Neuer Schwalbe Marathon Pro Reifen im TestPerfekt für Gravel-Tour und Allroad?

Adrian Kaether

 · 22.08.2026

In Schräglage vermittelt der neue Performance Touring Reifen viel Vertrauen und kann auch auf leichtem Schotter noch punkten.
Foto: Georg Grieshaber

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Schwalbe verpasst dem Tourenklassiker Marathon eine Performance-Kur: Aber machen Rennrad-Gummimischung und Tubeless-Technik den Reifen auch für Allroad-Renner und kilometerfressende Schotter-Biker interessant? Hier kommt der Kurz-Test.

Themen in diesem Artikel

Tour-Fazit: Komfortabel und schnell, wenn er den zum Rad passt

Schwalbes High-End Tourenreifen kann auch am Gravel- oder Allroad-Bike eine Empfehlung sein. In der Praxis und beim Rollen überzeugt der Reifen gerade tubeless absolut und ist eine Empfehlung für Räder die effizient und komfortabel auf wechselnden Untergründen rollen sollen. Mindestens 40 Millimeter setzen aber eine gewisse Reifenfreiheit im Rahmen voraus, der Preis ist amtlich. - Adrian Kaether, Redakteur Test & Technik

Ein Klassiker erfindet sich neu

Kein Name steht so sehr für Zuverlässigkeit auf Trekking- und Tour wie der Schwalbe Marathon. Seit Jahrzehnten vertrauen Radreisende, Alltagspendler und Langstreckenfahrer weltweit auf die robusten Schwalbe Decken. Jetzt schraubt der Traditionshersteller an seinem Flaggschiff und präsentiert eine Neuauflage: Der neue Schwalbe Marathon Almotion soll die Referenz im Trekking- und Tourensegment setzen. Und mit der PRO-Variante wagt Schwalbe erstmals den Schritt in Richtung Tubeless-Technologie für Tourenreifen. Wir konnten den Marathon Almotion Pro bereits ausgiebig testen.

Komplett neues Profil: Ruhiger Lauf trifft griffige Außenblöcke

Das auffälligste Merkmal des neuen Marathon Almotion ist sein neues Profil. Im Zentrum steht ein geschlossener Mittelsteg mit pfeilförmigem Muster, der auf befestigten Straßen und befestigten Wegen für einen leisen, ruhigen Lauf und eine hohe Abriebfestigkeit sorgt. Das Prinzip ist bewährt: Ein durchgehender Mittelsteg reduziert den Rollwiderstand, minimiert Vibrationen und erhöht die Laufleistung des Reifens spürbar.

Doch Schwalbe belässt es nicht dabei. Griffige, diamantierte Außenblöcke an den Flanken wie beim neueren Efficiency sollen bei Nässe und auf lockerem Untergrund für Sicherheit sorgen. Das macht den Almotion interessant für all jene, die nicht nur auf Asphalt unterwegs sind, sondern auch mal einen Feldweg oder leichten Schotter nicht scheuen.

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Marathon Almotion Pro: Tubeless, leicht und schnell – ein Novum für Tourenreifen

Technisch besonders spannend ist die Pro-Version des Marathon Almotion. Der kommt mit Schwalbes schnellster Gummimischung Addix Race, die Schwalbe direkt von den hochwertigen Rennreifen aus der One Serie entlehnt hat. Damit soll der Almotion Pro schneller rollen, als alle Tourenreifen zuvor.

Als erster Tourenreifen überhaupt ist der Pro außerdem tubelessfähig. Dadurch rollt der Reifen mehrere Watt schneller und ist auch etwas leichter als mit einem klassischen Schlauch. Außerdem steigt der Pannenschutz, weil die Dichtmilch kleine Stiche und Schnitte in der Lauffläche selbstständig abdichtet. Der Nachteil ist der etwas erhöhte Wartungsaufwand, weil ab und zu Dichtmilch nachgefüllt werden muss. Etwa einmal pro Halbjahr ist die Regel. Trotzdem: Die Tubelessfähigkeit allein macht den Almotion Pro schon zu einem echten Meilenstein. Bisher gab’s das nur bei Performance-orientierten Mountainbike, Gravel- und Rennradreifen.

Marathon Almotion Pro im Überblick:

  • Tubeless-ready: Geringerer Rollwiderstand und höherer Pannenschutz
  • V-Guard Pannenschutz: Schwalbes bewährter leichter Pannenschutzgürtel schützt zuverlässig gegen Durchstiche
  • Gewicht: 530 Gramm in 40 mm Breite (TOUR Messung)
  • Breite: Exakt 40 Millimeter auf 25er DT Swiss Felge (TOUR Messung)
  • Verfügbare Breiten: 40, 45, 50, 55 Millimeter
  • Preis: 80 Euro UVP (Pro Version) >> hier erhältlich

Marathon Plus und Almotion: Günstiger und mit ultimativem Pannenschutz

Wer noch mehr Pannenschutz will, kann natürlich weiterhin zu einer ebenfalls verfügbaren Plus-Version mit der üblichen 3 Millimeter starken Pannenschutzeinlage auf der gesamten Lauffläche greifen. Dann steigt allerdings das Gewicht deutlich an. Aus unseren Tests wissen wir auch, dass bei den ultra pannensicheren Plus-Reifen oft der Abrollkomfort deutlich leidet. Dieses Nachteils muss man sich bewusst sein.

Außerdem gibt’s den Marathon Almotion auch ohne Pro. Dann ist die Gummimischung etwas einfacher und der Reifen hat einen noch höheren Recycling-Anteil. Wie beim Pro dürfte auch beim Almotion der Pannenschutz für die meisten Anwendungen gut ausreichen. Beide Reifen, Plus und Almotion, sind nicht tubelessfähig, kosten dafür aber nur rund die Hälfte vom Almotion Pro.

​Modellüberblick

ModellPreisTubelessfähigPannenschutzBesonderheiten
Marathon Almotion Proca. 80 € >> hier erhältlich✅ JaV-GuardLeicht, schnell rollend
Marathon Almotionca. 40 € >> hier erhältlich❌ NeinV-GuardHoher Recycling-Anteil
Marathon Plusab ca. 45 € >> hier erhältlich❌ NeinMarathon PlusMaximaler Pannenschutz

Der Marathon Almotion Pro ist zum Testzeitpunkt im gut sortierten Fahrradfachhandel sowie online erhältlich. Der UVP von knapp 80 Euro ist für einen Premium-Tourenreifen zwar ambitioniert – aber angesichts der gebotenen Technologie nachvollziehbar

Praxistest: So fährt sich der Marathon Almotion Pro

Wir haben den Schwalbe Marathon Almotion Pro in 40 mm tubeless über mehrere Wochen auf verschiedenen Untergründen getestet – von asphaltierten Radwegen über feuchte Forstwege bis hin zu leichtem Schotter.

Rollverhalten und Geschwindigkeit

Das erste, was auffällt: Der Almotion Pro rollt für einen Tourenreifen außergewöhnlich schnell - eher wie ein schneller Gravel-Reifen. Der Unterschied zu herkömmlichen Marathon-Reifen ist spürbar, was vor allem am besseren Walkverhalten und der geringeren rotierenden Masse dank tubeless liegen dürfte. Auf flachen Abschnitten und längeren Ausfahrten macht sich der geringe Rollwiderstand besonders positiv bemerkbar. Gerade wer bisher mit einem schwereren Touring-Reifen wie dem Marathon Plus unterwegs war, wird den Unterschied deutlich merken.

Handling und Grip

Der Reifen rollt wegen des fast durchgängigen Mittelstegs fast so leise wie ein Slick. In Schräglage und auf losem Untergrund zeigt der neue Almotion Pro seine Stärke: Die Außenblöcke greifen auch bei leichtem Asphalt und auf Schotter zuverlässig.

Der Reifen vermittelt beim Einlenken außerdem richtig viel Vertrauen. Man traut sich auch mit viel Schwung und hoher Schräglage in Kurven zu gehen. Das hatten wir bei einem Touren-Reifen so nicht erwartet. Möglich, dass dafür auch die Form des Reifens eine Rolle spielt. Der Querschnitt des Marathon Almotion Pro ist vergleichsweise eckig mit flacherer Mitte. So greifen die griffigen Schulterstollen schon früh ein. Trotz des Profilunterschieds von Mitte zu Flanke fühlt sich der Reifen beim Lenken nie undefiniert oder unrund an.

Auch bei regnerischen Ausfahrten gab es keine unangenehmen Überraschungen. Auf nassen Steinen oder kleinen Wurzeln kommt der Marathon Almotion Pro aber spürbar ans Limit. Hier können grobere Profile mehr Punkten. Wer tubeless fährt, kann aber über einen niedrigen Luftdruck aber viel Traktion und Komfort auch im Gelände herausholen, ohne Plattfüße bei Durchschlägen zu riskieren.

Pannenschutz

Trotz mehrerer Testfahrten auf schottrigen und teilweise steinigen Abschnitten: Keine einzige Panne. Alles andere wäre für einen Tourenreifen auch ein Faux-Pas. Der V-Guard erweist sich aber als zuverlässige Schutzschicht. Im Tubeless-Betrieb mit Dichtmilch dürften kleine Einschnitte und Stiche ohnehin unbemerkt bleiben. Regelmäßig nachpumpen muss man bei Tubeless natürlich. Nach einer Woche Standzeit sank der Druck aber nur von drei auf zwei Bar. Das ist für einen noch recht neuen Tubelessreifen durchaus gelungen.

Zwischen Allroad und Gravel

530 Gramm in 40 mm – dieser Wert macht den Marathon Almotion Pro nicht nur für Trekkingräder interessant. Das Gewicht und die Dimension machen ihn faktisch auch als Tourenreifen am Gravel- oder Allroadbike attraktiv, wo Robustheit und Alltagstauglichkeit gefragt sind. Faktisch sortiert sich der Reifen vom Rollwiderstand und Einsatzbereich nah am Pro One Allroad mit Minimal-Profil und Allround-Gravel-Reifen wie dem G-One Allround ein. Durch den durchgängigen Mittelsteg dürfte der Marathon Almotion Pro etwas länger halten als klassische Gravel-Pneus und auch leichter abrollen, ist mit dem zusätzlichen Pannenschutz aber etwas schwerer als schnelle Gravel-Reifen. Größter Nachteil: Den Almotion Pro gibt’s nicht in Breiten unter 40 Millimeter. Dadurch kommt er nur für komfortable Allroad-Renner mit entsprechender Reifenfreiheit in Frage.

Der Marathon Almotion Pro im Überblick

Stärken

  • Geringer Rollwiderstand und leiser Lauf
  • Sehr hohes Vertrauen, gerade auch beim Einlenken und in Schräglage
  • Performance-Boost dank Tubeless

Schwächen

  • sehr hoher Preis für einen Tourenreifen

Getestet: Schwalbe Marathon Almotion Pro, 40 mm | Getestet am: Trekkingrad / Gravelbike

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Adrian Kaether fährt am liebsten Mountainbikes auf rumpeligen Enduro-Strecken. Der Tech-Experte und Bike-Tester kennt sich aus mit Newtonmeter und Wattstunde, High- und Lowspeed-Dämpfung. Als Testleiter bei MYBIKE schaut Adrian auch gerne über den Tellerrand und testet Cargo-Bike und Tiefeinsteiger ebenso, wie die neuesten (E-)MTBs.  

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