Der seit Monaten ausverkaufte Radmarathon führte von St. Anton am Arlberg über den Arlbergpass durch das Klostertal und Montafon, durch das Ganifertal hinauf zum Kops-Stausee und über das Paznaun- und Stanzertal zurück zum Ziel. Bei strahlend blauem Himmel starteten die Fahrer in fünf Blöcken durch das Ortszentrum. 88,1 % der Starter waren Männer und 11,9 % Frauen. Dabei waren besonders viele junge Starter angetreten. Bei den Altersklassen dominierten die Geburtsjahrgänge 1993 bis 2009. Teilnehmer aus Deutschland stellten mit 649 Frauen und Männern die absolut größte Gruppe. Einheimische Starter folgten erst an zweiter Stelle.
Nach dem gemeinsamen Auftakt wartete mit dem Anstieg zum Arlbergpass die erste Herausforderung des Tages. Bis Partenen waren noch große Gruppen gemeinsam unterwegs. Mit der Abzweigung ins schmale Ganifertal wurde die Strecke steiler, das Feld zog sich auseinander und die Favoriten übernahmen das Kommando. Die deutsche Vorjahreszweite Eva Schien übernahm bereits im Anstieg die Führung und zeigte sich als starke Bergfahrerin. Bei der Zwischenwertung in Partenen nach 72 Kilometern lag sie vor der Vorarlbergerin Melanie Geiger. Mit Abstand dahinter folgten die zweifache Arlberg-Giro-Siegerin Julia Schallau, Birgit Stegmeier, die sechsfache Rekordsiegerin Daniela Traxl-Pintarelli und die zweifache „Queen of the Mountain" Corina Pichler.
Schien baute ihre Führung aus und erreichte die Bergwertung am Kops-Stausee als schnellste Frau. Die zweifache Siegerin der Dolomitenradrundfahrt sicherte sich damit den Titel „Queen of the Mountain". Das Rennen schien lange klar in ihrem Griff zu sein. Geiger ließ sich jedoch nicht abschütteln und hielt den Rückstand in Grenzen. Im schnell zu fahrenden Paznauntal begann die Vorarlbergerin, den Abstand zu verkürzen.
Vor dem langen Schlussanstieg von Pians zurück nach St. Anton am Arlberg schloss Geiger wieder zu Schien auf. Zwischen der lange führenden Deutschen und ihrer österreichischen Verfolgerin entwickelte sich ein Duell um den Tagessieg. Auf den letzten Kilometern hatte Geiger die größeren Kraftreserven. Sie setzte sich von Schien ab und feierte den Sieg beim Arlberg Giro.
Nach ihrem dritten Platz beim St. Anton Night Sprint und dem zweiten Platz in der Bergwertung durfte sich Geiger über den Titel „Hero of the Arlberg" freuen. Schien erreichte das Ziel als Zweite und krönte ihre starke Leistung mit dem Gewinn der Bergwertung. Julia Schallau komplettierte das Podium. Dahinter folgten Daniela Traxl-Pintarelli und Corina Pichler auf den Plätzen vier und fünf.
Der Vorjahresdritte René Pammer setzte sich früh an die Spitze. Der oberösterreichische Bergmeister der Amateure und Sieger zahlreicher großer Radmarathons bestimmte auf dem Weg durch das Ganifertal und hinauf zum Kops-Stausee das Tempo. Bei der Bergwertung am Kops-Stausee nach 78,3 Kilometern lag Pammer vor Miguel Brugger, Simon Betz, Christian Oberngruber und Sebastian Breuer. Er sicherte sich damit den Titel „King of the Mountain".
Hinter ihm formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe: SuperGiroDolomiti-Sieger Miguel Brugger, Gran-Fondo-Spezialist Simon Betz, der österreichische Radmarathon-Meister der Klasse M35–39 Christian Oberngruber und Ultra-Distance-Ass Sebastian Breuer hielten die Jagd offen. In der rasanten Abfahrt nach dem Kops-Stausee gelang auch dem Niederländer Juul Hendrikx der Anschluss. Die Verfolger arbeiteten im Paznauntal gut zusammen und verkürzten den Rückstand auf Pammer zeitweise auf eine halbe Minute.
Vor dem langen Schlussanstieg von Pians zurück nach St. Anton am Arlberg war das Rennen noch keineswegs entschieden. Die Verfolger lagen nur wenige Hundert Meter zurück und hielten den Druck hoch. Als die Straße wieder anstieg, spielte Pammer seine Stärke am Berg aus. Auf dem Weg über Strengen erhöhte er noch einmal das Tempo. Der Oberösterreicher hatte seine Kräfte eingeteilt und brachte seine Soloführung souverän bis zum Ziel.
Hinter ihm wurde die Reihenfolge auf den letzten Kilometern noch einmal durcheinandergewirbelt. Christian Oberngruber, der sich über weite Strecken taktisch klug am Ende der Verfolgergruppe gehalten hatte, mobilisierte im Schlussanstieg die entscheidenden Reserven und erreichte das Ziel als Zweiter. Sebastian Breuer sicherte sich den dritten Platz. Dahinter folgten Simon Betz und Juul Hendrikx.
DAMEN
HERREN
BERGWERTUNGEN
King of the Mountain: Rene Pammer | AUT | next125 Hackl Lebensräume | 00:24:38,34
Queen of the Mountain: Eva Schien | GER | Radsport Team Gaimersheim | 00:30:32,65
Hero of the Arlberg – Herren: Simon Betz | GER | Baldiso Racing Squad
Hero of the Arlberg – Damen: Melanie Geiger | AUT | Lexxi Racing
Mit dem St. Anton Night Sprint am Freitag, dem Internationalen Radkriterium am Samstag und dem Arlberg Giro am Sonntag bot St. Anton am Arlberg drei Tage lang unterschiedliche Facetten des Rennradsports. Das Women's Cycling Camp von VibeCycling mit Elena Roch, gemeinsame Ausfahrten, Expo-Area und Rahmenprogramm ergänzten die sportlichen Bewerbe. Die Siegerehrung vor dem Tourismusverband bildete den Abschluss eines Wochenendes, das Profis, ambitionierte Amateure und Radsportfans zusammenbrachte. Simon Betz wurde neben Melanie Geiger zum „Hero of the Arlberg" gekürt.

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