Drei Tage Pop-up-Ausstellung, Filmpremiere, Live-Podcast und gemeinsame Rides im Herzen Berlins: Mit dem „Museum of Cycling“ feierte Gonso im Mai sein 100-jähriges Bestehen und verwandelte die Torstraße 66 in eine Hommage an die Radsportkultur. Im Rahmen der dreitägigen Pop-up-Galerie begaben sich die Gäste auf eine Reise durch ein Jahrhundert bewegter Markengeschichte. Von den Anfängen in den 1920er-Jahren über die Entwicklung der ersten Radhose mit synthetischem Sitzpolster bis hin zum heutigen umfangreichen Sortiment funktionaler Radsportbekleidung für alle Anforderungen und Disziplinen. Die Ausstellung zeigte dabei nicht nur Olympiasiege und Weltmeistertitel, sondern beleuchtete auch den kulturellen Wandel des Radsports und seine Bedeutung weit über den Sport hinaus.
Den Auftakt bildete am Freitagabend das offizielle Opening. Dafür reiste die Crew des Podcasts “Besenwagen” nach Berlin und sprach über die Geschichte von Gonso, persönliche Erinnerungen und den Einfluss der Marke auf den internationalen Radsport. Am Samstagmorgen versammelten sich bei bestem Wetter rund 30 Radbegeisterte an der Location, um gemeinsam eine der schönsten Berliner Lokalrunden in Richtung Wannsee und zurück zu fahren. Im Anschluss warteten Kaffee und Kuchen auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Ein besonderer Blickfang der Ausstellung war ein originales BDR-Trikot aus den 1990er-Jahren, das über die gesamten drei Tage hinweg in einem Eisblock eingefroren präsentiert wurde.
Gegründet wurde das Unternehmen 1926 von Johannes Gonser als Textilfabrik für Damenwäsche, Strümpfe und Nachthemden. In der Folge stellte das Unternehmen auch Funktionsbekleidung wie Trainingsanzüge und Langlaufbekleidung her. Der Markenname Gonso ist ein Akronym aus den Anfangsbuchstaben des Nachnamens (Gonser) und des damaligen Firmensitzes (Onstmettingen, heute ein Stadtteil von Albstadt). Heute befindet sich das Unternehmen in Köngen. Die Spezialisierung auf Radbekleidung erfolgte erst Anfang der 1980er-Jahre, ausgelöst durch eine gesundheitliche Einschränkung des Firmenchefs.
Hans Gonser, Enkel des Firmengründers, litt 1979 unter starker Arthrose. Der Radsportler musste seine Trainingseinheiten auf dem Trimmrad absolvieren. Die langen Einheiten führten zu Blessuren, die das Fahren erschwerten. Gonser ließ sich von seinem Entwicklerteam ein Sitzpolster aus Rehleder in die Radhose einnähen. Gleichzeitig stellte er fest, dass Radprofis zwar von Sponsoren ausgestattet wurden, es aber keine Radkollektion für Freizeitradsportler gab.
Die Zusammenarbeit mit der Firma Bayer brachte 1980 den Durchbruch. Gonso fertigte die erste Kollektion funktioneller Fahrradbekleidung in Deutschland und bot die erste Radhose mit synthetischem Sitzpolster an. Das Unternehmen konzentrierte sich seitdem auf funktionelle Radsportbekleidung.
Gonso entwickelt seine Sitzpolster selbst und lässt sie eigens anfertigen. Hauseigene Schnittdirektricen entwerfen jeden einzelnen Schnitt für alle Radhosenmodelle. Die Radhosenlinie Sitivo berücksichtigt verschiedene Gesäß-Druckpunkte je nach Einsatzbereich. Das Unternehmen analysiert Körperformen und Trageverhalten der Kunden für die Abstimmung von Material, Passform, Funktion und Design.
Die ergonomische Schnittführung umfasst 40 verschiedene Männer- und Damengrößen sowie mehrere Kurz- und Langgrößen. Das Größensystem soll gewährleisten, dass die Bekleidung bei allen Körperformen nicht zwickt, reibt oder drückt.
Das Produktsortiment umfasst Radhosen, Radjacken, Radtrikots, Funktionsunterwäsche und Regenbekleidung. Die Kollektion deckt die Bedürfnisse von Rad-Pendlern, Rad-Touring, Mountainbike und Rennrad ab. Accessoires wie Überschuhe, Helmmützen, Arm- und Beinlinge ergänzen das Angebot. Die Gonso-Sitzcreme gehört ebenfalls zum Sortiment.
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