Mit kleinem Gepäck: Rennradtour auf vier Kanarischen Inseln - Spanien: Etappenfahrt über vier Kanarische InselnFoto: Jörg Wenzel

SpanienMit kleinem Gepäck: Rennradtour auf vier Kanarischen Inseln - Spanien: Etappenfahrt über vier Kanarische Inseln

Auf die Fähre, fertig, los! Lanzarote, Fuerteventura, Gran Canaria und Teneriffa in einer Woche. Von flach bis steil, von Lavafeldern bis Bergwäldern – wir erleben die raue Schönheit des Archipels.

Team Sky ist schuld, dass wir nicht mit Vulkan­blick zu Abend essen. Für uns war es nicht mehr buchbar, das einzige Hotel auf rund zweitausend Meter Höhe, inmitten von Teneriffas menschenfeindlicher Marslandschaft am Fuß des Teide-Gipfels. Weil dort noch in der Rennsaison, Mitte Mai, sechs Radprofis nebst Entourage residieren. Als wir am Morgen, schon tausend Meter über dem Meer, die endlose Steigung zum eingebrochenen Kraterrand des Vulkans hinaufklettern, sausen uns die hellblauen Sky-Trikots ent­gegen, gefolgt von einem Teamfahrzeug. Im nächsten Moment sind wir wieder allein mit den Kanarenkiefern links und rechts des ­Asphalts. In dieser Höhe sind wir der schwülwarmen Dampfhaube entkommen, die morgens über Teneriffas Hauptstadt Santa Cruz sitzt. Dort hatten wir alle Trinkflaschen gefüllt, denn heute krönen wir unsere Woche mit der finalen, der göttlichsten Tour. 2.300 Höhenmeter liegen zwischen Santa Cruz und dem bizarr zerfurchten, von vulkanischen Auswürfen übersäten Lavaterrain in der Hochebene der "Cañadas". Dazwischen: eine der spektakulärsten Straßen Europas.

Den gesamten Reise-Artikel mit diesen GPS-Daten finden Sie unten im Download-Bereich:

  • Etappe 1 – Lanzarote: Puerto del Carmen – Playa Blanca (90 Kilometer, 1.200 Höhenmeter, max. 12 % Steigung)
  • Etappe 2 – Fuerteventura: Corralejo – Puerto del Rosario (103 Kilometer, 1.400 Höhenmeter, max. 11 % Steigung)
  • Etappe 3 – Gran Canaria: Las Palmas – Tejeda (78 Kilometer, 2.400 Höhenmeter, max. 22 % Steigung)
  • Etappe 4 – Gran Canaria: Tejeda – Agaete (76 Kilometer, 1.800 Höhenmeter, max. 18 % Steigung)
  • Etappe 5 – Teneriffa: Santa Cruz – Vilaflor (90 Kilometer, 2.860 Höhenmeter, max. 14 % Steigung)
  • Epilog | Etappe 6 – Teneriffa: Vilaflor – Flughafen (Teneriffa Süd)
Delikatesse: getrockneter Thunfisch in OlivenölFoto: Jörg Wenzel
Delikatesse: getrockneter Thunfisch in Olivenöl
Im Rausch: Vom Mirador de Fénduca führt eine wunderbare Straße durch die ockerfarbene Vulkanlandschaft Fuerteventuras.Foto: Jörg Wenzel
Im Rausch: Vom Mirador de Fénduca führt eine wunderbare Straße durch die ockerfarbene Vulkanlandschaft Fuerteventuras.
Vogelperspektive: Vom Pozo de las Nieves (1.951 Meter) erkennt man wunderbar, wie zer­klüftet Gran Canaria ist:Foto: Jörg Wenzel
Vogelperspektive: Vom Pozo de las Nieves (1.951 Meter) erkennt man wunderbar, wie zer­klüftet Gran Canaria ist:
Kirchenbänkler: Auf der nicht allzu ­bergigen Insel Lanzarote bleibt Zeit für die ein oder andere kleine Pause.Foto: Jörg Wenzel
Kirchenbänkler: Auf der nicht allzu ­bergigen Insel Lanzarote bleibt Zeit für die ein oder andere kleine Pause.
Mondlandung: In der kargen Landschaft Fuerteventuras können die Gedanken frei fliegen.Foto: Jörg Wenzel
Mondlandung: In der kargen Landschaft Fuerteventuras können die Gedanken frei fliegen.
Höhepunkt: Der Pico del Teide (3.715 Meter) auf Teneriffa ist der höchste Berg Spaniens, der Anstieg der längste der Tour.Foto: Jörg Wenzel
Höhepunkt: Der Pico del Teide (3.715 Meter) auf Teneriffa ist der höchste Berg Spaniens, der Anstieg der längste der Tour.
Fährverbindung: Kurz vor dem Fährhafen in Agaete zeigt sich die Westküstenstraße auf Gran Canaria noch einmal von ihren Bilderbuchseite.Foto: Jörg Wenzel
Fährverbindung: Kurz vor dem Fährhafen in Agaete zeigt sich die Westküstenstraße auf Gran Canaria noch einmal von ihren Bilderbuchseite.
Altstadtbummel: Das einstige Haus des Gouverneus in Las ­Palmas de Gran Canaria heißt heute Casa de Colón, weil Kolumbus es 1492 auf seiner Reise nach Amerika besuchte.Foto: Jörg Wenzel
Altstadtbummel: Das einstige Haus des Gouverneus in Las ­Palmas de Gran Canaria heißt heute Casa de Colón, weil Kolumbus es 1492 auf seiner Reise nach Amerika besuchte.
Abflug: Vom knapp 1.460 Meter hoch gelegenen Vilaflor fliegt man bergab zum am Meer gelegenen Flughafen Teneriffa Süd.Foto: Jörg Wenzel
Abflug: Vom knapp 1.460 Meter hoch gelegenen Vilaflor fliegt man bergab zum am Meer gelegenen Flughafen Teneriffa Süd.
Feuerland: In der Asche am astronomischen Observatorium am Teide erklimmt unsere Tour 2.300 Meter Höhe.Foto: Jörg Wenzel
Feuerland: In der Asche am astronomischen Observatorium am Teide erklimmt unsere Tour 2.300 Meter Höhe.
Delikatesse: getrockneter Thunfisch in OlivenölFoto: Jörg Wenzel
Delikatesse: getrockneter Thunfisch in Olivenöl
Im Rausch: Vom Mirador de Fénduca führt eine wunderbare Straße durch die ockerfarbene Vulkanlandschaft Fuerteventuras.Foto: Jörg Wenzel
Im Rausch: Vom Mirador de Fénduca führt eine wunderbare Straße durch die ockerfarbene Vulkanlandschaft Fuerteventuras.
Im Rausch: Vom Mirador de Fénduca führt eine wunderbare Straße durch die ockerfarbene Vulkanlandschaft Fuerteventuras.
Vogelperspektive: Vom Pozo de las Nieves (1.951 Meter) erkennt man wunderbar, wie zer­klüftet Gran Canaria ist:
Kirchenbänkler: Auf der nicht allzu ­bergigen Insel Lanzarote bleibt Zeit für die ein oder andere kleine Pause.
Mondlandung: In der kargen Landschaft Fuerteventuras können die Gedanken frei fliegen.
Höhepunkt: Der Pico del Teide (3.715 Meter) auf Teneriffa ist der höchste Berg Spaniens, der Anstieg der längste der Tour.
Fährverbindung: Kurz vor dem Fährhafen in Agaete zeigt sich die Westküstenstraße auf Gran Canaria noch einmal von ihren Bilderbuchseite.
Altstadtbummel: Das einstige Haus des Gouverneus in Las ­Palmas de Gran Canaria heißt heute Casa de Colón, weil Kolumbus es 1492 auf seiner Reise nach Amerika besuchte.
Abflug: Vom knapp 1.460 Meter hoch gelegenen Vilaflor fliegt man bergab zum am Meer gelegenen Flughafen Teneriffa Süd.
Feuerland: In der Asche am astronomischen Observatorium am Teide erklimmt unsere Tour 2.300 Meter Höhe.
Delikatesse: getrockneter Thunfisch in Olivenöl

Die Kanarischen Inseln liegen im Atlantik auf der Höhe des südlichen Marokko, Fuerteventura liegt nur etwa 100 Kilometer von Afrikas Küste entfernt. Wir haben die vier größten Inseln von Ost nach West befahren, also zuerst Lanzarote, dann Fuerteventura, Gran Canaria und zuletzt Teneriffa, auf der sich mit dem Pico del Teide (3.715 Meter) der höchste Berg Spaniens befindet. Die vier größten kanarischen Hauptinseln abzufahren, bietet die Möglichkeit, die mit Stränden und ­Steilküsten garnierten Vulkanlandschaften kennenzulernen. Für die hier beschriebene Tour sind sieben Reisetage das Minimum (inklusive An- und Abreise). Die ersten Tage auf Lanzarote und Fuerteventura eignen sich hervorragend zum ­Einfahren und Akklimatisieren; dort kämpft man eher mit dem Wind und dem rauen Asphalt (empfehlenswert sind 25-Millimeter-Reifen) als mit den Bergen. Danach geht es klettertechnisch zur Sache. Auf Gran Canaria warten längere Rampen von mehr als 20 Prozent Steigung, zudem können sich die Auffahrten zum Pico de las Nieves und auf ­Teneriffa zum Pico del Teide mit den Anstiegen an großen Alpenpässen messen. Kompaktkurbel und Bergritzel sind deshalb Pflicht. Positiv aufgefallen ist uns, dass auf den wenigen, aber unvermeidbaren großen Straßen – abgesehen von der sprichwörtlichen Ausnahme – selbst einheimische Schwerlaster rücksichtsvoll fahren.

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