TOUR Online
· 29.04.2026
Nach dem Prolog sah die erste Straßenetappe der Tour de Romandie 2026 gleich den ersten schweren Kletterakt vor: Im Schlussteil der 171,2 Kilometer langen Etappe wartete der Anstieg Ovronnaz (1. Kategorie). Entsprechend traten die großen Namen in Aktion - initiiert durch einen Angriff von Tadej Pogačar (UAE Team Emirates - XRG).
Im Sprint einer Vierergruppe sicherte sich der Slowene schließlich den Tagessieg vor Florian Lipowitz (Red Bull – BORA – hansgrohe), Lenny Martinez (Bahrain – Victorious) und Jörgen Nordhagen (Team Visma | Lease a Bike). Eine weitere Gruppe erreichte 21 Sekunden später das Ziel, angeführt von Albert Philipsen (Lidl-Trek).
Die Etappe war als Rundkurs konzipiert, der rund um den Start- und Zielort Martigny durch das Wallis führte. Es standen je drei Runden an, jeweils über den Anstieg nach La Rasse (Kategorie 3). Der Fokus lag jedoch auf der finalen Prüfung nach Ovronnaz: ein 8,9 Kilometer langer Anstieg mit einer durchschnittlichen Steigung von 9,7 Prozent und Passagen bis 15 Prozent. Nach der Bergwertung folgte eine neun Kilometer lange Abfahrt, ehe die verbleibenden 20 Kilometer wieder flach ins Ziel verliefen.
Der Spitzenreiter des Tages, Dorian Godon (INEOS Grenadiers) fiel nach seinem Prologsieg am Vortag bereits mit Beginn des Anstiegs zurück. Ebenso unerfreulich für die britische Mannschaft: Oscar Onley (INEOS Grenadiers) ging nicht mehr an den Start. Der Brite musste die Rundfahrt aufgrund von Magen-Darm-Beschwerden aufgeben.
Mit seinem Sieg übernahm Pogacar die Gesamtführung. Lipowitz liegt mit sieben Sekunden Rückstand auf Platz zwei vor Martinez (+0:16 Minuten).
| RG | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | Team SD Worx - Protime | 03:41:47 |
| 2 | Team Visma | Lease a Bike | +00:00:00 |
| 3 | FDJ - SUEZ | +00:00:00 |
| 4 | Team Picnic PostNL | +00:00:00 |
| 5 | Movistar Team | +00:00:00 |
| 6 | AG Insurance - Soudal Team | +00:00:00 |
Die ersten drei Viertel der Etappe verliefen auf flachem Terrain wie erwartet unspektakulär. Zwar probierte Mauro Schmid (Jayco – AlUla), Vierter beim Prolog am Vortag, kurzzeitig, sich vom Feld zu lösen, doch die anderen Teams ließen seinen Vorstoß selbstredend nicht zu. Die Spitzengruppe des Tages setzte sich schließlich aus Patrick Gamper (Jayco–AlUla), Roland Thalmann (Tudor Pro Cycling Team), Sam Oomen (Lidl–Trek), Pietro Mattio (Team Visma | Lease a Bike), Dillon Corkery und Alexy Faure Post (beide Team Picnic PostNL) sowie Louis Vervaeke (Soudal–Quick-Step) zusammen. Letzterer ging mit nur 19 Sekunden Rückstand auf Spitzenreiter Godon in die Etappe und führte das Klassement über weite Strecken virtuell an.
Die Gruppe erarbeitete sich einen Vorsprung von rund 3:30 Minuten. Alle drei Bergwertung nach la Rasse (3. Kategorie) sicherte sich unterwegs der Schweizer Thalmann. 74 Kilometer vor dem Ziel reduzierte sich die Spitzengruppe, da der Ire Corkery dem Tempo nicht mehr folgen konnte.
Mit Beginn des 43 Kilometer vor dem Ziel liegenden Anstiegs nach Ovronnaz lag der Vorsprung der verbleibenden Ausreißer noch bei rund zwei Minuten. Fast zeitgleich verlor Dorian Godon im Führungstrikot den Kontakt zum Feld. Im Anstieg dünnte das Feld durch das hohe Tempo von (UAE Team Emirates - XRG) schnell aus. In der Folge wurden nach und nach auch die Fahrer aus der Spitzengruppe eingeholt.
38 Kilometer vor dem Ziel kam die erwartete Attacke von Tadej Pogačar (UAE Team Emirates – XRG). Erst ging Primoz Roglic (Red Bull - BORA - hansgrohe) hinterher, konnte das Tempo allerdings nicht halten. Im Anschluss schlossen jedoch Florian Lipowitz (Red Bull – BORA – hansgrohe), Lenny Martinez (Bahrain – Victorious) und Jefferson Cepeda (Movistar) zu Pogacar auf. Vor dem Gipfel fiel Cepeda allerdings aus der Gruppe heraus.
Die Bergwertung in Ovronnaz sicherte sich schließlich Martinez. Auf der folgenden Abfahrt gab es keine Attacken, dafür gelang im Flachstück zum Ziel Jörgen Nordhagen (Team Visma | Lease a Bike) noch der Anschluss an das Trio. Dahinter fand sich eine achtköpfige Verfolgergruppe um Carlos Rodríguez (INEOS Grenadiers), Primož Roglič (Red Bull – BORA – hansgrohe) und Luke Plapp (Jayco – AlUla).
Doch weder die Zusammenarbeit in der Verfolgergruppe noch in der Spitze funktionierte wirklich, sodass sich der Abstand auf rund 30 Sekunden einpendelte. Insbesondere Lipowitz beteiligte sich nicht an der Führungsarbeit - mit ein Grund, weshalb der Vorsprung bis zum Finale noch um einige Sekunden schrumpfte. Die Gruppe rettete jedoch ihren Vorsprung ins Ziel - mit dem Sieg für Poagacar.