Leon Weidner
· 25.09.2026
Die kommenden Austragungsorte der Straßenrad-Weltmeisterschaften stehen fest. Der Weltradsportverband UCI Road World Championships hat seine Planungen bis 2034 weiter konkretisiert und setzt dabei auf eine Mischung aus bewährten Radsportregionen, Jubiläen und wirtschaftlich starken Gastgebern. Nach Ruanda und Kanada führt der Weg der Titelkämpfe wieder verstärkt nach Europa.
2025 gastierte die WM erstmals in Kigali in Ruanda, ehe die Titelkämpfe 2026 nach Montréal zurückkehren. Die kanadische Metropole war bereits 1974 Gastgeberin der Weltmeisterschaften und richtet die Rennen im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Olympischen Spiele von 1976 aus. Die Strecke rund um den Mont Royal verspricht dabei erneut ein anspruchsvolles Rennen für die Kletterspezialisten.
Während die Rennen in Kanada bereits in vollem Gange sind, steht mit den UCI Cycling World Championships in Haute-Savoie Mont-Blanc 2027 das nächste Großprojekt an. Nach der Premiere des kombinierten WM-Formats 2023 in Glasgow werden 2027 erneut zahlreiche Radsportdisziplinen unter einem gemeinsamen Dach ausgetragen. Mehr als 15.000 Athletinnen und Athleten sollen in den französischen Alpen um insgesamt 288 WM-Titel kämpfen. Der Ausblick dürfte hier ganz besonders werden. Während die Profis sich voll auf das Rennen konzentrieren müssen, können Fans die Rennen und atemberaubende Kulisse gleichermaßen genießen.
2028 gastieren die Straßen-Weltmeisterschaften in Abu Dhabi. Die Titelkämpfe in den Vereinigten Arabischen Emiraten sollen auf einem überwiegend flachen Kurs stattfinden und damit vor allem den schnellen Männern und Frauen entgegenkommen. Gerüchte über künstlich angelegte Berge dementierte der Radsportverband. UCI-Sportdirektor Peter Van den Abeele bezeichnete die WM bereits als „Sprinter-Weltmeisterschaft“. Wegen der hohen Temperaturen wurde der Termin zudem in den späten Oktober gelegt, um den Athletinnen und Athleten angenehmere Bedingungen zu bieten.
Im Jahr darauf geht die Rad-WM nach Dänemark, wobei die genaue Gastgeberregion noch bekanntgegeben werden soll. Der skandinavische Staat zählt seit Jahren zu den erfolgreichsten Ausrichterländern großer Radsportveranstaltungen und war bereits Gastgeber des Tour-de-France-Auftakts 2022 sowie der EM 2017. Mit heißen Temperaturen wie in Abu Dhabi dürften die Fahrerinnen und Fahrer hier kein Problem haben.
2030 kehrt die WM nach Belgien zurück. Gastgeber wird die Hauptstadt Brüssel sein, die damit eines der traditionsreichsten Radsportländer der Welt ins Rampenlicht rückt. Für die UCI ist die Vergabe auch ein Zeichen dafür, dass die Weltmeisterschaften trotz ihrer globalen Ausrichtung weiterhin auf die klassischen Hochburgen des Sports setzen. Wer die belgischen Fans kennt, weiß was die Radsportwelt hier erwartet. An Stimmung wird es hier definitiv nicht mangeln!
Die Super-WM 2031 werden im italienischen Trentino stattfinden. Damit kehrt das Mega-Event, bei dem zahlreiche Radsport-Disziplinen unter einem Dach vereint werden erneut nach Europa zurück. Genaue Orte sind noch nicht bekannt, die Austragung soll jedoch rund um Trient stattfinden. Besonders die Mountainbike-Disziplinen sind hier heimisch und haben schon den ein oder anderen World Cup in der Region gesehen.
Noch weiter in die Zukunft reicht die Vergabe für 2032: Dann soll Indien erstmals Straßen-Weltmeisterschaften ausrichten. Die Bewerbung des bevölkerungsreichsten Landes der Erde setzte sich gegen die Niederlande durch. Die Niederländer gingen dennoch nicht leer aus und erhielten stattdessen den Zuschlag für die Titelkämpfe 2034. Die Entscheidungen zeigen den Wunsch der UCI, den Radsport weiter zu globalisieren und neue Märkte zu erschließen. Nicht zuletzt spielen finanzielle Aspekte eine große Rolle bei der Vergabe der Rad-WM.

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