Mit einer Reihe weitreichender Beschlüsse hat die UCI die Weichen für die Saison 2027 gestellt. Das Management Committee verabschiedete bei seiner Sitzung während der Straßen-Weltmeisterschaften in Montréal neue Sicherheitsmaßnahmen für den Profiradsport, brachte den neuen UCI Junior Road Nations Cup auf den Weg und beschloss mehrere Änderungen im internationalen Rennkalender. Zudem kehrt eine traditionsreiche Disziplin nach mehr als 30 Jahren zurück ins Programm der Weltmeisterschaften.
Die Vuelta España Femenina by Carrefour.es wird 2027 direkt im Anschluss an die Männer-Vuelta vom 3. bis 10. Oktober ausgetragen. Die Vuelta a Burgos Feminas übernimmt dafür den bisherigen Termin Anfang Mai. Außerdem kehrt Eschborn-Frankfurt am 1. Mai auf seinen traditionellen Austragungstag zurück.
2027 startet erstmals der UCI Junior Road Nations Cup. Die neue Serie umfasst elf Rennen auf unterschiedlichen Kontinenten und endet vom 29. Juli bis 1. August mit dem Finale in Varese. Über kontinentale Ranglisten qualifizieren sich jeweils 26 Männer- und Frauenteams für das Finale. Die Ergebnisse sollen zudem Einfluss auf die Startplatzvergabe für die Straßen-WM haben.
Ab 2027 gelten bei WorldTour- und Women's-WorldTour-Rennen neue Standards für Absperrungen in den letzten 200 Metern vor dem Ziel. Zudem treibt die UCI die Einführung von GPS-Tracking-Systemen voran, die eine Echtzeitverfolgung von Fahrern und Fahrzeugen ermöglichen und die Sicherheit im Rennen verbessern sollen.
Erste Ergebnisse einer seit März 2026 laufenden Sturzstudie zeigen laut UCI, dass Verletzungen bei Fahrerinnen im Durchschnitt schwerwiegender sind und längere Ausfallzeiten verursachen als bei Männern. Die gewonnenen Daten sollen Grundlage für zukünftige Sicherheitsmaßnahmen werden.
Ab den UCI Cycling World Championships 2027 müssen alle Sportlichen Leiter von Nationalmannschaften eine UCI-Zertifizierung absolvieren. Außerdem können Straßenteams künftig Punkte für die Teamwertung sammeln, wenn ihre Fahrer bei Weltmeisterschaften und Weltcups in anderen Disziplinen wie Cyclocross, Bahn- oder Mountainbike-Sport antreten.
Mit einem neuen Konsultationsrahmen will die UCI zudem Hersteller und Experten stärker in die Regulierung von Fahrrädern, Ausrüstung und Datentechnologien einbinden. Parallel beginnt die Überarbeitung der Lugano Charta, des Grundlagendokuments zu den Werten und Prinzipien des internationalen Radsports.
Eine weitere bemerkenswerte Entscheidung betrifft die Bahn-Weltmeisterschaften: Das Steherrennen wird nach mehr als 30 Jahren wieder Teil des WM-Programms und feiert bei den UCI Cycling World Championships 2027 in Haute-Savoie Mont-Blanc seine Rückkehr. Erstmals werden dort Weltmeistertitel für Männer und Frauen vergeben.
Das nächste Treffen des UCI Management Committee findet am 28. und 29. Januar 2027 im Rahmen der Cyclocross-Weltmeisterschaften in Ostende statt.

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