MyWhoosh und Favero Electronics gehen eine technische und kommunikative Partnerschaft ein. Ziel ist es, die Genauigkeit, Konsistenz und Überprüfbarkeit von Leistungsdaten bei Rennen des MyWhoosh Sunday Race Club zu erhöhen.
Ab 4. Oktober 2026 sollen Fahrer der Category 1 sowie ausgewählte Category-2-Teilnehmer ihre Leistung mit Favero Assioma PRO RS-2 oder PRO RL-2 Pedalen als primärer Leistungsquelle an MyWhoosh übertragen. Die über die Pedale gemessene Leistung steuert dann direkt die Geschwindigkeit des Avatars im Spiel und dient als offizielle Grundlage für die Rennergebnisse.
Bislang lieferten in vielen Setups Smarttrainer die primären Leistungsdaten, während ein zusätzlicher Powermeter vor allem zur Kontrolle genutzt wurde. Dieses Verhältnis wird nun umgedreht: Der Smarttrainer bleibt für Widerstand und Steigungssimulation zuständig, seine Leistungswerte entscheiden für die betroffenen Fahrer jedoch nicht mehr über die Platzierung.
Stattdessen wird die Leistung direkt über die Favero-Pedale erfasst, in den MyWhoosh-Rennsystemen dokumentiert und für die nachträgliche Verifikation herangezogen. Damit soll die Datenquelle für Veranstalter und Kontrollteams transparenter werden.
„Dies ist ein wichtiger nächster Schritt, um die Standards hinter professionellem Radsport-E-Sport zu stärken“, sagt Matt Smithson, Director of Esports & Game Operations bei MyWhoosh.
Favero gibt an, die Assioma PRO Pedale seien eine besonders präzise Lösung für leistungsorientierte Radsportler. Der Hersteller gibt eine Messgenauigkeit von ±1 Prozent an. Das IAV Power System berücksichtigt dabei Schwankungen der Winkelgeschwindigkeit während jeder Kurbelumdrehung. Gerade bei hohen Trittfrequenzen, Sprints und wechselnden Belastungen, wie sie im virtuellen Rennsport häufig vorkommen, soll das eine konsistente Leistungsmessung ermöglichen.
Für den Sunday Race Club sind zwei beidseitig messende Modelle zugelassen:
| Assioma PRO RS-2 | Shimano SPD-SL | 699 Euro |
| Assioma PRO RL-2 | Look Keo | 699 Euro |
Die Pedale übertragen Daten per ANT+ sowie Bluetooth und erfassen neben Leistung und Trittfrequenz unter anderem Links-rechts-Balance, Pedal Smoothness und Torque Effectiveness.
Im Oktober wollen MyWhoosh und Favero die neue Verbindung unter realen Rennbedingungen testen. Dabei soll geprüft werden, wie die Leistungsdaten in die internen Systeme für Reporting und Verifikation integriert werden. Außerdem stehen mögliche Probleme bei Firmware, Verbindung oder Konfiguration im Fokus. Die bestehenden Kontrollmechanismen von MyWhoosh sollen während dieser Phase unverändert weiterlaufen.
„Assioma PRO wurde entwickelt, um präzise, konsistente und zuverlässige Leistungsdaten unter realen Fahrbedingungen zu liefern“, erklärt Erika Martinazzo, Head of Marketing bei Favero Electronics. Die direkte Zusammenarbeit mit MyWhoosh solle den besonderen technischen Anforderungen hochklassiger virtueller Rennen Rechnung tragen.
Der nächste Schritt folgt laut MyWhoosh voraussichtlich zwischen Ende Oktober und Anfang November 2026: Dann soll der spezielle MyWhoosh eSports Race Mode für Favero Assioma PRO eingeführt werden.
Die Funktion wird über ein Firmware-Update sowie ein Update der Favero-Assioma-App aktiviert. Ist der Modus eingeschaltet, übermitteln die Pedale zusätzliche Informationen an MyWhoosh, darunter die eingestellte Kurbellänge und den Power Scale Factor. Dadurch entsteht laut den Partnern eine besser nachvollziehbare Datenbasis für die Rennkontrolle.
Außerhalb des MyWhoosh Sunday Race Club bleibt die Übertragung dieser zusätzlichen Daten optional. Betroffene Fahrer müssen den Modus jedoch aktivieren, um weiterhin preisgeldberechtigt zu sein.
Die Vorgabe gilt ab dem 4. Oktober 2026 für:
Allen übrigen Teilnehmern empfiehlt MyWhoosh ebenfalls die Nutzung der Assioma PRO Pedale, verpflichtet sie aber nicht dazu.
Fahrer ohne konformes Pedalsystem dürfen weiterhin starten. Preisgeld können sie ab dem Stichtag allerdings erst erhalten, wenn sie die vorgeschriebene Hardware einsetzen. Nach dem Start des eSports Race Mode müssen zudem Firmware und App aktualisiert sowie die neue Funktion aktiviert werden.
Mit der Umstellung setzt MyWhoosh auf einen einheitlicheren Standard für die entscheidenden Leistungsdaten. Ob sich das System im Rennalltag bewährt und wie viele Fahrer auf die vergleichsweise teuren Pedale umrüsten, dürfte sich bereits in der Testphase im Oktober zeigen.

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