KufsteinerlandTraumtouren zu Kaisergebirge und Kitzbüheler Alpen

Matthias Rotter

 · 08.04.2022

Kufsteinerland: Traumtouren zu Kaisergebirge und Kitzbüheler AlpenFoto: Matthias Rotter

Wer das Inntal bei Kufstein nur von der Durchreise kennt, sollte unbedingt einen längeren Halt einlegen. Radwege und Nebenstraßen führen nämlich in versteckt liegende Seitentäler der Brandenberger und Kitzbüheler Alpen sowie rund um den Wilden Kaiser.

Unser Ausgangsort Bad Häring liegt in Tirol am südlichen Rand der Tourismusregion „Kufsteinerland“, die sich nach Norden rund um das Inntal bis an die bayerische Grenze bei Oberaudorf erstreckt. Bis zur Stadt Rosenheim am Alpenrand sind es rund 30 Kilometer, talaufwärts nach Innsbruck beträgt die Entfernung rund 70 Kilometer. Das Inntal rund um Kufstein gilt auch als das Tor zu den weltberühmten Skigebieten zwischen Brixental und Kitzbühel. Bad Häring liegt zwischen Wörgl und Kufstein auf einer kleinen Terrasse, etwas erhöht über dem Inntal. Wenige Kilometer entfernt von den großen Transit-Verkehrswegen ist es eine kleine Oase der Ruhe. Eine 1951 entdeckte Schwefelquelle erhob die knapp 3.000 Einwohner zählende Gemeinde in den Status eines Bäder­kurortes.

Neue Radwege, einsame Nebenstrecken

Die Stichworte „Kufstein“ und „Inntal“ bringt man auf den ersten Gedanken eher mit Transitverkehr in Verbindung als mit einsamen Rennradtouren. Zugegeben, ganz alleine ist man dort auf den Straßen eher selten, dennoch finden Radler auf Nebenstrecken sehr lohnenswerte Routen – selbst im Inntal. Auch in punkto Rad-Infrastruktur hat sich viel in der Region entwickelt. So wurde beispielsweise der Eiberg- Radweg zwischen Kufstein und Söll jüngst ganz neu am Hang gebaut, sodass man nicht mehr auf der gefährlichen B 173 fahren muss. Der Inntal-­Radweg folgt dem Fluss auf seiner kompletten Länge und ist größtenteils asphaltiert; einzelne feine Schotterabschnitte eignen sich auch für Rennradler. Bergfahrer finden ihre Herausforderungen vor allem in den Seitentälern des Inn. Genannt seien Brandenberg, die Wildschönau oder das Alpbachtal. Stichstraßen kommen allerdings recht häufig vor. Die Steigungen liegen teilweise deutlich über der Zehnprozent-Marke, enden aber selten oberhalb von 1.400 Metern. Ausnahme mag das berühmte Kitzbüheler Horn sein, das man auf einer 120-Kilometer-Runde erreichen kann. Und auch die oberbayerischen Bergstraßen jenseits der nahen Grenze zählen noch zum Kufsteiner Tourenrevier. So gelangt man von Niederau über Sachrang und Aschau zum Chiemsee, oder über die Tatzelwurmstraße und den Ursprungpass Richtung Schliersee.

Wilder Kaiser, Einfahrt ins Kaiserbachtal | Matthias Rotter

Stiche zum Kräftemessen

Zwischen Kufstein und dem weltberühmten Wintersport­ort Kitzbühel verlaufen viele Haupt- und Bundesstraßen, fraglos eine Schattenseite des Tourismus. Aber für Radfahrer ist auch eine positive Entwicklung zu beobachten: Sie finden immer mehr ausgeschilderte Radrouten und Hinweise auf Nebenstraßen. Und die Suche nach versteckten, rennradtauglichen Wirtschaftswegen ist bei den hier lebenden Radlern schon eine Art Hobby. Jüngste Erschließung ist der neu gebaute Eiberg-Radweg zwischen Kufstein und Söll, der die Bundesstraße 173 auf einer kurvenreichen Hangtrasse umfährt. Das eröffnet neue Möglichkeiten, zum Beispiel eine knackige Feierabendtour von Kufstein zum Hintersteiner See. Mit Rampen weit jenseits der Zehnprozent-Marke zählt der Anstieg zum Bergsee am Südrand des Kaisergebirges zu den Sonderprüfungen. Genau wie die Aschinger Alm bei Ebbs: An der rund fünf Kilometer langen Bergzeitfahrstrecke kann man sich mit Hilfe einer Challenge-App sogar direkt mit dem Kufsteiner Ex-Profi Max Kuen messen. Zwanzig Minuten und acht Sekunden lautet seine Zeit, die es zu schlagen gilt. Aber auch für alle, die die Bestzeit nicht knacken: Am Ende der Schinderei wartet auf knapp tausend Metern eine aussichtsreiche Einkehr mit Brettljause und Kaiserschmarrn.

Beste Reisezeit

Da die Touren nur bis auf maximal 1.400 Meter Höhe führen, sollten die Straßen ab Anfang, spätestens Mitte Mai schneefrei sein. Zudem zählt das Inntal zu den Föhntälern der Nordalpen – der warme Südwind bläst den Himmel frei, selbst wenn nördlich der Alpen Schlechtwetter herrscht. Die Radsaison reicht in den Tallagen oft bis weit in den Oktober hinein. Wenn möglich, die Ferienmonate Juli und August meiden!