Stevens IzoardSportlich robuster Alleskönner

Jens Klötzer

 · 06.08.2026

Modern, sportlich, vielseitig: Das Stevens Izoard SRAM Force
Foto: Wolfgang Papp
​Das Stevens Izoard kommt frisch renoviert als sportlich geschnittener Straßenrenner, mit dem sich ausgedehnte Touren ebenso wie das nächste Hobbyrennen mit Spaß und Ambitionen angehen lassen.

Themen in diesem Artikel

Testergebnis

EigenschaftNote
Labor2,2
Ausstattung1,2
Endnote1,9

Die Gesamtbewertung findest du hier

Daten und Fakten zum Stevens Izoard Force

Preis4.499,00 €
Gewicht8.16 kg
SchaltungSRAM Force AXS
Bremse vorneSRAM Force
LaufradsatzVision 45 SC i23
Reifen vorneContinental Grand Prix TR 30-622

Das Stevens Izoard ist ein echter Klassiker, und zwar nicht nur im Stevens-Programm, denn es gab das Modell schon lange vor der Diversifizierung von Rennrädern in Endurance-, Leichtbau- oder Aero-Derivate. Mittlerweile haben - wie viele andere Hersteller - auch die Hamburger mit dem Arcalis ein waschechtes Aero-Racebike und mit dem Xenith ein typisches Endurance-Rennrad im Programm. Der Dauerbrenner Izoard aber läuft im Portfolio weiter, für das Modelljahr 2027 kommt der Flitzer nun in nächster Generation mit einem neu entwickelten Carbonrahmen auf den Markt.

Stevens Izoard: für alle Gelegenheiten

Dabei bleibt das Rad seinem Anspruch treu und präsentiert sich als sportlicher, robuster Alleskönner ohne betonte Spezialisierung. Das Stevens Izoard in Rad für alle Gelegenheiten: Von der Feierabend-Trainingsrunde über die Langstrecke und ausgedehnte Bergtouren bis hin zum Hobbyrennen. Die Neuentwicklung trägt nun Designmerkmale der Flaggschiffe Arcalis und Xenith: Am Steuerrohr die Aero-Formen des Race-Boliden, während das filigrane Hinterteil mit der markanten Stützenklemmung eher an das Endurance-Bike erinnert.

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Typisch Stevens, ist das Design geradlinig und schnörkellos, auf Gimmicks wie ein integriertes Staufach oder Gepäckaufnahmen verzichtet der Rahmen. Ein sehr praktisches Feature ist aber die serienmäßig mitgelieferte Tasche unter dem Oberrohr, die gemeinsam mit den Spezialisten von Vaude entwickelt wurde und mit einem Fidlock-Magnetverschluss befestigt ist.

Attraktiv kalkuliert

Unser Testrad des Stevens Izoard ist das Top-Modell der Reihe, es trägt eine SRAM-Force-Gruppe und Carbonlaufräder von Vision. Das erscheint angesichts des aufgerufenen Preises von 4.499 Euro äußerst attraktiv kalkuliert, denn bei den meisten anderen Herstellern gibt es in dieser Preisklasse ein Rad mit Shimano 105 oder SRAM Rival im Angebot – Schaltgruppen, die eine Hierarchiestufe unter der Force liegen.

Dass das Rad mit etwas mehr als acht Kilogramm seine Konkurrenten beim Gewicht nicht entscheidend distanzieren kann, liegt an etwas preiswerteren Komponenten an anderer Stelle. So drücken der Alu-Lenker oder die recht einfachen Conti-Grand-Prix-Reifen etwas mehr auf die Waage.

Der nicht besonders leichte, aber sehr steife Rahmen bildet die Basis für ein Modell, wie es typisch ist für die Hamburger Marke: grundsolide und unaufdringlich, auch im Fahrverhalten. Das Stevens Izoard gibt sich sehr laufruhig und rollt bei hohem Tempo wie auf Schienen. Die vergleichsweise agile Lenkung lässt das Rad dennoch lebendig wirken, so dass in flotten Kurvenfahrten auch noch Fahrspaß aufkommt, wobei immer das Gefühl bleibt, alles unter Kontrolle zu haben. Die Sitzposition trifft die goldene Mitte zwischen komfortabel aufrecht und rennmäßig gestreckt – insgesamt eine angenehme Balance, die vielen Rennradlern taugen dürfte.

Deutlich mehr Fahrkomfort

Dabei hält man es durchaus lange im Sattel aus, denn hoher Fahrkomfort stand bei der Entwicklung im Lastenheft weit oben. Mit der neu designten Sattelstützenklemmung hat Stevens eine Schwäche des Vorgängers adressiert: Der fuhr sich im Vergleich zu anderen Endurance-Bikes nämlich relativ hart. Zusammen mit der hier verbauten, runden Carbonsattelstütze erreicht das neue Izoard nun ein Komfortniveau, mit dem es sich vor der etablierten Endurance- Konkurrenz nicht mehr verstecken muss. Auch der bequem zu greifende Oberlenker mit großer Auflage für die Hände und komfortable Details wie der Sattel und das dicke Lenkerband nehmen langen Tagen im Sattel den Schrecken.

Auch bei der Bereifung geht das Izoard mit der Zeit, serienmäßig sind 30 Millimeter breite Pneus aufgezogen. Maximal passen 32 Millimeter breite Reifen in den Rahmen, was angesichts der heutigen Entwicklung im Endurance-Segment nach wenig klingt. Wer nur auf befestigten Straßen fährt, dürfte damit aber kein Problem haben.

Nach eigenen Wünschen konfigurierbar

Das neue Stevens Izoard gibt es in vier vorkonfigurierten Ausstattungsvarianten, die günstigste kostet 2.399 Euro und ist mit mechanischer Shimano-105-Gruppe ausgestattet. Schon ab 2.999 Euro gibt es eine elektronische Schaltung von Shimano oder SRAM. Wer andere Aufbauten wünscht, kann sich das Izoard auch im umfangreichen Stevens-Baukastensystem ganz nach den eigenen Wünschen selbst konfigurieren.

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Jens Klötzer

Jens Klötzer

Redakteur

Jens Klötzer ist gelernter Wirtschaftsingenieur und bei TOUR der Experte für Komponenten aller Art: Bremsen, Schaltungen, Laufräder oder Reifen – alles testet Jens auf Herz und Nieren. Er sammelt historische Rennräder, besitzt sowohl ein modernes Zeitfahrrad wie ein Gravel-Reise-Rennrad aus Titan. Auf Reisen erkundet er gern unbekannte Straßen in Osteuropa – auf breiten, aber schnellen Reifen.

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