Gravel-WM in NannupKlöser verpasst Titel nur knapp, Vermeersch geschlagen

Leon Weidner

 · 11.10.2026

Gravel-WM in Nannup: Klöser verpasst Titel nur knapp, Vermeersch geschlagenFoto: Picture Alliance/Roth
Rosa Klöser hat bei der Gravel-WM in Nannup (Australien) Silber gewonnen. Sie musste sich nur der Siegerin Marianne Vos geschlagen geben

​Rosa Klöser greift in Australien nach dem Regenbogentrikot und muss sich nach einem Sturz Marianne Vos geschlagen geben. Beim Männerrennen der Gravel-WM sorgt ausgerechnet der vermeintliche Außenseiter der Spitzengruppe für die Überraschung.

​Eine Kurve hat bei der Gravel-Weltmeisterschaft im australischen Nannup gleich zwei Rennen geprägt. Im Eliterennen der Frauen kostete sie Rosa Klöser die Chance auf Gold, einen Tag später brachte sie bei den Männern den Topfavoriten zu Fall. So lief die Gravel-WM am anderen Ende der Welt für die Profis.

Gravel-WM: Klöser riskiert alles

Dabei begann das Rennen für Klöser schon mit einem Rückschlag. Nach einem Defekt musste sie der Spitze hinterherjagen und verbrauchte viel Kraft, um wieder aufzuschließen. Zu viert ging es anschließend in Richtung des letzten Anstiegs, wo die Gruppe zerfiel. Vorne blieben Klöser und Marianne Vos übrig. Dass Klöser im Sprint gegen die Niederländerin die schlechteren Karten haben würde, war klar. Also suchte sie die Entscheidung in der Abfahrt, riskierte viel und stürzte in einer Kurve. Vos konnte sie danach nicht mehr einholen, Silber war ihr dennoch sicher.

Die Siegerin hatte die Schwierigkeiten der Abfahrt kommen sehen. „In den letzten Kurven bin ich dann nach vorne gefahren, weil ich wusste, da will ich meine eigene Linie wählen”, sagte Vos. Leicht gemacht habe ihr Klöser den Sieg aber nicht: „In den Anstiegen musste ich echt tief gehen, um Rosa folgen zu können.” Den Sturz ihrer Konkurrentin bedauerte sie: „Es ist trotzdem super unglücklich, dass Rosa dann hinter mir gestürzt ist.” Für Vos ist es nach 2024 der zweite Gravel-WM-Titel und bereits das 15. Regenbogentrikot ihrer Karriere.

Dahinter erreichten Nele Laing und die Niederländerin Larissa Hartog gemeinsam das Ziel. Im Sprint fehlte Laing die Kraft, um an Hartog vorbeizuziehen, sodass sie knapp am Podium vorbei Vierte wurde.

Bak Klaris nutzt seine Chance

Auch beim Männerrennen der Gravel-WM entschied eine Vierergruppe das Rennen unter sich, allerdings ohne deutsche Beteiligung. Titelverteidiger Florian Vermeersch aus Belgien, die Dänen Magnus Bak Klaris und Mads Würtz Schmidt sowie der Brite Connor Swift kämpften um die Medaillen. In derselben Kurve, in der am Vortag Klöser zu Fall gekommen war, rutschte nun Topfavorit Würtz Schmidt weg. Er kämpfte sich zwar zurück, erreichte die Gruppe aber erst kurz vor der Ziellinie.

Davon profitierte ausgerechnet sein Landsmann. „Ich glaube, ich hatte einen ganz guten Vorteil, weil ich durch den Sturz von Mads nicht mehr vorne gefahren bin und auf ihn gewartet habe”, erklärte Bak Klaris. Als Swift den Sprint früh eröffnete, hängte sich der Däne an dessen Hinterrad und zog auf den letzten Metern vorbei. „Mein Sprint ist eigentlich nicht so gut”, gab der neue Weltmeister zu, der vor dem Finale als vermeintlich Schwächster der Gruppe galt. „Ich kann das noch gar nicht glauben, es fühlt sich einfach surreal an.” Silber ging an Vermeersch, Bronze an Swift.

Pläne für die nächsten Tage hat der frisch gebackene Weltmeister Bak Klaris jedenfalls schon: „Jetzt muss ich wohl feiern, das werde ich definitiv auch tun.”

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Leon Weidner

Leon Weidner

Redakteur

Leon Philip Weidner ist Kölner, verfolgt den Profi-Radsport intensiv und ist selbst leidenschaftlich auf dem Rennrad unterwegs. Neben langen Kilometern im Sattel des Straßenrads sitzt er auch regelmäßig auf dem Zeitfahrrad – stets mit dem nächsten Triathlon im Blick. Seine Expertise verbindet sportliche Praxis mit Szenewissen.

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