Lachlan Morton hat wieder ein kreatives Projekt abgeschlossen: Eine Radfahrt auf einer historischen Postreiter-Route quer durch die USA. Seine Fahrt führte durch Missouri, Kansas, Nebraska, Colorado, Wyoming, Utah, Nevada und Kalifornien auf wechselndem Untergrund. Nebenbei hat er die überlieferte Zeit der schnellen Postreiter überboten. Die ursprünglichen Pony-Express-Reiter stellten ihren Rekord 1861 auf. Sie transportierten Abraham Lincolns Antrittsrede in sieben Tagen und 17 Stunden von Missouri nach Kalifornien. Die Reiter wechselten alle 16 Kilometer das Pferd, und alle 120 bis 160 Kilometer wurde ein neuer Reiter losgeschickt. Insgesamt nutzten sie etwa 197 Pferde für die Strecke.
Morton startete am 5. Oktober in St. Joseph, Missouri. Er trug Briefe von Bürgern mit sich und übergab sie an verschiedenen Stationen entlang der Route. Die historische Postroute existierte nur 18 Monate lang, von 1860 bis Oktober 1861. Die transkontinentale Telegrafenleitung ersetzte den Pony-Express nach dieser kurzen Betriebszeit.
Morton nutzte drei verschiedene Räder für die unterschiedlichen Streckenabschnitte: ein Rennrad, ein Gravelbike und ein Mountainbike. Er fuhr das Cannondale TopStone für Schotterpisten, das SuperSix für asphaltierte Abschnitte und das Scalpel für bergiges Gelände. Die Strategie orientierte sich an den ursprünglichen Pony-Express-Reitern, die Vollblüter in den Ebenen, Pintos im mittleren Abschnitt und amerikanische Mustangs in der Sierra Nevada einsetzten.
Sein Bruder Gus folgte ihm mit einem Truck. Das Begleitfahrzeug transportierte die Räder, Ausrüstung und Verpflegung. Gus filmte außerdem die Fahrt für eine Dokumentation und versorgte Lachlan Morton mit Nahrung und Getränken.
Die Route führte durch sehr abgelegene Gebiete. Besonders der Abschnitt in Nevada zwischen Salt Lake City und Carson City stellte Lachlan Morton vor Herausforderungen. Er beschrieb diese Passage als die schwierigste, weil sie extrem abgelegen und exponiert ist. In diesem Bereich musste er lange Strecken allein bewältigen.
Der letzte Tag wurde zum härtesten Abschnitt der gesamten Fahrt. Morton startete an der Middlegate Station in Nevada und musste die Sierra Nevada überqueren. Er wechselte auf das Mountainbike Cannondale Scalpel, um das raue Berggelände zu bewältigen. Ein tropischer Sturm vom Pazifik näherte sich, was zusätzlichen Zeitdruck erzeugte.
Die Strecke begann in der Wüste Nevadas mit sandigen Pisten. Diese gingen später in die alpinen Straßen der Sierra Nevada über. Nach Tagen voller verschwundener Trails und tiefem Sand überraschte ihn das Terrain in den Bergen positiv. Die Route führte am Lake Tahoe vorbei auf einen Schotterweg, der hoch über einem Tal entlang eines Kamms verlief.
Lachlan Morton beschrieb einen Trail als einen der fünf besten, die er je gefahren ist. Er hatte mit Buschwerk gerechnet, fand aber einen gut gepflegten Weg vor. An diesem Tag erlebte er innerhalb weniger Stunden nahezu jede vorstellbare Geländeart: sandige Wüstenpisten am Morgen, alpine Straßen um den Lake Tahoe, Schotter hoch über dem Tal und Trails durch die Berge.
Auf dem Highway 50 wartete noch ein letzter Schotterabschnitt, bevor er die finale Etappe nach Sacramento antreten konnte. Die Route führte durch Placerville und weiter nach Folsom. Von dort folgte er dem American River Bike Trail entlang des Flusses nach Sacramento, genau wie die ursprünglichen Pony-Express-Reiter vor mehr als 160 Jahren.
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Lachlan Morton und sein Team trafen unterwegs auf zahlreiche Einwohner der kleinen Städte entlang der Strecke. Morton und sein Team stellten den Menschen einfache Fragen: Was macht dich glücklich? Was ist großartig an deiner Stadt? Einige Antworten flossen in die Briefe ein, die Morton von Ort zu Ort transportierte. Die Begegnungen an Tankstellen, lokalen Cafés und abgelegenen Kreuzungen prägten seine Wahrnehmung der Route.
Die Pony-Express-Route wurde 1860 mit dem Versprechen gegründet, Post in zehn Tagen oder weniger durch den Westen zu befördern. Die 3.164 Kilometer lange Strecke durchquerte acht Bundesstaaten. Die jungen Reiter galoppierten Tag und Nacht durch die Prärie, unabhängig von Wetter oder Gefahr. Morton kämpfte gegen starke Gegenwinde in Wyoming, steckte in Schlamm und Gestrüpp in den Bergen Nevadas fest.
Lachlan Morton ist bekannt für seine medienwirksamen Abenteuer-Projekte. Er fuhr die gesamte Tour-de-France-Route, inklusive Transfers, schneller als das Profi-Peloton. Er stellte die schnellste Zeit für die Tour Divide auf, eine anspruchsvolle Bikepacking-Strecke von Banff in Alberta nach Antelope Wells in New Mexico. Zuletzt brach er den Rekord für die Umrundung Australiens mit dem Rad.
Die Faszination für die Pony-Express-Route entstand durch die Geschichte. Morton wollte verstehen, was es bedeutete, als junger Mensch Geld zu verdienen, indem man 120 Kilometer durch die Nacht ritt, mit einer Mochila voller Post, durch abgelegenes, raues Gelände, das zuvor niemand durchquert hatte. Er wollte die Schwierigkeiten nachvollziehen, denen sich die Reiter vor über 150 Jahren stellten.
Die Vielfalt des Geländes reizte ihn besonders. Die Route beginnt in den Ebenen durch Kansas, führt durch das Becken in Wyoming nach Utah. Die großen offenen Flächen, riesigen Ebenen und Bergketten entwickeln sich ständig durch Höhenunterschiede und Vegetation. Wer große Distanzen zurücklegt, erlebt eine vielfältige Mischung verschiedener Fahrstile.

Redakteur
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