WM 2026 - Einzelzeitfahren MännerEvenepoel holt historisches viertes Gold

Sebastian Lindner

 · 20.09.2026

WM 2026 - Einzelzeitfahren Männer: Evenepoel holt historisches viertes GoldFoto: Getty Images
Das WM-Podium des Einzelzeitfahrens von Kanada: Weltmeister Remco Evenepoel mit Filippo Ganna und Paul Seixas.
Remco Evenepoel hat das Einzelzeitfahren der Elite-Männer bei den Weltmeisterschaften in Kanada gewonnen. Damit feierte der Belgier sein viertes Gold gegen die Uhr in Serie - das schaffte vor ihm noch kein anderer Fahrer in der seit 1994 laufenden Geschichte der Zeitfahrwettbewerbe. Hinter Evenepoel holte Filippo Ganna (Italien) Silber, Youngster Paul Seixas für Frankreich Bronze.

Evenepoel war als haushoher Favorit ins Rennen gegangen und bestätigte das auf dem 39,2 Kilometer langen Kurs durch Montréal und benötigte für den weitgehend flachen, aber mitunter technischen Kurs 44:53 Minuten - ein Schnitt von 52,4 km/h. 57 Sekunden holte er dabei auf Ganna heraus, auf Seixas waren es 1:13 Minuten.

​”Es ist einfach unglaublich. Es war mein Ziel, herzukommen und zu gewinnen, diesen vierten Titel zu holen. Das war meine Motivation”, sagte Evenepoel nach seinem vierten Titel, der ihn neben Tony Martin und Fabian Cancellara auch zum geteilten Rekordweltmeister gegen die Uhr macht. “Danke an das Team um mich herum und an Specialized für das sehr gute Material, das ich zur Verfügung hatte. Es war ein anspruchsvoller Kurs mit technischem Anfang und Ende und einem Power-Part in der Mitte”, mit der der 26-Jährige aber offenbar gut zurechtkam. “Nach sechs Kilometern hatten wir eine eigene Zeitmessung vorgenommen und als ich da vorne war, war ich erstmal beruhigt.”

Für die beiden deutschen Starter Jasha Sütterlin und Max Walscheid endete die WM auf den Plätzen 14 und 27. Der früh gestartete Sütterlin verkaufte sich dabei gut, hatte am Ende 2:10 Minuten Rückstand auf den alten und neuen Weltmeister. Walscheid hingegen dürfte weniger zufrieden sein, 2:48 Minuten stand am Ende für ihn zu Buche. Der Deutsche Zeitfahrmeister Nils Politt bekam von seinem Team UAE Emirates - XRG keine Freigabe für die WM.

WM-Einzelzeitfahren 2026 - Ergebnisse Männer


2026:

World Championships ME - ITT: Montreal - Montreal

20.09.2026 | 39.2 km
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So lief Einzelzeitfahren der Männer bei der WM 2026

Das Profil des Einzelzeitfahrens der Männer bei der WM in Kanada 2026Foto: UCIDas Profil des Einzelzeitfahrens der Männer bei der WM in Kanada 2026

61 Starter nahmen den Parcours von Montréal im Abstand von anderthalb Minuten unter die Räder. Den Anfang machten zwei Starter aus Guinea-Bissau, Gil Landim Gomes und Apolinário Cá, bevor in Ahmad Badreddin Wais ein Fahrer aus dem Flüchtlingsteam der UCI von der Rampe und sich wie alle weiteren Exoten den Applaus der Zuschauer verdiente.

Der Südafrikaner Byron Munton war dann als 14. der erste Profi, der das Rennen aufnahm. Und der 27-Jährige verkaufte sich gut, hielt unter anderem an der ersten Zwischenzeit auch Nelson Oliveira (Portugal), Michał Kwiatkowski (Polen) und auch Sütterlin. Erst Jan Tratnik, der genau zu Halbzeit ins Rennen ging, konnte die Zeit unterbieten. Local Hero Michael Leonard gehörte zu den Fahrern, die den Slowenen noch verdrängen konnten, bevor die absoluten Spitzenfahrer zum Messpunkt kamen. Derweil war es Sütterlin, der im Ziel die neue Bestzeit markierte, dann aber von Kasper Asgreen (Dänemark) abgelöst wurde.

Söderqvist stürzt aus den Medaillenrängen

Zurück am ersten Messpunkt konnte nur Evenepoel noch den zwischenzeitlich Führenden Jakob Söderqvist (Schweden) unterbieten, war neun Sekunden schneller. Küng war dort nur Sechster, 22 Sekunden hinter dem Belgier, Ganna hatte eine halbe Sekunde mehr und lag drei Plätze weiter zurück.

Söderqvist setzte zunächst auch eine Bestzeit am zweiten Messpunkt. Der Kampf um die Medaillen hinter Evenepoel, der dort schon 34 Sekunden Vorsprung hatte, verschärfte sich aber. Paul Seixas (Decathlon CMA CGM) und Ganna lagen fast zeitgleich sechs Sekunden hinter Söderqvist. Zur dritten Zwischenzeit war Ganna dann aber gleichauf mit Söderqvist ud damit fünf Sekunden vor Ganna.

Im letzten Abschnitt rutschte der Schwede allerdings in einer Kurve weg, womit seine Medaillenchancen dahin waren. Im Ziel lag er 13 Sekunden hinter Seixas, auch Brandon McNulty (USA) war dadurch noch an ihm vorbeigezogen. Ganna hatte Kurs Silber eingeschlagen, Evenepoel war der Titel nicht mehr zu nehmen.

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