King of the LakeWalscheid beendet Karriere mit Streckenrekord

Kristian Bauer

 · 28.09.2026

Max Walscheid KOTL
Foto: Sportograf Pressefoto vom King of the Lake
Max Walscheid fuhr beim King of the Lake am 26. September mit 0:52:54 einen neuen absoluten Streckenrekord über 47,2 Kilometer rund um den Attersee. Der Lidl-Trek-Profi gewann die Elite-Wertung bei seinem letzten Rennen vor dem Karriereende. Auch in anderen kategorien gab es Rekorde: Eine Frau in der U-23 war kurzfristig eingesprungen und fuhr ohne Vorbereitung einen Streckenrekord.

Themen in diesem Artikel

Der deutsche WorldTour-Profi Max Walscheid beendet seine Radsportkarriere mit einem Ausrufezeichen. Er dominierte das Zeitfahren rund um den österreichischen See. Seine Zeit von 0:52:54 unterbot den bisherigen Streckenrekord deutlich und markierte gleichzeitig seine persönliche Bestleistung auf dieser Strecke. Walscheid startete für Lidl-Trek und hatte erst einen Tag vor dem Rennen sein Karriereende bekannt gegeben. Sebastian Niehues belegte mit 0:54:48 den zweiten Platz, Benedikt Helbig wurde mit 0:55:43 Dritter.

Walscheid zeigte sich begeistert von der Veranstaltung: ”Das ist ein wunderbares Rennen! Absolut malerische Kulisse und die Strecke ist einzigartig. Auf dieser Straßenqualität ein Einzelzeitfahren zu fahren ist was ganz Besonderes! Ich hab mir das Ziel gesetzt den Streckenrekord zu brechen, aber dass ich so schnell fahren konnte habe ich nicht erwartet. Ich bin mehrfach die WM, Europameisterschaften, World Tour Top 10 gefahren, aber das war heute von meiner Leistung her das beste Zeitfahren in meiner Karriere.” Wahrscheinlich hatte er neben einer guten Form auch noch viel Wut im Bach. beim Zeitfahren der Rad-WM in Montréal war er nur auf Rang 27 gelandet - ein Ergebnis, das er als Enttäuschung einstufte.

Meistgelesen

1

2

3

4

5

Schnelle Frauen beim King of the Lake

Leila Gschwentner aus Kufstein gewann die Elite-Wertung der Damen mit 1:04:11. Die Tirolerin absolvierte ihr längstes Zeitfahren überhaupt und setzte sich gegen ein starkes Feld durch. Tirza Wisse aus den Niederlanden folgte mit 1:04:18 auf Platz zwei, Birgit Stegmeier komplettierte das Podium mit 1:05:08.

Bei den Amateur-Damen siegte Pia Pfeiffer aus Seekirchen bei ihrer Premiere mit 1:06:13. Die Lokalmatadorin kannte die Strecke bereits aus dem Training und profitierte von der Unterstützung der Zuschauer entlang der Route. Anna Kofler, Queen of the Lake 2023, belegte mit 1:07:41 den zweiten Platz. Victoria Achtig wiederholte ihr Vorjahresergebnis und wurde mit 1:07:56 Dritte.

Julian Braun wechselte nach fünf Elite-Siegen erstmals in die Amateur-Kategorie und fuhr mit 0:55:23 seine zweitschnellste Zeit am Attersee. Der Zeitfahrspezialist absolvierte seine achte Teilnahme beim KOTL. Daniel Hochstraßer vom RSV Atterbiker verteidigte als Lokalmatador und Titelverteidiger mit 0:56:04 den zweiten Platz. Louis Kitzki aus Deutschland komplettierte das Podium mit 0:56:46.

U23-Streckenrekorde beim King of the Lake

Tirza Wisse holte neben ihrem zweiten Platz bei den Elite-Damen auch den Sieg in der U23-Wertung. Ihre Zeit von 1:04:18 bedeutete einen neuen Streckenrekord in dieser Altersklasse. Die Niederländerin war kurzfristig für einen erkrankten Freund eingesprungen und hatte keine spezielle Vorbereitung absolviert. Titelverteidigerin Elisa Winter musste sich mit 1:05:51 geschlagen geben. Carolina Trattner belegte mit 1:07:50 den dritten Platz.

Benjamin Eckerstorfer aus Oberösterreich steigerte sich vom dritten Platz im Vorjahr zum Sieg. Mit 0:55:55 stellte der U23-Fahrer einen neuen Streckenrekord in seiner Kategorie auf. Louis Kitzki wurde mit 0:56:46 Zweiter, Aaron Imhof aus der Schweiz folgte mit 0:58:10 auf Rang drei.

Team-Zeitfahren mit Bestzeiten

RH77 Factory Racing verteidigte den Titel beim 10er-Mannschaftszeitfahren und verbesserte die eigene Bestzeit auf 0:56:22. Das Team rund um René Haselbacher setzte sich gegen 26 Mannschaften durch. Vier Teams knackten die Ein-Stunden-Marke. Das Cycling Team Schwingshandl wiederholte mit 0:57:34 den zweiten Platz aus dem Vorjahr. Das Team Geizhals.at VICC Racing Division Rockets komplettierte das Podium mit 0:58:29.

Beim 4er-Zeitfahren gab es nach vier Jahren eine neue Siegermannschaft. RH77 Factory Racing holte auch hier den Titel und stellte mit 0:57:38 eine neue Rekordzeit auf. 105 Teams gingen in dieser Kategorie an den Start. Das Radl-Eck Racing Team Fast Boys wurde mit 0:58:39 Zweiter. Das Radsport Team Gaimersheim I, langjähriger Dominator dieser Klasse, belegte mit 0:59:50 den dritten Platz.

Organisation und Rahmenbedingungen

Die komplett gesperrte Strecke rund um den Attersee bot 47,2 Kilometer ohne Verkehr. 150 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rotem Kreuz sicherten die Route ab. 20 Motorrad-Marshalls begleiteten das Rennen. Die Bedingungen waren mit Spätsommersonne und spiegelglattem Wasser ideal.

Neben Walscheid starteten weitere prominente Fahrer wie der Ex-Bora-Profi Marcus Burghardt. Ein moderierter Livestream übertrug das Geschehen für Zuschauer zu Hause. Erwin Mayer vom Radsportverein Atterbiker zog eine positive Bilanz: "Es war ein rundum perfekter Tag: Top-Leistungen, spannende Zweikämpfe und eine großartige Stimmung – besser hätte es nicht laufen können."

Artikel teilen:
Kommentare

Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.

Kristian Bauer

Kristian Bauer

Redakteur

Kristian Bauer ist gebürtiger Münchner und liebt Ausdauersport – besonders wenn es in die Berge geht. Er ist ein Fan der Tour de France und bevorzugt solide Rennradtechnik. Er führt für TOUR Interviews, berichtet von Events im Hobbyradsport und schreibt Artikel über die Fahrradbranche sowie Trends im Rennradsport.

Meistgelesen in der Rubrik Event

Shorts