UCI World Cycling Talent ProgrammNeues Talentprogramm für junge Radfahrer

Kristian Bauer

 · 31.05.2026

UCI World Cycling Talent Programm: Neues Talentprogramm für junge RadfahrerFoto: Getty Images/Luc Claessen
UCI World Cycling Centre
Die Union Cycliste Internationale und das UCI World Cycling Centre starten das World Cycling Talent Programm für junge Fahrer aus Asien, Afrika, Ozeanien und Amerika. Seit 20. April 2026 trainieren und fahren zwölf Athleten aus elf Ländern in der Bretagne. Das Programm baut auf dem UCI Africa 2025 Programm auf und bietet Fahrern aus Afghanistan, Belize, Bolivien, Ecuador, Eritrea, Indien, Namibia, Trinidad und Tobago, Tunesien, Uganda und den Vereinigten Arabischen Emiraten Zugang zu Trainingsstrukturen und Rennen in Europa.

Themen in diesem Artikel

Die Union Cycliste Internationale weitet ihre Entwicklungsarbeit aus. Das UCI World Cycling Centre präsentiert mit dem UCI World Cycling Talent Programm eine globale Initiative zur Förderung junger Radfahrer aus Ländern mit weniger Ressourcen. Zwölf Athleten aus elf Nationen nehmen seit 20. April 2026 an der ersten Phase teil.

Das Programm richtet sich an talentierte Nachwuchsfahrer aus Asien, Afrika, Ozeanien und Amerika. Die ausgewählten Sportler kommen aus Afghanistan, Belize, Bolivien, Ecuador, Eritrea, Indien, Namibia, Trinidad und Tobago, Tunesien, Uganda und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Sie trainieren gemeinsam in Josselin in der Bretagne und starten unter den Farben des World Cycling Centre.

Vom kontinentalen zum globalen Ansatz der UCI

Das UCI World Cycling Talent Programm basiert auf den Erfahrungen des UCI Africa 2025 Programms. Diese Initiative bereitete afrikanische Athleten auf die Straßen-Weltmeisterschaften 2025 in Kigali vor. Die Eritreerin Tsige Kyros erreichte dabei einen Top-10-Platz im Juniorinnen-Straßenrennen. Der Weltverband überträgt dieses Konzept nun auf alle Kontinente.

Die Athleten erhalten Zugang zu Trainingsexpertise, strukturierten Rennprogrammen und professioneller Betreuung. Diese Unterstützung steht Fahrern aus kleineren Radsportnationen normalerweise nicht zur Verfügung. Das World Cycling Centre stellt Coaches und Personal für die individuelle Entwicklung bereit.

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Rennkalender und Phasenstruktur

Die erste Phase läuft noch bis 14. Juni 2026. Sechs Frauen und sechs Männer nehmen an regionalen Rennen in Frankreich teil. Die Frauen starten beim GP de Nantes, beim Rieux Open 3H und bei der Tour de Loire-Atlantique. Die Männer fahren die Tour des Mauges, den Essor Breton und die Route Vendéenne.

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Nach einer vierwöchigen Pause beginnt die zweite Phase vom 11. Juli bis 13. September 2026. Einige Athleten aus der ersten Phase kehren zurück, neue Fahrer stoßen zum Programm. Die Teilnehmer setzen ihre Trainings- und Rennerfahrung in Europa fort.

Strukturierte Entwicklungswege der UCI

Das Programm schafft Wege in den professionellen Radsport. Fahrer aus Ländern mit begrenzten Ressourcen erhalten Infrastruktur, Wettkampferfahrung und Mentoring. Das World Cycling Centre bietet eine intensive Straßenrennsaison in Frankreich mit individueller Entwicklungsbetreuung durch Coaches.

UCI-Präsident David Lappartient erklärt die Zielsetzung: Talentierte Radfahrer existieren in allen Regionen der Welt, haben aber nicht die gleichen Möglichkeiten zur Entfaltung ihres Potenzials. Das Programm soll dieses Ungleichgewicht ausgleichen. Die Union Cycliste Internationale will sicherstellen, dass der Radsport der ganzen Welt gehört.

UCI Organisation und Infrastruktur

Das UCI World Cycling Centre in Aigle in der Schweiz dient als Basis der Initiative. Die Einrichtung beherbergt das UCI-Hauptquartier und verfügt über ein Velodrom, eine BMX-Racing-Strecke und einen BMX-Freestyle-Park. Seit der Eröffnung 2002 empfängt das Zentrum Athleten aus Ländern ohne vollständige Entwicklungsressourcen.

Das UCI World Cycling Centre bildet auch Personen in verschiedenen Radsportberufen aus. Dazu gehören Trainer, Mechaniker und Sportdirektoren. Die Einrichtung koordiniert die Solidaritätsinitiativen der UCI in Zusammenarbeit mit kontinentalen Verbänden, nationalen Föderationen und einem Netzwerk aus kontinentalen und regionalen Entwicklungszentren.

Erfolgreiche Beispiele

Das UCI World Cycling Centre hat bereits einige Talente in den professionellen Radsport gebracht. Zu den positiven Beispielen gehören Fahrer und Fahrerinnen auf der Straße und im Bahnradsport:

Straßenradfahren

  • Biniam Girmay (Eritrea): Absolvierte seine Ausbildung am WCC und entwickelte sich zu einem der größten Stars des Sports. Er gewann das renommierte UCI WorldTour-Klassikrennen Gent-Wevelgem sowie Etappen der Tour de France.
  • Tsgabu Grmay (Äthiopien): Trat 2010 dem WCC bei und wurde der erste äthiopische Fahrer, der für ein UCI WorldTeam startete und an der Tour de France teilnahm.
  • Daniel Teklehaimanot (Eritrea): Ein ehemaliger WCC-Teilnehmer, der 2015 Geschichte schrieb, als er als erster Fahrer aus Subsahara-Afrika das Gepunktete Trikot (Bergwertung) bei der Tour de France trug.

Bahnradfahren

  • Nicholas Paul (Trinidad und Tobago): Absolvierte seine Ausbildung am WCC und wurde ein Sprinter von Weltklasse. Er hält den fliegenden 200-Meter-Weltrekord und gewann regelmäßig Medaillen bei den UCI Bahn-Weltmeisterschaften und Weltcups.
  • Guo Shuang (China): Die mehrfache olympische Medaillengewinnerin und vielfache UCI-Weltmeisterin verbrachte wichtige Jahre ihrer Entwicklung als Trainingszeit im Zentrum.

Kristian Bauer

Kristian Bauer

Redakteur

Kristian Bauer ist gebürtiger Münchner und liebt Ausdauersport – besonders wenn es in die Berge geht. Er ist ein Fan der Tour de France und bevorzugt solide Rennradtechnik. Er führt für TOUR Interviews, berichtet von Events im Hobbyradsport und schreibt Artikel über die Fahrradbranche sowie Trends im Rennradsport.

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