Christoph StrasserUnsupported schneller als Fahrer mit Betreuerteams

Kristian Bauer

 · 27.05.2026

Christoph Strasser: Unsupported schneller als Fahrer mit BetreuerteamsFoto: marieceres.photography
Christoph Strasser bei Rund um Sachsen
​Christoph Strasser belegte bei Rund um Sachsen den zweiten Platz in der Gesamtwertung. Der Steirer fuhr die 900 Kilometer mit 8.500 Höhenmetern in 30:55 Stunden und stellte einen neuen unsupported-Streckenrekord auf. Nur Sebastian Mayr war mit 30:42 Stunden schneller. Strasser distanzierte alle anderen Starter mit Betreuerteam.

Themen in diesem Artikel

​Der sechsfache RAAM-Sieger ​Christoph Strasser erreichte das Ziel des 900 Kilometer langen Rennens nach 30:55 Stunden. Sebastian Mayr gewann in 30:42 Stunden und lag damit nur 13 Minuten vor dem Steirer. Die Besonderheit: Strasser fuhr ohne Betreuerteam und war dennoch schneller als alle anderen Starter, die mit Betreuercrew antraten. Der Oberösterreicher Lukas Kaufmann, der mit zehn Betreuern unterwegs war, kam als Dritter ins Ziel und lag 19 Minuten hinter Strasser.

Zwei Wertungen und Europameisterschaft

Das Rennen führte über 900 Kilometer mit 8.500 Höhenmetern und bot zwei Wertungen: unsupported und mit Betreuerteam. Die Kategorie mit Betreuerteam zählte als Ultracycling Europameisterschaft. Der Start erfolgte am Samstag. In der Gesamtwertung entwickelte sich ein Duell zwischen Mayr und Strasser, obwohl unsupported-Fahrer normalerweise gegen Teilnehmer mit Betreuercrew keine Chance haben. Mayr ist 24h-Weltmeister und Sieger des Race Around Austria. Strasser stellte mit seiner Zeit einen neuen unsupported-Streckenrekord auf.

​Christoph Strasser fuhr Zeitfahrrad mit Scheibe

Die Strecke erinnerte Strasser an das Mühlviertel oder die südsteirische Weinstraße. Vier Checkpoints ermöglichten das Hinterlegen von Ausrüstung und Verpflegung. Strasser nutzte ein Zeitfahrrad mit einer Scheibe hinten und zwei Taschen mit dem Notwendigsten. An den Checkpoints hinterlegte er Proviant, meist Flüssignahrung und Getränke, sowie Bekleidung. Bis zur Hälfte des Rennens ernährte er sich fast ausschließlich von seiner mitgeführten Nahrung, dann wechselte er zu Limonaden aus Tankstellen.

Probleme mit Strom und Flaschenhalter

Welche Nachteile es hat, auf so einer langen Distanz ohne jegliche Betreuung zu sein, zeigte sich im Materialbereich: Zu Beginn verbrauchte Strasser zu viel Strom und musste in der Nacht sparen. Bei schnellen und steilen Abfahrten konnte er deshalb nicht mit Aufblendlicht fahren. Auch gab es einen technischen Defekt: Der Flaschenhalter löste sich während des Rennens. Strasser fixierte ihn bei einem Checkpoint mit Kabelbindern. Weitere technische Defekte blieben aus. Nach dem Unknown Race im April über 1.000 Kilometer war dies sein zweiter Sieg im zweiten Rennen der Saison.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Transcontinental Race als Saisonhöhepunkt

Am 19. Juli startet das Transcontinental Race in Trondheim. Die 12. Auflage des größten unsupported-Rennens führt über 4.500 Kilometer quer durch Europa und endet in Kalamata. Strasser gewann das Rennen bereits zwei Mal.

Kristian Bauer

Kristian Bauer

Redakteur

Kristian Bauer ist gebürtiger Münchner und liebt Ausdauersport – besonders wenn es in die Berge geht. Er ist ein Fan der Tour de France und bevorzugt solide Rennradtechnik. Er führt für TOUR Interviews, berichtet von Events im Hobbyradsport und schreibt Artikel über die Fahrradbranche sowie Trends im Rennradsport.

Meistgelesen in der Rubrik Event