermo Silva (XDS Astana Team).
Die Etappe verlief zunächst entlang des Ligurischen Meeres zurück und folgte dann für einige Kilometer der Strecke von Mailand nach Sanremo, allerdings in entgegengesetzter Richtung. Der Kurs war überwiegend flach, abgesehen von zwei Anstiegen der 3. Kategorie zu Beginn des letzten Etappendrittels. Diese Anstiege erwiesen sich letztlich aber als zu schwierig für die meisten Sprinter, darunter Dylan Groenewegen (Unibet - Rose Rockets), Jonathan Milan (Lidl - Trek), Pascal Ackermann (Team Jayco AlUla), Casper van Uden (Team Picnic PostNL) und Paul Magnier (Soudal - Quick-Step).
In der Gesamtwertung gewann Afonso Eulálio (Bahrain Victorious) elf Kilometer vor dem Ziel vor Ben O’Connor (Team Jayco AlUla) den Sprint am Red-Bull-Kilometer. Er sicherte sich somit sechs Bonussekunden für das Klassement. In der Gesamtwertung führt er nun mit 33 Sekunden an Vorsprung auf Jonas Vingegaard (Team Visma | Lease a Bike). Auf den weiteren Plätzen folgen Thymen Arensman (Netcompany INEOS, +2:03 Minuten) und Felix Gall (Decathlon - CMA CGM, +2:30 Minuten).
| RG | Fahrer | Zeit |
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Nach einigen Angriffen hatte sich nach zehn Kilometern ein Quintett gebildet, bestehend aus Jonas Geens (Alpecin-Premier Tech), Manuele Tarozzi (Bardiani-CSF), Jardi Van der Lee (EF Education-EasyPost), Juan Pedro Lopez (Movistar) und Mattia Bais (Polti-Visit Malta). Die Gruppe fuhr sich schnell einen Vorsprung von 1:50 Minuten auf das Feld heraus. Doch das war letztlich auch bereits der Maximalvorsprung. Denn im Feld erhöhten Unibet Rose Rockets, Soudal-Quick-Step und Lidl-Trek alsbald die Nachführarbeit.
Entsprechend verringerte sich der Abstand zwischenzeitlich auf rund 30 Sekunden. 100 Kilometer vor dem Ziel nutzten mehrere Fahrer die Situation, um zur Spitzengruppe aufzuschließen. Kurzzeitig bildete sich eine 20-köpfige Fluchtgruppe an der Spitze, die jedoch vom Feld nicht fahren gelassen wurde.
Fortan bildete sich eine neue Gruppe, der erneut Geens, Van der Lee und Tarozzi sowie Jonas Rutsch (Lotto-Intermarché) und Fredrik Dversnes Lavik (Uno-X Mobility) angehörten. Die Ausreißer bekamen allerdings nicht viel Vorsprung zugestanden.
70 Kilometer vor dem Ziel wurde das Terrain mit dem Anstieg Colle Giovo (3. Kategorie) etwas anspruchsvoller. Van der Lee sicherte sich dort die Bergpunkte. Kurz darauf wurde die Fluchtgruppe 67 Kilometer vor dem Ziel allerdings bereits eingeholt.
Im Anstieg zeigten zudem Dylan Groenewegen (Unibet - Rose Rockets), Jonathan Milan (Lidl - Trek), Pascal Ackermann (Team Jayco AlUla), Casper van Uden (Team Picnic PostNL) und Paul Magnier (Soudal - Quick-Step) Schwierigkeiten, dem Tempo des Feldes zu folgen. Insbesondere Movistar zeigte sich an der Spitze des Feldes aktiv. In der Abfahrt schlossen die Sprinter zwar wieder auf, doch beim nächsten Anstieg wenige Kilometer später am Passo Bric Berton (Kategorie 3) fielen sie erneut zurück.
Dieses Mal entstand 45 Kilometer vor dem Ziel ein Rückstand von 1:10 Minuten – der Beginn eines Schlagabtausches zwischen dem Hauptfeld und der Gruppe mit den meisten Sprintern in der Verfolgung. Denn der Abstand pendelte stets rund um 1:20 Minuten. Im Feld drückten vor allem NSN Cycling Team und EF Eduaction EasyPost auf das Tempo. 15 Kilometer vor dem Ziel gab die Sprintergruppe de Verfolgung auf.
Bei einer kurzen Steigung sieben Kilometer vor dem Ziel probierte es Guilio Ciccone (Lidl - Trek) mit einer erfolglosen Attacke. Ein weiterer Vorstoß kam durch Alec Segaert (Bahrain - Victorious) auf den letzten drei Kilometern - und dieser hatte schließlich gegen ein dezimiertes Sprinterfeld Erfolg.