Überarbeitete Rennrad-SchaltungFeintuning für die SRAM Force AXS

Jens Klötzer

 · 01.03.2023

SRAM Force 2023
Foto: PappPictures / Wolfgang Papp
SRAM Force 2023 in Bildern

Der amerikanische Komponentenanbieter SRAM bringt eine Nachfolgerin der elektronischen Schaltung SRAM Force AXS auf den Markt. Das Ensemble wurde in optischen und technischen Details überarbeitet, TOUR konnte die neue Rennrad-Gruppe bereits einem ersten Fahrtest unterziehen.

Bei der Neuauflage der SRAM Force AXS Rennrad-Schaltung handelt es sich nicht um eine komplette Neuentwicklung, sondern eher um ein umfangreiches Facelift für 2023. Die bekannte AXS-Plattform mit Motoren, abnehmbaren Einzelakkus und Funk-Übertragungsprotokoll bleibt erhalten, dadurch ist das Zwölffach-Getriebe weiterhin auch mit anderen Komponenten aus der SRAM AXS-Umgebung kompatibel. Auch die SRAM Force-Scheibenbremsen blieben weitestgehend unangetastet. Den Bauteilen wurde für 2023 ein neuer Look verpasst, besonders auffällig sind die in Regenbogenfarben schimmernden Decals auf den Rennrad-Komponenten.

Neues Kettenblatt für die SRAM Force AXS 2023

Beim technischen Update der Force konzentrierten sich die Amerikaner vor allem auf die bekannten Schwächen der Gruppe. Kritikwürdig war bei der ersten SRAM Force AXS, eingeführt 2019, vor allem das Schaltverhalten des vorderen Umwerfers, der immer wieder für Kettenabwürfe sorgte. Zwar entschärfte SRAM das Problem kurz nach der Einführung mit einem etwas breiteren Umwerferkäfig und einem speziellen Tool für die Einstellung, dennoch lag der Punkt bei den Entwicklern der neuen Rennrad-Schaltgruppe besonders im Fokus. Abhilfe schafft nun eine aus einem Stück gefertigte Kettenblattkombination, wie sie ähnlich bereits bei der Top-Gruppe Red verwendet wird.

Der Kurbelstern mit integrierten Kettenblättern verbessert das Schaltverhalten und spart Gewicht. Auch der Sensor für die Leistungsmessung ist in der Sram Force AXS fest verklebt; Für Einfach-Antriebe gibt es einen Powermeter in der KurbelachseFoto: PappPictures / Wolfgang Papp
Der Kurbelstern mit integrierten Kettenblättern verbessert das Schaltverhalten und spart Gewicht. Auch der Sensor für die Leistungsmessung ist in der Sram Force AXS fest verklebt; Für Einfach-Antriebe gibt es einen Powermeter in der Kurbelachse

Verbessertes Schaltverhalten vorne bei der SRAM Force AXS

Die Kettenblätter sind seitensteifer, neu designte Steighilfen verbessern das Schaltverhalten zusätzlich. Im Fahrtest der neuen SRAM Force AXS zeigt sich das Schaltverhalten tatsächlich auf höherem Level, die Kette wechselt schneller und präziser, kein Unterschied mehr zur Top-Rennrad-Gruppe SRAM Red. Nachteil der Konstruktion: Ist ein Kettenblatt verschlissen, muss die gesamte Kombination ausgetauscht werden. Besonders bitter ist das bei der Version mit Powermeter, bei der auch die Hardware in die Doppel-Kettenblätter integriert ist – SRAM bietet hierfür immerhin ein Austauschprogramm, was die Kosten etwas senkt. Ein positiver Nebeneffekt ist dagegen das Gewicht: Ein Großteil der etwa 100 Gramm Gewichtseinsparung der neuen SRAM Force kommen von der schlankeren Kurbel und den neuen Kettenblättern.

Ergonomie als zweite Baustelle

Ein weiterer spürbarer Unterschied bei der neuen SRAM Force AXS sind die Griffe, deren Design nun dem der schlanken SRAM Rival-Griffkörper entspricht. Vor allem für kleine Hände ist die neue Ergonomie angenehmer; auch der neu designte Schaltknopf lässt sich etwas leichter erreichen. Die Bremshebel ist etwas ausgeprägter, sodass die Finger sofort den richtigen Platz finden. Die Bremshebel sind bei der Force Rennrad-Schaltung aus Carbon, bei der günstigeren Rival-Gruppe sind sie aus Alu.

Die Griffkörper sind schlanker geworden und vor allem für kleine Hände besser zu greifen. Die Schalttaster wurden dafür etwas größer und lassen sich nun besser erreichenFoto: PappPictures / Wolfgang Papp
Die Griffkörper sind schlanker geworden und vor allem für kleine Hände besser zu greifen. Die Schalttaster wurden dafür etwas größer und lassen sich nun besser erreichen

Dafür müssen die neuen Hebel auf Anschlüsse für die verkabelten Zusatz-Schaltknöpfe namens „Blips“ verzichten. Kombinieren lässt sich die SRAM Force AXS nun nur noch mit den kabellosen Zusatzschaltern, bis zu sechs Stück lassen sich mit Hilfe der SRAM AXS App integrieren. Sie werden mit einem Akku betrieben, ist der aufgebraucht, müssen die Schalter ausgewechselt werden (Kosten: rund 100 Euro).

Die Zusatzschalter namens “Blips” sind kabellos und können beliebig am Lenker platziert werdenFoto: PappPictures / Wolfgang Papp
Die Zusatzschalter namens “Blips” sind kabellos und können beliebig am Lenker platziert werden

Optionen und Preise der neuen SRAM Force AXS für 2023

Es sind wie bisher etliche verschiedene Setups erhältlich, die vom Straßen-Rennrad bis zum Gravelbike alles abdecken. Die Force-Schaltgruppe lässt sich mit Einfach- oder Zweifach-Kurbel fahren, speziell für Gravelbikes gibt es eine „Wide“-Option bei Umwerfer und Kurbel, die Reifenbreiten bis 45 Millimeter mit zwei Kettenblättern ermöglicht. Das Straßenschaltwerk schafft bis zu 36 Zähne; mit dem Schaltwerk für Einfach-Antriebe sind bis zu 44 Zähne möglich. Die Preise für die neue SRAM Force AXS Schaltgruppe starten bei 1715 Euro für einen 1x12-Antrieb ohne Powermeter, für 2x12 Gänge mit integrierter Leistungsmessung sind dann 2515 Euro fällig.