FrühjahrscheckDarauf muss du bei deinem Rennrad oder Gravelbike bei den Bremsen achten

Matthias Borchers

 · 04.04.2026

Frühjahrscheck Bremsen
Foto: Wolfgang Papp

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Bevor der Renner aus der Winterpause wieder auf die Straße darf, empfiehlt sich eine gründliche Durchsicht. Tour-Werkstatt-Chef Hans-Peter Ettenberger zeigt und erklärt, worauf es ankommt. In dieser Folgen zeigen wir, was bei Felgen- und Scheibenbremsen wichtig ist.

Themen in diesem Artikel

Druckpunkt

​Der Druckpunkt am Bremsgriff sollte früh anliegen und sich dann gleichmäßig und definiert verhärten. Fühlt sich der Hebel schwammig an, wandert weit Richtung Lenker oder baut erst spät Druck auf, steckt möglicherweise Luft im System oder die Beläge sind verschlissen. Ein präziser Druckpunkt zeigt an, dass das System in Ordnung ist. DOT-Brems­flüssigkeit sollte alle zwei Jahre gewechselt werden; bei Brems­flüssigkeit auf Mineral­ölbasis ist das nicht nötig.

Scheibenbremsbelag

Der Zustand der Beläge lässt sich bei gutem Licht von außen beurteilen. Dabei muss ausreichend Belag (mindestens 1 mm) auf der Trägerplatte erkennbar sein. Bei demontierten Belägen lässt sich dies präzise nachmessen; gleichzeitig lassen sich bei der Gelegenheit Fremdkörper wie beispielsweise Metallspäne ­entfernen, um Riefenbildung auf der Bremsscheibe vorzubeugen.

Bremssättel

Nach Fahrten im Gelände oder bei Regen sammelt sich im Bremssattel Schmutz an, der die Bremsleistung beeinträchtigt, den Verschleiß forciert oder Quietschen verursacht. Am schonendsten ist die Reinigung mit Lappen oder Pressluft. Der Verzicht auf lösungsmittelhaltigen Bremsenreiniger erhält den Schmierfilm auf den Kolben und schont die Gummidichtungen.

Bremsscheibe

Wer vorwiegend im Flachland unterwegs ist und wenig bremst, für den ist Scheibenverschleiß kein Thema. Wer viele Pässe fährt, sollte dagegen routinemäßig mit dem Messschieber kontrollieren und bei Erreichen der Mindeststärke – auf jeder Scheibe angegeben – neue Bremsscheiben montieren. Bei diesem Shimano-Modell (Foto in der Gallerie) sind es 1,55 Millimeter.

Rundlauf

Ein Seitenschlag in der Bremsscheibe entsteht beispielsweise durch Dauerbremsen bei einer langen Bergabfahrt; insbesondere dann, wenn die Scheibe bereits dünn gebremst ist. Mit etwas Geschick und dem passenden Richtwerkzeug lassen sich grobe Schläge wieder zurückbiegen, bis die Scheibe nicht mehr in den Belägen schleift.

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Bremsflanken

Die Flanken von Aluminiumfelgen sollten frei von Riefen, Kanten und Ablagerungen der Bremsbeläge sein. Die Kon­troll­bohrungen in der Felgenflanke sind Verschleißindikatoren. Sind die kleinen Vertiefungen eingeebnet, ist die Felge verschlissen und muss ersetzt werden.

Felgenbremse

Felgenbremsbeläge sind wesentlich dicker und weicher als die von Scheibenbremsen. Ihr Austausch sollte spätestens dann erfolgen, wenn die Rillen zwischen den Blöcken weggebremst sind. ­Aus der Felge gerissene Alu-Partikel, die im Bremsbelag stecken, müssen mit Nadel oder Schraubendreher entfernt werden, sonst graben sie Riefen in die Felgenflanken.

Bowdenzug

Bei der mechanischen Felgenbremse überträgt ein geschütztes Drahtseil die Handkraft auf die Bremszangen. Der Bowdenzug muss sich ohne großen Widerstand bewegen lassen, sauber in der geschlitzten Zugklemme am Bremshebelarm montiert sein und das Zugende gegen Aufspleißen mit einer Zugendkappe gesichert sein.

Matthias Borchers ist im Test-Ressort von TOUR, Experte für Bekleidung und Zubehör. Als Hobbyradsportler hat er die TOUR-Transalp und die TOUR-Trans Austria absolviert. Prägend sind zudem Reportage-Reisen von San Francisco bis Sakai sowie 17 Trips zur Tour de France mit rund 30.000 Wohnmobilkilometern.

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