Wenn am Sonntag die Mountainbike-Weltmeisterschaften im Cross-Country Olympic (XCO) stattfinden, wird ein Name besonders im Fokus stehen: Mathieu van der Poel. Der Niederländer hat in seiner Karriere bereits Weltmeistertitel auf der Straße, im Cyclocross und im Gravel eingefahren. Was ihm noch fehlt, ist das begehrte Regenbogentrikot auf dem Mountainbike.
Dass van der Poel diese Disziplin ernst nimmt, zeigte er erst am vergangenen Wochenende beim Weltcup in Les Gets. Bei seinem ersten XCO-Rennen seit knapp einem Jahr fuhr er auf Anhieb auf den zweiten Platz. Lediglich Adrien Boichis war am Ende stärker. Zuvor hatte sich van der Poel im Shorttrack-Rennen Rang zehn gesichert und damit einen Startplatz in der zweiten Reihe für das Hauptrennen erarbeitet. Dieser Vorteil erwies sich als entscheidend, denn bereits in der Anfangsphase konnte er sich in den vorderen Positionen festsetzen und um den Sieg kämpfen.
Genau darin liegt nun jedoch das Problem für die Weltmeisterschaft. Anders als in Les Gets kann Mathieu van der Poel dort nicht über ein vorheriges Shorttrack-Rennen seine Startposition verbessern. Stattdessen muss er aufgrund fehlender Weltranglistenpunkte deutlich weiter hinten ins Rennen gehen. Der Niederländer selbst betonte nach seinem Podestplatz in Les Gets, wie wichtig eine gute Ausgangsposition im XCO sei und dass er für die WM auch etwas Glück benötigen werde.
Auf dem engen und technisch anspruchsvollen WM-Kurs droht damit ein enormer Nachteil. Während die Spezialisten direkt an der Spitze um die besten Linien kämpfen können, wird van der Poel zunächst zahlreiche Konkurrenten überholen müssen. Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch wertvolle Kraft.
Dennoch wäre es voreilig, den 31-Jährigen abzuschreiben. Seine Leistung in Les Gets hat gezeigt, dass er das Tempo der besten XCO-Fahrer sofort mitgehen kann. Zudem gehört Mathieu van der Poel zu den wenigen Fahrern im Straßenrad-Peloton, die Rennen mit ihrer Explosivität und ihrem fahrerischen Können aus eigener Kraft komplett verändern können.
Die Ausgangslage ist deshalb klar: Van der Poel zählt wegen seines schlechten Startplatzes nicht zu den Top-Favoriten auf den Titel. Gleichzeitig wäre es angesichts seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten keine Sensation, sollte er sich dennoch bis nach vorne kämpfen. Die Chance auf das vierte Regenbogentrikot seiner Karriere lebt, auch wenn die Voraussetzungen alles andere als optimal sind.

Redakteur
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