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· 19.05.2026
Zwar keine Berge, dafür aber das Zeitfahrrad: Nach dem ersten Ruhetag des Giro d’Italia 2026 waren die Klassementfahrer wieder im Blickfeld. Die Ehre des Tagessieges ging nach 42 Kilometern in Massa an Filippo Ganna (Netcompany INEOS), der seiner Favoritenrolle als zweifacher Weltmeister gerecht wurde. In der Gesamtwertung nutzte vor allem sein Teamkollege Thymen Arensman den Tag, um Zeit auf die Konkurrenz gutzumachen. Arensman belegte am Ende mit 1:54 Minuten an Rückstand Platz zwei in der Tageswertung, Platz drei ging an Rémi Cavagna (Groupama-FDJ, +1:59 Minuten).
Jonas Vingegaard (Team Visma | Lease a Bike) dürfte sich vom Zeitfahren hingegen vermutlich mehr erhofft haben. Der Däne war drei Minuten langsamer als Ganna und belegte nur Rang 13 im Tagesklassement. Damit verpasste Vingegaard das Rosa Trikot, das weiterhin bei Afonso Eulálio (Bahrain Victorious) bleibt. Der Portugiese, der sicherlich kein Spezialist für das Zeitfahren ist, erreichte das Ziel mit einem Rückstand von 4:57 Minuten. Das reichte jedoch aus, um die Gesamtführung um 27 Sekunden vor Vingegaard zu verteidigen.
Neuer Gesamtdritter ist nun Arensman (+1:57 Minuten). Felix Gall (Decathlon - CMA CGM), im Zeitfahren erwartet mit Platz 33 (+4:22 Minuten) etwas zurück, fiel auf Platz vier im Klassement zurück (+2:24 Minuten). Jai Hindley (Red Bull - BORA - hansgrohe) verlor ebenfalls zwei Positionen in der Gesamtwertung. Das Zeitfahren beendete der Australier mit 3:22 Minuten hinter Ganna auf Rang 22. Giulio Pellizzari, Red Bulls zweiter Kapitän, hielt nach seinen Zeitverlusten vor dem Ruhetag dieses Mal die Verluste in Grenzen und belegte Platz 18 im Zeitfahren.
Über 42 Kilometern führte das Zeitfahren von Viareggio entlang des Ligurischen Meeres zum Zielort Massa und war damit das längste Zeitfahren des Giro seit 2015. Der Kurs war zudem für Spezialisten konzipiert. Die Strecke beinhaltete gerade einmal 13 Kurven und 50 Höhenmeter. Ganna erzielte unterwegs an allen drei Messpunkten die Bestzeit und erreichte das Ziel nach 45:53 Minuten mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 54,9 km/h. Einen guten sechsten Platz erzielte Max Walscheid (Lidl- Trek).
| RG | Fahrer | Zeit |
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Als erster Fahrer ging um 13.15 Uhr der Niederländer Frank van den Broek (Team Picnic PostNL) auf die Strecke. Als erster Fahrer im Ziel war jedoch Max Walscheid (Lidl - Trek), der mehrere Fahrer unterwegs überholte und mit in einer Zeit von 48:10 Minuten die erste Bestzeit setzte. Allerdings wurde Walscheid alsbald von Sjoerd Bax (Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team) mit einer Zeit von 47:57 Minuten an der Spitze abgelöst.
Kurz darauf erreichte Filippo Ganna (Team INEOS) mit einer Zeit von 45:53 Minuten das Ziel und stellte damit eine Bestzeit auf, die in den folgenden Stunden nicht mehr unterboten wurde. Selbst ein Spezialist wie Rémi Cavagna (Groupama-FDJ) kam mit einem Rückstand von 1:45 Minuten ins Ziel.
Fortan konzentrierte sich daher alles auf die Klassementfahrer. Als letzter Fahrer ging Afonso Eulálio (Bahrain Victorious) um 16:31 Uhr auf die Strecke. Aus dem Kreis der Top-Ten-Fahrer erwischte vor allem Thymen Arensman (Netcompany INEOS) einen guten Tag: Der Niederländer lag bei den Zwischenmesspunkten jeweils unter den ersten Drei und kam schließlich mit 1:54 Minuten Rückstand auf Ganna als Zweitschnellster ins Ziel.
Ähnlich weit vorne hätte man auch Jonas Vingegaard (Team Visma | Lease a Bike) erwarten können. Nach 17 und 28,7 Kilometern lag der Däne allerdings nur auf Rang elf. Im Ziel wies Vingegaard drei Minuten Rückstand auf Ganna auf – und 1:06 Minuten auf Arensman. Ein Ergebnis, dass sich Visma | Lease a Bike anders vorgestellt haben dürfte.
Für Felix Gall (Decathlon - CMA CGM) ging es hingegen nur um Schadensbegrenzung. Der Österreicher lag bei den Zwischenmesspunkten bereits weit zurück und erreichte das Ziel mit 4:22 Minuten an Rückstand.