Ein Wochenende kann sich nach so viel mehr anfühlen. Wie letztens. Da bin ich freitags nach der Arbeit von München aus mit dem Zug nach Mittenwald gefahren, weil ich das Gaistal mal wieder fahren wollte - und weil sich der Fernpass gut dranhängen ließ. Eine Übernachtung war schnell gefunden, günstig sollte sie sein und mit Frühstück. Beim Buchen kam mir die Idee: Am Sonntag noch eine Runde wandern oder laufen, dort in den Bergen.
Der Samstag war mit Gaistal, Fernpass und Hahntennjoch nur so von Highlights gespickt. Kurz nach dem Gaistal wollte ich in Ehrwald eigentlich nur kurz was essen, aber kaum saß ich im Café, zog es zu, wurde stürmisch, und dann schüttete es wie aus Eimern. Nach den Pancakes habe ich mir noch eine Portion Pommes bestellt, um die Zeit zu überbrücken und weil Essen sicher nicht schadet. Nach zwei Stunden war der Spuk vorbei, und ich habe mich wieder aufs Rad geschwungen - Richtung Fernpass und weiter zum Hahntennjoch, das mit im Schnitt 10 Prozent Steigung am Tagesende dann doch mehr Körner brauchte, als ich eingeplant hatte. Übernachtet habe ich kurz nach der Passhöhe.
Am Sonntag stand dann mein Traillauf, der eher eine Wanderung wurde, auf dem Programm, eine Rundtour, unterbrochen von einem Apfelstrudel mit Vanillesoße auf der Hanauer Hütte. Danach ging es noch mal aufs Rad, 38 Kilometer zurück zum Zug - mit einem Gewitter im Nacken. Für einen Snack vor der Zugfahrt hat es nicht mehr gereicht: Die ersten Tropfen fielen schon und ich bin direkt zum Bahnhof durchgefahren. Und mit dem ersten Schritt ins Bahnhofsgebäude in Reutte hat der Himmel dann endgültig seine Schleusen geöffnet.
Zusammengefasst: Zug, Alpenlandschaft im Gaistal, Gewitter, Fernpass mit netten Begegnungen, steiler Anstieg zum Hahntennjoch, Hotel, Traillauf mit grandiosen Ausblicken und Apfelstrudel-Pause, Radfahrt mit Wetter-Druck, Zugfahrt. All die Eindrücke und Erlebnisse ließen sich in gerade einmal zwei Tage quetschen, fühlen sich jetzt im Nachhinein betrachtet aber nach mehr an.
Also mein Appell: Pack deine sieben Sachen und plane einen eigenen Kurztrip mit dem Gravelbike
Besser nah dran als weit weg, dann bleibt mehr Zeit fürs Abenteuer. Was hat deine Region zu bieten? Gibt es Orte, die du noch nicht kennst? Oder wo du unbedingt nochmal hinwillst? Du könntest auch einfach nach Übernachtungsmöglichkeit entscheiden.
Für das maximale Abenteuer: gibt es vielleicht offizielle Wildcampingplätze in deiner Region? Oder kleine schnuckelige Campingplätze? Wenn du lieber weniger Ausrüstung mitschleppen willst oder wie ich mehrere Aktivitäten verbinden willst: such nach einem günstigen Hotel oder einer günstigen Pension.
Und jetzt du: Wo verbringst du dein nächstes Abenteuerwochenende?

Redakteurin
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