“Ich komme aus Australien und das ist die größte Fahrt, die man dort machen kann”, hatte der EF-Profi vor dem Start erklärt. Nach 30 Tagen 9 Stunden und 59 Minuten hat Morton in Port Macquarie sein Ziel erreicht: ein neuer Rekord für die Umrundung Australiens auf dem Fahrrad. Gegenüber dem bisherigen Rekord war er rund eine Woche schneller. Über die 30 Tage gerechnet erreichte er die Pausen eingerechnet eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 19,5 km/h und fuhr fast 470 Kilometer täglich.
Während er sonst immer im Bikepacking-Modus fährt, wurde er diesmal von einem Wohnmobil begleitet. Die Unterstützungscrew bestand aus seiner Frau Rachel Peck, seinem Bruder Angus Morton, seinem Trainer aus Kindertagen, Graham Sears, seinem langjährigen Mechaniker Tom Hopper und zwei engen Freunden, Karter Machen und Athalee Brown. Sie bereiteten seine Mahlzeiten zu, wuschen seine Ausrüstung, versorgten ihn mit Flaschen, suchten, wann immer es möglich war, Motels, warteten sein Rennrad und kümmerten sich um eine Vielzahl weiterer Aufgaben, damit sich Lachlan auf das Fahren konzentrieren konnte.
Große Teile der Strecke legte er auf dem Auflieger in aerodynamischer Position zurück. Dabei startete er am Abend und fuhr die Nacht meist durch. Rund 16 Stunden saß er täglich auf dem Rad. Begonnen und beendet hat Morton die Australien-Umrundung in seinem Heimatort Port Macquarie, New South Wales. Der alte Rekord stand bei 37 Tagen, 20 Stunden und 45 Minuten, aufgestellt im Jahr 2011. Morton blieb somit etwa eine Woche unter der bisherigen Bestmarke. Mit der Rekordfahrt hat er Spenden für die “Indigenous Literacy Foundation” gesammelt, die Bücher finanziert, um das Lesen bei australischen Kindern zu fördern.
“Jeden Morgen wachst du auf und dein Körper ist wie zerstört, aber du kämpfst dich durch. Die letzten vier oder fünf Tage waren mental eine ziemlich große Herausforderung. Du versuchst einfach, jeden Tag wieder aufzustehen und weiterzumachen. Es wurde ziemlich hart. Ich war definitiv in einem Zustand der Müdigkeit, den ich noch nie zuvor erreicht hatte, also musste ich mich auf die Crew stützen und mich zusammenreißen, um nach Hause zu kommen. Man muss einfach jeden Tag so viel Zeit investieren, um sich zu motivieren. Das ist meiner Meinung nach die eigentliche Herausforderung des Around Australia Records. Ich war noch nie so erleichtert, etwas zu beenden wie heute”, erklärte er im Ziel.
Extreme Wetterbedingungen: Lachlan Morton erlebte Temperaturen von über 40°C, was zu extremer Erschöpfung und Dehydrierung führte. Er musste regelmäßig anhalten, um sich abzukühlen und Wasser nachzufüllen.
Unerwartete Hindernisse: Auf seiner Reise begegnete Morton verschiedenen australischen Wildtieren, darunter Kängurus und Emus, die plötzlich die Straße kreuzten und potenzielle Gefahren darstellten. Angriffe der australischen Magpies (Vögel) erlebte er auch. Am gefährlichsten waren aber motorisierte Verkehrsteilnehmer – zwischenzeitlich überlegte er deshalb auf Nebenstraßen auszuweichen.
Technische Schwierigkeiten: Lachlan hatte mit drei Reifenpannen zu kämpfen, was über diese Länge nicht viel ist.
Video zur Alt-Tour von Morton

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