WM 2026 - Einzelzeitfahren FrauenReusser feiert am Geburtstag die Titelverteidigung, Bronze für Koch

Sebastian Lindner

 · 20.09.2026

WM 2026 - Einzelzeitfahren Frauen: Reusser feiert am Geburtstag die Titelverteidigung, Bronze für KochFoto: Getty Images / Tim de Waele
Eine entspannte Marlen Reusser freut sich in Montréal über den zweiten WM-Titel im Einzelzeitfahren ihrer Karriere.
Marlen Reusser ist an ihrem 35. Geburtstag erneut Weltmeisterin im Zeitfahren geworden. Die Schweizerin gewann in Kanada ihren zweiten Titel mit 40 Sekunden Vorsprung auf die 21-Jährige Zoe Bäckstedt (Großbritannien). Überraschungs-Dritte wurde Franziska Koch, die damit gleich zum Auftakt für die ersten deutsche Medaille der WM sorgte.

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Reusser startete als Letzte auf den 39,2 Kilometer langen Stadtkurs von Montréal und benötigte dafür 50:24 Minuten. An der ersten Zwischenzeit mit zehn Sekunden Rückstand auf Bäckstedt nur Fünfte, was durchaus Raum für Überraschungen ließ. Doch Reusser drehte mit zunehmender Renndauer auf, war nach Messpunkt zwei zur Hälfte des Rennens nur noch drei Sekunden hinter der Britin und danach auf Siegkurs.

Bäckstedt, im Vorjahr noch U23-Weltmeisterin hatte vor allem am 600 Meter langen Schlussanstieg auf dem ansonsten relativ flach Kurs zu kämpfen und kassierte dort den Großteil ihres Rückstandes. Dort verlor sie auch Boden auf Koch, rettete letztlich aber doch knapp sechs Sekunden Polster ins Ziel. Die 26-Jährige aus Mettmann, die als Deutsche Meisterin gegen die Uhr in die WM ging, hatte ihrerseits knapp fünf Sekunden Vorsprung auf Elisa Longo Borghini (Italien), die ihrerseits hintenraus Zeit aufholen konnte.

Als zweite deutsche Starterin wurde Antonia Niedermaier Siebente mit 1:50 Minuten Rückstand auf Reusser. Niedermaier hatte dabei einen ähnlichen Ansatz wie die Siegerin gewählt, zählte am ersten Messpunkt nicht zu den Top 10, steigerte sich dann aber Schritt für Schritt.

Podiumsselfie mit Zoe Bäckstedt, Marlen Reusser und Franziska KochFoto: Getty ImagesPodiumsselfie mit Zoe Bäckstedt, Marlen Reusser und Franziska Koch

Reusser: “So hatte ich etwas zu feiern, ob ich gewinne oder nicht”

Die Frau aus dem Movistar Team hatte vier Tage vor dem WM-Rennen noch ein Zeitfahren in der Nähe von Ottawa absolviert und dort gewonnen, allerdings fehlten dort weite Teile der internationalen Konkurrenz. Davor war ihr letzter Wettkampf die Tour de France Femmes gewesen, bei der sie aber ebenfalls das Zeitfahren gewonnen hatte.

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“Ich sage mir immer, dass ich keinen Druck habe, weil jedes Rennen bei Null losgeht, ob ich davor schon mal gewonnen habe oder nicht”, erklärte Reusser ihre Herangehensweise in das Rennen. Dennoch gab sie zu, sehr nervös gewesen zu sein. “Ich habe mich einerseits auf das Rennen gefreut, weil Teile der Strecke sehr technisch sind und es das für mich spannend machte. Andererseits war da die Länge. So etwas wie hier haben wir ganz selten, ich bin an 20 Kilometer gewöhnt. Deswegen war mir selbst unterwegs nicht klar, ob ich das richtige Pacing habe.”

Dabei hätte sie sich Richtzeiten aus ihrem Begleitwagen von der Konkurrenz durchgeben lassen können. Darauf verzichtete die Bernerin aber, die im Ziel doch sehr entspannt wirkte und im Gegensatz zu Bäckstedt oder Koch offenbar nicht an ihrer absoluten Leistungsgrenze war. Ob das an ihrem Geburtstag lag, ist schwer zu sagen. Allerdings erzählte Reusser nach ihrem Rennen grinsend: “Es war gut, dass das Rennen heute stattfand, denn so hatte ich etwas zu feiern, ob ich gewinne oder nicht.”

Derweil freute sich auch Koch über ihren Erfolg: “Der Kurs kam mir mit seinen Wellen entgegen. Ich habe gleich nach dem Start gemerkt, dass heute ein guter Tag wird. Ich bin wirklich sehr glücklich mit dieser Bronzemedaille hier.”

WM-Einzelzeitfahren 2026 - Ergebnisse Frauen


2026:

World Championships WE - ITT: Montreal - Montreal

20.09.2026 | 39.2 km
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So lief Einzelzeitfahren der Frauen bei der WM 2026

Das Profil des Einzelzeitfahrens der Frauen bei der WM in Kanada 2026Foto: UCIDas Profil des Einzelzeitfahrens der Frauen bei der WM in Kanada 2026

48 Frauen gingen in das erste Rennen dieser Weltmeisterschaft. Gestartet wurde von Anfang bis Ende im Abstand von anderthalb Minuten. Skye Davidson aus Simbabwe eröffnete den Wettkampf. Etwas prominenter wurde es dann nach 13 Fahrerinnen, als in der Mexikanerin Romina Hinojosa aus dem Lotto Intermaché Ladies die Freundin von Isaac Del Toro startete. Kurz nach ihr kam in der US-Triathletin Taylor Knibb auch die erste leistungsstärkere Athletin.

Allerdings konnte auch Knibb letztlich keine Rolle im Kampf um die Top 10 spielen. Zwar lieferte sie bei Zielankunft mit knapp dreieinhalb Minuten Vorsprung eine deutliche Bestzeit, doch spielte sie im Kampf um die Top 10 keine Rolle. Allerdings wurden in der Folge aus Minuten Sekunden. Zunächst war Lotte Claes (Belgien) zehn Sekunden schneller, die dann kam Dominika Włodarczyk (Polen) nochmal um zehn Sekunden unterbot.

Dann aber rückte der Fokus auf die erste Zwischenzeit nach zehn gut Kilometern, denn dort waren zeitgleich alle Frauen durch. Und es deuteten sich die ersten Überraschungen an. Bäckstedt fuhr dort mit 13:36 Minuten die beste Zeit - zwei Sekunden schneller als Cédrine Kerbaol (Frankreich), drei schneller als Koch. Top-Favoritin Reusser war hier als Fünte zehn Sekunden zurück, Demi Vollering (Niederlande) bereits 34 und damit schon früh aus dem Medaillenrennen.

Reusser überholt Vollering

Koch hingegen erreichte das Ziel mit dann doch wieder deutlich neuer Bestzeit von mehr als 1:13 Minuten Vorsprung auf die Polin. Derweil kam Bäckstedt zur zweiten Messung mit sechs Sekunden Vorsprung auf Koch. Auch Reusser machte Boden gut, sortierte dich drei Sekunden hinter der Britin und drei vor Koch ein, die spätestens jetzt auf Medaillenkurs lag. Auch Niedermaier schob sich zu Halbzeit in die Top 10, hatte aber bereits 55 Sekunden Rückstand auf die Führende.

Bäckstedt baute zur dritten Zwischenzeit auf acht Sekunden Vorsprung auf Koch aus und auch Reusser brachte weitere Sekunden zwischen sich und die Konkurrenz. Die Schweizerin überholte kurz nach dem Messpunkt dann die vor ihr gestartete Vollering, die auch tiefer im Rennen nicht an ihr Maximum kam.

Dann kam Bäckstedt ins Ziel. Im schweren Finale mit 600-Meter-Schlussanstieg verlor sie zwar nochmal Zeit auf Koch, rettete aber doch sechs Sekunden. Reusser ließ derweil nichts mehr anbrennen und feierte die souveräne Titelverteidigung.

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