​Total überflüssig3 Dinge, die du beim Graveln nicht brauchst – oder doch?

Sandra Schuberth

 · 30.04.2026

​Total überflüssig: 3 Dinge, die du beim Graveln nicht brauchst – oder doch?Foto: Wolfgang Papp

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Mal ehrlich: Die Gravel-Szene hat in den letzten Jahren eine beeindruckende Menge an Produkten hervorgebracht, die behaupten, unverzichtbar zu sein. Spoiler: Sind sie nicht. Oder etwa doch? Wir nehmen drei Kandidaten unter die Lupe, bei denen sich die Geister scheiden.

Themen in diesem Artikel

1. Elektronische Luftpumpe

Cycplus, Fumpa, Rockbros – die kleinen Akku-Pumpen sehen aus wie Gadgets aus einem Raumschiff und wiegen nur etwas mehr als ein Müsliriegel. Trotzdem: Eine klassische Mini-Pumpe kostet weniger, funktioniert seit 40 Jahren zuverlässig, braucht keinen Akku und gibt nicht bei Kälte den Geist auf. Technisch gesehen ist das Ding unnötig.

Aber: Es gibt schon einen Grund, warum man die Dinger plötzlich überall sieht. Auf Knopfdruck den Reifen wieder fahrbereit haben, ohne sich nach dem fünften Platten in den Wahnsinn zu pumpen – das ist ein echter Komfortgewinn. Ja, sie klingen wie eine wütende Drohne. Ja, du erntest schräge Blicke. Aber wenn du nach 80 Kilometern, drei Anstiegen und einem Platten neben dem Bike kniest, willst du nicht noch zehn Minuten Armkraft investieren. Du willst weiterfahren. Genau das liefert das Ding.

2. Drehmomentschlüssel

Ein Drehmomentschlüssel gehört in die Werkstatt, nicht in die Satteltasche. Wer unterwegs seine Vorbau-Schrauben mit präzise 5 Nm nachzieht, nimmt den Sport vielleicht ein kleines bisschen zu ernst. Auf Tour reicht "handfest plus Gefühl" seit Jahrzehnten.

Oder doch nicht so überflüssig? Sobald dein Rad größtenteils aus Carbon besteht – Lenker, Sattelstütze, Cockpit –, wird "Gefühl" zum Risiko. Ein überdrehtes Carbon-Bauteil kracht nicht sofort, aber es merkt sich das. Und wenn du nach einem Transport oder einem leichten Sturz auf Tour was nachziehen musst, willst du keinen 3.000-Euro-Lenker schrotten. Es gibt auch gute Mini-Drehmomentschlüssel für unterwegs. Für Carbon-Fahrer auf Bikepacking-Touren: Lebensversicherung. Für Alu-Gravelbikes und Feierabendrunden: zu Hause lassen.

3. Trinkweste

Trinkwesten kommen aus dem Trailrunning und haben es in den letzten Jahren in die Gravel-Szene geschafft. Preis: 150 bis 250 Euro.

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Funktion: Flüssigkeit am Oberkörper statt am Rahmen. Nötig? Eher nicht. Dein Gravelbike hat zwei Flaschenhalter, vielleicht sogar drei. Oder doch sinnvoll? Eine Trinkweste bietet zusätzliches Wasser – du musst seltener anhalten und bist auch bei schwieriger Versorgungslage auf der sicheren Seite. Dazu kommt ein unterschätzter Vorteil: Auf ruppigem Gelände trinkst du über den Schlauch deutlich entspannter, als wenn du minutenlang einhändig am Lenker balancierst und dabei versuchst, die Flasche wieder in den Halter zu manövrieren. Bei ultralangen Bikepacking-Rennen wie Badlands oder Seven Serpents, wo du teils vier Liter durch die Wüste schleppst und Wasserquellen unzuverlässig sind, wird die Weste zum echten Werkzeug. Für Feierabend-Gravel: Kostümpartie.

Sandra Schuberth

Sandra Schuberth

Redakteurin

Sandra Schuberth, mal Feierabendrunde, mal Trainingsride, mal unsupported Bikepacking-Challenge. Hauptsache sie und ihr Gravelbike – abseits vom Verkehr. Seven Serpents, Badlands oder Bright Midnight: Sie hat anspruchsvolle Bikepacking-Rennen gefinisht. Gravel und Bikepacking sind ihre Herzensthemen, ihr Anspruch an Equipment ist hoch. Was sie fährt, nutzt und empfiehlt, muss draußen bestehen: nicht im Marketing, sondern im echten Leben.

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