Als die UCI-Weltrangliste am 4. August aktualisiert wurde, fand sich Enric Mas lediglich auf Rang 368 wieder. Mit 257 Punkten lag der Movistar-Kapitän weit hinter den besten Fahrern der Welt und spielte auch im Kampf um die Spitzenplätze keine Rolle. Mitte Oktober bietet sich ein völlig anderes Bild: Mit 2798 Punkten belegt der Spanier Rang 15 und gehört damit aktuell zu den 20 besten Fahrern der Welt. Sein Sprung um 353 Positionen dürfte zu den größten Aufstiegen eines Topfahrers in diesem Zeitraum zählen.
Der Grund für diese Entwicklung liegt vor allem im Spätsommer und Herbst. Bereits bei der Vuelta a Burgos deutete Enric Mas mit Rang fünf seine ansteigende Form an. Den entscheidenden Schritt machte der 31-Jährige jedoch wenig später bei der Vuelta a España. Mit seinem Gesamtsieg sammelte er einen gewaltigen Punkteblock und katapultierte sich innerhalb weniger Wochen zurück in Regionen des Rankings, die er seit längerer Zeit nicht mehr erreicht hatte. Ein weiteres Ausrufezeichen setzte der Movistar-Profi bei der Lombardei-Rundfahrt. Dort belegte er hinter dem Sieger Paul Seixas Rang zwei und verbesserte sich allein durch dieses Resultat noch einmal um sieben Plätze in der Weltrangliste.
Bemerkenswert ist dabei vor allem der Vergleich mit den übrigen Fahrern der Top 20. Dort finden sich Anfang August und Mitte Oktober weitgehend dieselben Namen wieder. Die Reihenfolge hat sich zwar verschoben, grundlegende Veränderungen gab es jedoch kaum. Während Fahrer wie Tadej Pogačar, Remco Evenepoel, Isaac Del Toro oder Jonas Vingegaard ihre Positionen an der Spitze (trotz Verletzungen) weitgehend behaupteten, arbeitete sich Enric Mas aus den Tiefen des Rankings zurück ins Rampenlicht. Kein anderer Fahrer der aktuellen Top 20 legte im betrachteten Zeitraum einen ansatzweise vergleichbaren Sprung hin.
Neben Enric Mas konnten auch einige andere Fahrer ihre Position deutlich verbessern. Besonders auffällig präsentierte sich Wout van Aert, der sich von Rang 13 auf Rang 7 verbesserte und dabei fast 1000 zusätzliche UCI-Punkte sammelte. Der Belgier profitierte ebenfalls von einer sehr guten Vuelta a Espana, bei der er zwei Etappen und das Sprinttrikot gewinnen konnte.
Auch Giulio Ciccone zählt zu den Gewinnern der vergangenen Wochen. Durch seine starken Leistungen in Kanada, bei der EM in Slowenien sowie der Lombardei-Rundfahrt machte der Italiener zwölf Plätze gut, verbesserte sich von Rang 28 auf Rang 16 und gewann über 700 Punkte hinzu. Ähnlich erfolgreich verlief der Herbst für Felix Gall, der primär durch seinen dritten Platz bei der Spanien-Rundfahrt von Rang 15 bis auf Rang 9 nach vorne rückte und damit in die Top 10 vorstieß. Einen deutlichen Sprung machte zudem Richard Carapaz. Der Ecuadorianer arbeitete sich von Rang 19 auf Rang 11 vor und sammelte mehr als 500 zusätzliche Punkte.
Während viele dieser Fahrer ihre ohnehin schon starke Ausgangsposition festigten, schrieb jedoch keiner eine vergleichbare Geschichte wie Enric Mas. Vom 368. Rang bis auf Platz 15 in gut zwei Monaten: Der Spanier ist der wohl größte Gewinner des Radsportherbstes 2026.

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