Als die Verbindungsstraße zwischen Linthal und Altdorf im Sommer 1900 für den Verkehr freigegeben wurde, dauerte die Fahrt mit der Pferdekutsche noch 1,5 Tage. Damals mussten die Pferde auf dem Urnerboden sogar noch ausgetauscht und die Fahrgäste in einem Hotel untergebracht werden.
1922 holperten die ersten Autos über den Klausenpass 1922 und in den 1930er-Jahren bekamen die Serpentinen schließlich eine Asphaltdecke. In dieser Zeit fanden bereits die legendären Klausenrennen mit Zehntausenden von Zuschauern statt. Seinerzeit eines der bekanntesten und schwersten Auto-Bergrennen Europas. Bis heute gibt es hin und wieder das “Klausenrennen-Memorial”, an dem jedes Mal Hunderte historische Fahrzeuge und Motorräder zum Pass hinauf knattern. Immer noch vor Tausenden von Zuschauern.
Nur nicht am 13. September 2026. Dann wird der Klausenpass bereits zum 12. Mal für alle motorisierten Fahrzeuge gesperrt und nur für Radfahrer freigegeben. Ein Termin zu dem jedes Jahr ebenfalls Tausende Teilnehmer anreisen. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Online-Voranmeldung aber erwünscht.
Man muss sich nur entscheiden, ob man lieber vom Ufer des Vierwaldstätter Sees loskurbelt oder von der landschaftlich doch noch etwas hübscheren Ostseite her:
| Startort | Altdorf (Uri) | Linthal (Glarus) |
| Streckenlänge | 24,1 Kilometer | 22,7 Kilometer |
| Höhenmeter | 1522 Meter | 1286 Meter |
| Durchschnittl. Steigung | 6,4 % | 5,8 % |
| Maximale Steigung | 10 % | 12 % |
Rein optisch wurden die Kurven der Ostauffahrt schöner in die Bergflanken verlegt. Gleich am Ortsausgang von Linthal steigt die Straße in einem ersten Serpentinen-Geschlängel stetig an. Die unteren Kehren überraschen mit Kopfsteinpflaster, danach zeigt sich die Straße in sehr gutem Zustand. Nur die Steigungsprozente beginnen in den Beinen zu ziepen. Nach einigen Kilometern erreicht man den Urnerboden, die größte Hochalm der Schweiz. Hier kann man die Beine auf einem vier Kilometer langen Flachstück nochmal lockern und den Blick schweifen lassen: Rechts ragen die Felszähne der Jägerstöcke in den Himmel, links thront der erhabene Claridenstock.
Am Ende des Urnerbodens geht’s dann richtig zur Sache: Zahlriche Kehren wurden hier übereinander in den Fels gestapelt. Fast schon ein Kunstwerk des Straßenbaus, besonders Kehre 7, die durch einen engen Felskessel dreht. Nach dem kleinen Weiler Vorfrutt zieht die Straße schließlich schnurstrakts durch ein trogartiges Tal zum Pass hinauf. Oben auf der Passhöhe angekommen, kann einen der beiden Imbissstände aufsuchen.
Die Auffahrt von Altdorf beginnt deutlich entspannter. Neun Kilometer lang zieht sich die Straße mit gerade mal 6 Prozent Steigung nach Bürglen (Geburtsort von Wilhelm Tell) und weiter nach Spiringen. Hier clustern nun die ersten Serpentinen, die ins Schächental hinaufklettern. Dabei sieht man schon von Weitem einen spektakulären Wasserfall in seine Gumpe tosen. Kurz vor Unterschächen rasseln sogar wieder ein paar gemachte Höhenmeter durch den Tacho. Diesen Schwung nutzt man besser, denn klar: Irgendwann muss es mit den Höhenmetern zum 1948 Meter hohen Pass hinauf ja mal losgehen. Und die kommen nun auf den letzten 12 Kilometern geballt. Erst türmt sich eine 9,5-Prozent-Rampe, dann pendelt sich die Steigung bei 7 Prozent ein. Einen Kilometer vor der Passhöhe kann man im Hotel Klausenpasshöhe einkehren oder an den Imbissständen am Pass einen Snack abgreifen.
Termin: Sonntag, 13. September 2026
Zeit: 10 -16 Uhr
Anmeldung: klausen-monument.ch

Redakteurin
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