Merlier zündet den TurboDritter Tour-Sieg beim Sprintchaos von Chalon

Matthias Borchers

 · 17.07.2026

Merlier zündet den Turbo: Dritter Tour-Sieg beim Sprintchaos von ChalonFoto: A.S.O./Charly Lopez
Tim Merlier bleibt der König der Sprinter bei dieser Tour de France. Mit seinem dritten Etappensieg baut der Belgier seine starke Bilanz weiter aus
​Tim Merlier bleibt der König der Sprinter bei dieser Tour de France. Mit seinem dritten Etappensieg baut der Belgier seine starke Bilanz weiter aus. Auch Tadej Pogacar und Ausreißer Baptiste Veistroffer sorgen für bemerkenswerte Zahlen.

3: Hattrick

Tim Merlier hat seine dritte Etappe bei der Tour de France 2026 gewonnen. Der Belgier setzte sich am Donnerstag in Chalon-sur-Saône nach einem hektischen und von Positionskämpfen geprägten Massensprint durch. Zuvor hatte der Fahrer von Soudal-Quick-Step bereits die Etappen nach Bordeaux und Bergerac für sich entschieden.

Damit ist Merlier bereits der zweite Fahrer dieser Tour mit drei Tageserfolgen. Vor ihm war dies nur Gesamtführendem Tadej Pogacar gelungen, der in Les Angles, Gavarnie-Gèdre und Le Lioran triumphierte. Für Merlier war es zugleich der sechste Etappensieg seiner Karriere bei der Frankreich-Rundfahrt. Damit zieht er mit seinem Landsmann Julian Alaphilippe gleich.

73,1: Die Merlier-Rakete

Die Sprinter mussten im Finale von Chalon-sur-Saône keine Zeit mit dem Blick auf die Saône verschwenden. Auf den letzten Kilometern wurde ein enormes Tempo angeschlagen, das Tim Merlier optimal zu nutzen wusste.

Der Belgier absolvierte den letzten Kilometer der Etappe in weniger als 50 Sekunden und erreichte dabei eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 73,1 km/h. Das ist der schnellste Schlusskilometer der bisherigen Tour de France 2026.

Entscheidend waren dabei die perfekt funktionierenden Sprintzüge, insbesondere jener von Alpecin-Deceuninck, der das Tempo früh in die Höhe trieb. Da in den verbleibenden Etappen nur noch wenige klassische Sprintgelegenheiten warten und keine schnelle Bergabankunft mehr auf dem Programm steht, dürfte diese Bestmarke bis Paris Bestand haben.

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28: Belgier lieben Hattricks

Mit seinem ersten Dreierpack bei der Tour de France reiht sich Tim Merlier in eine lange belgische Tradition ein. Er ist bereits der 28. Belgier, der bei der Grande Boucle mindestens drei Etappensiege eingefahren hat.

Der erste Fahrer aus Belgien, dem dies gelang, war Odile Defraye im Jahr 1912. Zuletzt hatte Jasper Philipsen einen solchen Hattrick geschafft. Er gewann 2023 und 2024 jeweils mindestens drei Tour-Etappen.

Rekordhalter bleibt Eddy Merckx. Der „Kannibale“ schaffte gleich fünfmal mindestens drei Etappensiege in einer Tour-Ausgabe. Zudem teilt er sich mit Freddy Maertens den Rekord für die meisten Siege eines Belgiers bei einer einzigen Tour. Beide gewannen in einem Jahr jeweils acht Etappen.

75: Ein Siegfahrer durch und durch

Die Erfolgsserie von Tim Merlier setzt sich fort. Mit seinem Sieg in Chalon-sur-Saône feierte der Belgier bereits den 75. Profisieg seiner Karriere.

Die überwiegende Mehrheit dieser Erfolge errang der 33-Jährige in Massensprints. In der Liste der aktiven Fahrer zog er damit auch an seinem Landsmann Remco Evenepoel vorbei, der aktuell bei 74 Profisiegen steht.

Zugleich verkürzt Merlier den Abstand zu Dylan Groenewegen. Der Niederländer kommt derzeit auf 81 Siege und liegt nur noch sechs Erfolge vor dem Belgier.

25: Philipsen sammelt weiter Podestplätze

Jasper Philipsen stand auch in Chalon-sur-Saône wieder auf dem Podium. Mit Rang drei erreichte der Belgier bereits zum 25. Mal in seiner Karriere die Top Drei einer Tour-Etappe.

Der Sprinter von Alpecin-Deceuninck hat bislang zehn Tour-Etappen gewonnen, zuletzt 2025 in Lille. Hinzu kommen neun zweite und nun sechs dritte Plätze.

Mit insgesamt 25 Podestplatzierungen zieht Philipsen mit historischen Größen wie Louis Trousselier, Louison Bobet, Gino Bartali und André Greipel gleich.

82: Pogacar zieht mit Froome gleich

Insgesamt kommt Pogacar nun auf 82 Führungstrikots bei Grand Tours und zieht damit mit Chris Froome gleichFoto: A.S.O./Charly LopezInsgesamt kommt Pogacar nun auf 82 Führungstrikots bei Grand Tours und zieht damit mit Chris Froome gleich

Tadej Pogacar sammelt bei dieser Tour nicht nur Siege, sondern auch Rekorde. Als Führender der Gesamtwertung trug der Slowene am Donnerstag erneut das Gelbe Trikot und erreichte damit eine weitere bemerkenswerte Marke.

Insgesamt kommt Pogacar nun auf 82 Führungstrikots bei Grand Tours und zieht damit mit Chris Froome gleich. In diese Wertung fließen sämtliche Tage als Gesamtführender bei den drei großen Landesrundfahrten ein.

Die 82 Trikots setzen sich aus 62 Tagen in Gelb bei der Tour de France und 20 Tagen im Rosa Trikot des Giro d'Italia zusammen. In der ewigen Rangliste gehört Pogacar damit bereits zu den fünf erfolgreichsten Fahrern überhaupt. Der nächste namhafte Konkurrent ist Miguel Indurain, der auf insgesamt 93 Führungstrikots kommt.

3: Das Wildschwein der Ausreißer

Baptiste Veistroffer von Lotto-Intermarché wurde mit der Auszeichnung als kämpferischster Fahrer des Tages geehrtFoto: A.S.O./Thomas MaheuxBaptiste Veistroffer von Lotto-Intermarché wurde mit der Auszeichnung als kämpferischster Fahrer des Tages geehrt

Baptiste Veistroffer macht seinem Ruf als unermüdlicher Kämpfer weiter alle Ehre. Der Franzose verbrachte auf der zwölften Etappe rund 120 Kilometer an der Spitze des Rennens, zunächst allein, später mit weiteren Ausreißern und schließlich wieder solo.

Für diesen Einsatz wurde der Fahrer von Lotto-Intermarché mit der Auszeichnung als kämpferischster Fahrer des Tages geehrt. Es war bereits seine dritte Ehrung bei dieser Tour.

Mit inzwischen 421 Fluchtkilometern gehört Veistroffer zu den aktivsten Fahrern der Rundfahrt. Er folgt damit dem Beispiel von Marc Hirschi, der 2020 dreimal als kämpferischster Fahrer ausgezeichnet wurde, sowie Ben Healy, dem dies 2025 ebenfalls gelang. Beide wurden am Ende ihrer jeweiligen Tour zusätzlich als „Super Combatif“ der gesamten Rundfahrt geehrt.

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Matthias Borchers ist im Test-Ressort von TOUR, Experte für Bekleidung und Zubehör. Als Hobbyradsportler hat er die TOUR-Transalp und die TOUR-Trans Austria absolviert. Prägend sind zudem Reportage-Reisen von San Francisco bis Sakai sowie 17 Trips zur Tour de France mit rund 30.000 Wohnmobilkilometern.

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