Aus für Radweltpokal in St. Johann

Kristian Bauer

 · 27.11.2024

Aus für Radweltpokal in St. JohannFoto: Steinbach
Radweltpokal 2015
Nach 57 Jahren ist der Radweltpokal in St. Johann Geschichte. Grund für die Entscheidung sind Verkehrsprobleme und sinkende Teilnehmerzahlen.

Die großen Zeiten des Radweltpokals in St. Johann in Tirol sind schon eine Weile her – riesige Teilnehmerfelder lockten die Rennen nicht mehr an. Die Straßenradrennen in verschiedenen Altersklassen, der Berg- und Airportsprint sowie die Preisverleihungen am “Medal Plaza” bei der Gemeinde in St. Johann gehörten in den letzten 57 Jahren aber fest zur Region St. Johann in Tirol. Die Absage für den Radweltpokal in St. Johann bedeutet wohl ein endgültiges Aus. Ganz ausschließen will der Veranstalter aber einen Neustart an einem anderen Ort in der Zukunft nicht.

Die Grundvoraussetzung für die Durchführung einer solchen Veranstaltung hätten sich grundlegend verändert: “Der Verkehr hat sich in diesem Zeitraum vervielfacht, was die Findung von Strecken bzw. Start- und Zielbereichen massiv erschwert”, heißt es in einer Mitteilung des Tourismusverbands Kitzbüheler Alpen - St. Johann. “Es ist schlicht nicht mehr möglich die erforderlichen Straßensperren genehmigt zu bekommen,” erklärt Veranstalter Michael Baumann etwas deutlicher auf der Internetseite der Veranstaltung.

Traditionell fanden die Starts im Bereich Wieshofermühle statt. Letztes Jahr siedelte die Veranstaltung in den Bereich Bärnstetten und dieses Jahr sogar nach Kirchdorf in den Bereich Litzlfelden. Nach einem schweren Sturz im Zielsprint 2024 gab es Diskussionen über die Sicherheit des neuen Zielbereichs.

Immer weniger Starter beim Radweltpokal

Tatsache ist, dass die Teilnehmerzahlen immer weniger wurden. Während vor 10 bis 15 Jahren 2.000 bis 3000 Starter aus ganz Europa kamen, sind es heute nur noch sehr kleine Teilnehmerfelder. Angesichts einer Dauer über mehrere Tage wurde der Aufwand zunehmend in Frage gestellt. Blickt man auf die Ergebnislisten aus dem August 2024, sind beim Rennen der Männer am 23. August über 110 Kilometer nur 44 Teilnehmer auf die Strecke gegangen über 74 Kilometer waren rund 100 Frauen und Männer an der Startlinie. Beim Zeitfahren am 22. August wurden knapp 200 Männer und Frauen gewertet, beim Bergsprint am 24. August rund 60.

“Dass wir das Aus für den Radweltpokal beschließen mussten, ist uns nicht leicht gefallen. Leider lässt die Verkehrssituation eine Durchführung in der von uns gewünschten Qualität nicht mehr zu. Auf die Herausforderungen haben wir in den letzten Jahren mit unterschiedlichen Änderungen reagiert – vom Zusammenlegen der Altersklassen bis zur Verlegung des Start- und Zielgeländes. Alles in allem entspricht das aber nicht mehr dem Konzept und der Idee, die wir vom Radweltpokal haben. Wir bedauern das Ende einer langen und schönen Zeit, bleiben als Organisation aber erhalten und versuchen einen Ort mit weniger Verkehrsaufkommen zu finden, um den Radweltpokal wieder durchführen zu können”, begründet Organisator Michael Baumann die Entscheidung.

Schwere Unfälle beim Radweltpokal

Neben vielen schönen Momenten in der Geschichte der Rennen, gab es auch traurige Ereignisse. Beim Radweltpokal 2013 starb ein Teilnehmer aus den Niederlanden, als ihm auf der gesperrten Radstrecke in einer Kurve ein PKW frontal erfasste. 2009 war ebenfalls ein Teilnehmer durch ein entgegenkommendes Fahrzeug verunfallt.

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Kristian Bauer

Kristian Bauer

Redakteur

Kristian Bauer ist gebürtiger Münchner und liebt Ausdauersport – besonders wenn es in die Berge geht. Er ist ein Fan der Tour de France und bevorzugt solide Rennradtechnik. Er führt für TOUR Interviews, berichtet von Events im Hobbyradsport und schreibt Artikel über die Fahrradbranche sowie Trends im Rennradsport.

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