Profi - Radsport Aktuelles UCI Cycling Esports Weltmeisterschaft 2022: WM-Titel für Niederlande und Australien

Sandra Schuberth

 · 28.02.2022

UCI Cycling Esports Weltmeisterschaft 2022: WM-Titel für Niederlande und Australien

Zwei spannende Rennen lieferte die UCI Cycling Esports Weltmeisterschaft auf der Knickerbocker-Strecke auf Zwift. Die Weltmeistertitel holten sich Loes Adegeest aus den Niederlanden und Jay Vine aus Australien. Beide dürfen sich damit in der virtuellen Welt als auch in der Realität mit ihrem neuen Regenbogen-Trikot zeigen.

Die zweite UCI Cycling Esports Weltmeisterschaft der Geschichte

Am Samstag, 26.2.2022, fand die zweite Weltmeisterschaft im virtuellen Radsport statt. Weltweit konnten sich 100 Frauen und 100 Männer für die WM-Rennen qualifizieren.

Die WM wurde auf der Knickerbocker-Strecke in Zwifts New York ausgetragen. 54,9 Kilometer, 944 Höhenmeter und ein Schlussanstieg mit bis zu 17-prozentigen Rampen wartete auf die Starter. Verschiedene PowerUps erforderten eine besondere Rennstrategie und sorgten für zusätzliche Spannung. Alle Details zur WM können hier nachgelesen werden.

Das Frauenrennen

Das Damen-Rennen war von Beginn an zermürbend, so dass am Anfang der letzten Runde nur noch eine kleine Gruppe von Frauen Chancen auf den WM-Titel hatte. Darunter auch die Titelverteidigerin Ashleigh Moolman-Pasio aus Südafrika. Um sie herum unter anderem Fahrerinnen aus den USA, Großbritannien, Schweden und Dänemark. Das Team aus den USA testete das Feld immer wieder mit Angriffen. Katheryn Curi glänzte mit einer starken Sololeistung, wurde vor dem finalen Anstieg aber eingeholt. Am New York QOM angekommen setzte Ashleigh Moolman-Pasio sich an die Spitze. Mit einer Attacke auf der ersten Rampe wurde so die Gruppe auf vier Fahrerinnen reduziert. Im entscheidenden Moment, 200 Meter vor dem Ziel, nutzte Loes Adegeest (NLD) ihr Feder-PowerUp. Damit holte die 25-jährige Niederländerin den Weltmeistertitel. Nach dem Rennen sagte sie:

Ich wusste, dass ich die Feder für den letzten Abschnitt aufheben musste, wenn ich den Sprint gewinnen wollte. Ich sah, wie Ashleigh ihre weiter unten einsetzte und wusste, dass meine Chancen immer besser wurden!

Das WM-Podium der Frauen:

  1. Loes Adegeest, Niederlande
  2. Cecilia Hansen, Schweden
  3. Zoe Langham, Großbritannien
Frauen-Peloton bei der UCI Cycling Esports Weltmeisterschaft 2022Foto: Zwift
Frauen-Peloton bei der UCI Cycling Esports Weltmeisterschaft 2022

Das Männer-Rennen

Hart und schnell - so lässt sich der Beginn des Männer-Rennens beschreiben. Wer vorne mitspielen wollte, war gezwungen, sich früh an die Spitze zu setzen. Zu Rennbeginn wurden immer wieder Attacken gefahren, eine Ausreißergruppe mit Tomoaki Takasugi (Japan) und Rick Ottema (Niederlande) wurde 26 Kilometer vor dem Ziel wieder eingeholt. Etwa 15 Kilometer vor dem Ziel gerieten einige größere Nationen ins Hintertreffen, Australien reagierte und setzte sich an die Spitze des Pelotons. Auf den letzten drei Rennkilometern zerfiel die Spitzengruppe langsam. Den ersten Angriff wagte der Österreicher Rainer Kepplinger, er wurde jedoch vom Peloton eingeholt. Der Titelverteidiger Jason Osborne (Deutschland) hatte ein Aero-PowerUp in petto und brach aus dem Feld aus. Alles sah nach einer gelungenen Titelverteidigung aus. Doch die beiden Australier Jay Vine (Alpecin-Fenix) und Freddy Ovett schafften es, wenige Meter vor der Zieleinfahrt vorbeizuziehen.

Das WM-Podium der Männer:

  1. Jay Vine, Australien
  2. Freddy Ovett, Australien
  3. Jason Osborne, Deutschland
Das Männerrennen bei der UCI Cycling Esports Weltmeisterschaft 2022.Foto: Zwift
Das Männerrennen bei der UCI Cycling Esports Weltmeisterschaft 2022.

Wenige Tage vor der Esports-Weltmeisterschaft konnten wir mit Jason Osborne sprechen: Jason Osborne im Interview mit TOUR