Großer Waldstein, Großer Kornberg, Ochsenkopf, Kösseine und natürlich der höchste Gipfel des Fichtelgebirges, der 1051 Meter hohe Schneeberg: Im Fichtelgebirge lassen sich nun auch Gravelbike-Runden drehen. Wer die insgesamt sechs Highlight-Touren geschickt miteinander verknüpft, kann auch für eine Dreitagestour in eines der schönsten bayerischen Mittelgebirge abtauchen.
Das Gebirge ist praktischerweise im Halbkreis angelegt. Hat man einen Aussichtsgipfel erreicht, blickt man bereits auf die nächsten Kurbelziele im Rund. Dazwischen passiert man im Wald idyllische kleine Badeseen und urige Einkehrstationen. Außergewöhnlich gut ist im Fichtelgebirge übrigens das Trinkwasser. Gleich vier größere Flüsse entspringen hier aus dem Granitgestein: Weißer Main, Sächsische Saale, Eger und Naab. Direkt an den eingefassten Quellen sollte man die Trinkflaschen zwar nicht auffüllen, aber aus den Wasserhähnen in den urigen Einkehrstationen kommt dieses Wasser trinkfertig gefiltert.
Das Granitgestein macht aber nicht nur gutes Trinkwasser, es sorgt auch für eine überraschende Kulisse. Von außen betrachtet sieht das Fichtelgebirge aus wie jedes andere Mittelgebirge in Deutschland: eine Bergkette mit dichtem Pelz aus Wald. Kurbelt man aber hinein in diesen Fichtenwald, dann stehen da nicht nur Bäume, sondern auch riesige Pfannkuchen-Stapel aus Granitgestein und andere skurrile Felsmonumente.
Leicht wird es einem in den Bergflanken allerdings nicht gemacht. Von der Länge her nehmen die Anstiege zwar keine alpinen Ausmaße an, aber in Sachen Steigungsprozente können sie durchaus mithalten. Immer wieder stellen sich unvermittelt 12-Prozent-Rampen in den Weg, die für kurze Pulsspitzen sorgen.
Trailhaltige Mountainbike-Runden gibt es im Fichtelgebirge schon seit Jahren. Auch der Bikepark am Ochsenkopf durfte seine Lines ausbauen. Nun sind noch sechs Gravelbike-Runden dazugekommen, die sich bei geschickter Verknüpfung auch zu einem Mehrtagesausritt verbinden lassen.
1. Großer Waldstein
Die Rundtour startet in Weißenstadt. Über geschotterte Forstwege geht es zum Großen Waldstein und weiter zum Großen Kornberg mit seiner Schönburgwarte. Anschließend führt die Strecke über das Felslabyrinth und die Burgruine von Epprechtstein zurück zum Weißenstädter See, der vielleicht noch warm genug ist für ein kurzes Bad.
2. Ochsenkopf & Schneeberg
Vom Fichtelsee aus geht’s recht gemütlich bis nach Fleckl. Dort wartet der erste lange Anstieg zum Ochsenkopf (1053 m), den zweithöchsten Gipfel der Region. Nach der Abfahrt nach Bischofsgrün folgt ein weiterer Anstieg zum Wetzsteinfelsen. Hier hat man die Möglichkeit die flachere Schleife um Gefrees wegzulassen und sich gleich Richtung Schneeberg aufzumachen. Mit 1051 Metern ist er der höchste Gipfel Frankens und entsprechend mühsam zu erklimmen. Doch die Belohnung: Eine grandiose Aussicht über das gesamte Fichtelgebirge!
3. Kösseine-Runde
Der Kösseine-Gipfel ist der dritthöchste Gipfel des Fichtelgebirges, doch davor schiebt sich auf dieser schönen Runde noch die “Hohe Matze” (813 m): Von Fichtelberg klettert man diesen kleineren Gipfel auf Forstwegen hinauf und holt auf der Abfahrt nach Tröstau Schwung für den Anstieg auf die 939 Meter hohe Kösseine. Hier wartet mit dem Kösseine-Haus eine wirklich hübsche Einkehr samt Sonnenterrasse und Weitblick. Die Abfahrt führt schließlich an der Luisenburg vorbei ins schöne Bad Alexandersbad und über das Bayreuther Haus nach Fichtelberg zurück.
4. Steinwald-Runde
Diese Tour führt durch den Steinwald bei Friedenfels mit all seinen skurrilen Granitfelsformationen. Wind und Wetter haben hier ordentlich an den Urfelsen genagt und einen zu Stein gewordenen Jurassik-Park im Wald hinterlassen: Räuberfelsen, Vogelfelsen, Saubadfelsen und viele andere mehr. Am 946 Meter hohen Hauptgipfel des Steinwaldes steht der Oberpfalzturm, der einen weiten Rundblick gewährt. Start und Ziel der Runde: das Marktredwitzer Haus.
5. Königsheide ·
Die Tour startet am Freizeithaus in Warmensteinach und führt ins Kropfbachtal hinauf bis nach Hirschhorn (schöne Aussicht an der Sprungschanze). Im Auf und Ab geht’s oberhalb des Steinachtals dahin und nach einer rauschenden Abfahrt in den Sophientaler Forst, wo bald zwei knackige Anstiege an der Königsheide anstehen, die nun umrundet wird. Anschließend über Fleckl, das Löchleinstal und den Höllfelsen zurück zum Ausgangspunkt. Anspruchsvolle, aber sehr schöne Tour.
6. Königskron
Vom Bayreuther Haus bei Mehlmeisel führt die Runde zunächst Richtung Ahornberg. Sie passiert die Gegend um Königskron, das Tauritzbachtal und den Wurzbachweiher. Am Klausenturm vorbei geht es zurück zum Bayreuther Haus.

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