Ironman HawaiiLaura Philipp läuft bei dramatischer WM zu Silber

Kristian Bauer

 · 12.10.2026

Ironman Hawaii: Laura Philipp läuft bei dramatischer WM zu SilberFoto: Getty Images/Ezra Shaw
Laura Phillip Ironman-WM 2026
​Mehr dramatische Wendungen gab es noch bei keiner Ironman-WM: Mehrere Einbrüche prägten das Rennen. Die Deutsche Triathletin Laura Philipp konnte beim Ironman Hawaii einen sensationellen zweiten Platz erlaufen. Titelverteidigerin Solveig Løvseth brach in Führung liegend mehrfach zusammen.

​Laura Philipp hat bei der Ironman-WM auf Hawaii die Silbermedaille gewonnen. Die Heidelbergerin spielte beim abschließenden Marathon ihre Laufstärke aus und arbeitete sich nach 3,86 Kilometern Schwimmen und 180 Kilometern auf dem Rad noch bis auf Rang zwei vor. Nur die Amerikanerin Taylor Knibb war nach insgesamt 226 Kilometern schneller. Knibb gewann in 8:36:29 Stunden den Ironman Hawaii 2026. Philipp erreichte das Ziel auf dem Aliʻi Drive 3:05 Minuten später, Platz drei ging an die Schweizerin Julie Derron. Für Philipp war es nach zwei dritten Plätzen auf Hawaii die dritte WM-Medaille in Serie.

Philipp arbeitet sich beim Ironman Hawaii nach vorn

Zunächst hatte wenig auf einen Podestplatz der Deutschen hingedeutet. Philipp verlor beim Schwimmen mehr als acht Minuten auf die Spitze. Auch auf der Radstrecke musste sie lange ohne eine größere Gruppe auskommen und begann den Marathon mit rund zehn Minuten Rückstand. Während mehrere Konkurrentinnen in der Hitze der Lavafelder einbrachen, teilte sich Philipp ihre Kräfte klug ein. Nach rund 20 Laufkilometern hatte sie sich bereits auf den vierten Platz vorgeschoben. Als die Britin Lucy Charles-Barclay im berüchtigten Energy Lab entkräftet aufgeben musste, rückte Philipp weiter vor.

An der Spitze entwickelte sich unterdessen ein dramatischer Kampf um den WM-Titel. Knibb, die gemeinsam mit Charles-Barclay das Schwimmen und Radfahren geprägt hatte, bekam zunehmend Probleme und musste sich während des Marathons übergeben. Rund acht Kilometer vor dem Ziel wurde sie von Titelverteidigerin Solveig Løvseth überholt. Die Norwegerin sah bereits wie die sichere Siegerin aus, begann aber in Reichweite des letzten Kilometers plötzlich zu torkeln. Sie stürzte mehrfach, versuchte weiterzugehen und musste sich schließlich wieder auf den Boden setzen. Knibb zog vorbei und sicherte sich den Weltmeistertitel, wenig später überholte auch Philipp die entkräftete Norwegerin. Løvseth schaffte es nach einer langen Pause doch noch ins Ziel. Rund 25 Minuten nach Knibbs Triumph betrat sie lächelnd und unter großem Beifall der Zuschauer den roten Teppich. Sie belegte den achten Platz.

Bitterer Abschied vom Ironman Hawaii für Patrick Lange

Dramatische Einbrüche gab es auch beim Männerrennen. Patrick Lange erlebte einen bitteren letzten Auftritt auf Hawaii. Der dreimalige Ironman-Weltmeister musste das Rennen nach etwa 90 Kilometern auf dem Rad wegen Krämpfen und Schmerzen beenden. Er verließ die Radstrecke am Wendepunkt. Der 40-Jährige vergrub nach seinem Ausstieg das Gesicht in den Händen und weinte. 2027 will Lange nach dem Ironman in Roth seine Karriere beenden. Beim Maraton musste wenig später Sam Laidlow aussteigen. Der Däne Magnus Ditlev lag unterdessen in Führung und sah 12 Kilometer vor dem Ziel wie der Sieger aus. Doch dann torkelte er, kämpfte noch gegen die Erschöpfung und Krämpfe an und gab schließlich auf. Auch Topfavorit Kristian Blummenfelt sah eben noch wie ein Podiumskandidat aus und musste zunehmend kämpfen – er schaffte es noch auf Rang acht ins Ziel.

Den Titel bei den Männern gewann überraschend der Franzose Vincent Luis. Der 37-Jährige setzte sich bei seiner erst dritten Langdistanz in 7:47:27 Stunden vor dem Norweger Gustav Iden und dem Amerikaner Matthew Marquardt durch. Der deutsche Hawaii-Debütant Jonas Schomburg wurde nach einem offensiven Rennen Siebter.

Für das Bild des Tages sorgte Patrick Lange nach seinem Ausstieg: er zog sich ein Helfershirt über und verteilte an einem Verpflegungsstand Wasser an die Teilnehmer. Besser könnte man die Liebe zur Triathlon-Community nicht zeigen - eine Geste die ihm viel Sympathie eingebracht hat.

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Kristian Bauer

Kristian Bauer

Redakteur

Kristian Bauer ist gebürtiger Münchner und liebt Ausdauersport – besonders wenn es in die Berge geht. Er ist ein Fan der Tour de France und bevorzugt solide Rennradtechnik. Er führt für TOUR Interviews, berichtet von Events im Hobbyradsport und schreibt Artikel über die Fahrradbranche sowie Trends im Rennradsport.

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