Preis-Leistungs-HammerErster Test des Cube Agree C:62 SLX

Jens Klötzer

 · 09.09.2026

Sportler oder Marathon-Renner? Das Cube Agree will sich nicht recht festlegen
Foto: Wolfgang Papp
Das Agree ist ein Dauerbrenner im Cube-Programm: Im Ansatz pragmatisch wie ein Endurance-Modell, dabei sportlich genug für gelegentliche Renneinsätze. Nun rollt eine neue Generation in die Läden. Wir haben den Allrounder bereits getestet

Themen in diesem Artikel

Testergebnis

EigenschaftNote
Labor2,1
Ausstattung1,3
Endnote1,9

Die Gesamtbewertung findest du hier

Daten und Fakten zum Cube Agree C:62 SLX

Gewicht7.14 kg
SchaltungSRAM Force AXS
Bremse vorneSRAM Force
LaufradsatzNewmen Streem C35 / C 38
Reifen vorneContinental Grand Prix 5000 S TR 30-622

Das bisherige Agree setzte in seiner Konkurrenz vor allem durch sein Preis-Leistungs-Verhältnis mit opulenter Ausstattung und entsprechend niedrigem Gewicht die Maßstäbe. Mit der jüngsten Generation des Straßenklassikers setzt die Marke aus Waldershof nun ein noch größeres Ausrufezeichen. Der Rahmen wurde in Details überarbeitet, und auch an der Ausstattung wurde weiter gefeilt. Was die Änderungen sind und wie sie sich auswirken, haben wir am SLX für 3.999 Euro getestet.

Die äußerlichen Veränderungen sind dabei subtil; auffälliges neues Markenzeichen ist das abgeschrägte Sitzrohrende mit integrierter Sattelklemmung, die ähnlich auch am Wettkampf-Boliden Litening Aero eingeführt wurde. Ansonsten verfügt der Rahmen nun über ein schlichteres Gabeldesign, gerade Kettenstreben und ein Ausfallende im UDH-Standard. Für seine Einordnung als Endurance-Renner nicht unerheblich ist das Plus an Reifenfreiheit: In Rahmen und Gabel passen nun 36 (bislang 31) Millimeter breite Pneus; ausgeliefert wird es mit 30er- statt bisher 28er-Reifen.

Deutlich leichter, etwas aerodynamischer

Cube will den Rahmen um insgesamt 150 Gramm erleichtert haben. Hinzu kommen aerodynamische Verbesserungen, Cube spricht von rund zehn Watt Verbesserung, ohne Messmethodik oder Randbedingungen zu nennen. Für die meisten Interessenten dürfte das Kriterium aber ohnehin weniger interessant sein, wenn’s um Sekunden geht, hat der Hersteller mit dem Litening ein deutlich effizienteres Modell im Programm.

Beim Gewicht wiederum kann das Rad erneut punkten. Das Agree ist mit dem Update trotz etwas breiterer Reifen deutlich leichter geworden; mit nur 7,14 Kilogramm sticht es alle Konkurrenten seiner Preisklasse aus und erreicht das Niveau manch exklusiver Profirennräder. Ein Teil der Gewichtseinsparung gegenüber dem Vorgänger, der schon 2025 mit geringem Gewicht im TOUR Test glänzen konnte, geht auf die neue Force-Gruppe von SRAM. Doch auch am Chassis des neuen Modells dürfte einiges herausgeholt worden sein: Insgesamt hat das Rad noch einmal über 300 Gramm abgespeckt. Was dem neuen Agree erhalten bleibt, ist seine spekt kulär generöse Ausstattung, für die Cube inzwischen über alle Modelle hinweg bekannt ist.

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Optik und Fahrverhalten wie ein High-End-Rad

Die Kombination aus leichten Newmen-Carbonfelgen mit Top-Reifen und der SRAM-Force-Gruppe (inklusive Powermeter) toppt das Angebot aller Wettbewerber. Sahnehäubchen sind die serienmäßige, schön integrierte Rahmentasche und die limitierte SRAM-Kette im Oil-Slick-Design. Das dynamische, von Aero-Formen und der einteiligen Carbonlenker-Kombi dominierte Auftreten erinnert an einen High-End-Boliden und spiegelt sich auch im Fahrverhalten. Auffallend ist der für ein Endurance-Modell ausgesprochen sportliche, aber auch straffe Charakter. Man sitzt deutlich gestreckter als auf anderen Marathonrennrädern, wenn auch nicht so extrem wie auf Profirennern. Den Zuschnitt übernimmt das neue Agree nahezu unverändert vom Vorgänger.

Insgesamt wirkt das Rad näher am Wettkampfmodell als am heute typischen Endurance-Rad: Spritzig im Antritt, willig im Lenkverhalten, aber eben auch ungewöhnlich straff abgestimmt. In der Komfortwertung ist das Ergebnis vor allem am Sattel nur durchschnittlich. Diese Schwäche teilt sich das neue Agree ebenfalls mit seinem Vorgänger; für sehr lange Tage im Sattel gibt es bequemere Räder. Immerhin lässt der neue Rahmen mit Platz für 34 Millimeter breite Reifen etwas mehr Spielraum, den Federkomfort zu steigern.

Schnäppchen in allen Varianten

Schutzblech oder Gepäckaufnahmen sucht man bis auf das Rahmentäschchen ebenfalls vergeblich. Wer aber ein solides Rennrad ausschließlich für die Straße sucht, auf dem man auch mal ein schnelles Hobbyrennen bestreiten kann, sitzt auf dem Agree goldrichtig. Ein Preiskracher ist das Agree dabei in allen seinen Varianten; bereits das günstigste Modell ONE für 2.799 Euro kommt mit elektronischer Shimano 105-Schaltung und einfachen Carbonlaufrädern von Newmen. Ab 2.999 Euro (mit SRAM Rival) gehört ein Powermeter zur Serienausstattung. Für 4.999 Euro kann man eine Dura-Ace Profigruppe von Shimano genießen, die im Paket an anderen Rädern meist das Doppelte kostet; das Top-Modell mit den Komponenten der SRAM Red kostet 300 Euro mehr.

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Jens Klötzer

Jens Klötzer

Redakteur

Jens Klötzer ist gelernter Wirtschaftsingenieur und bei TOUR der Experte für Komponenten aller Art: Bremsen, Schaltungen, Laufräder oder Reifen – alles testet Jens auf Herz und Nieren. Er sammelt historische Rennräder, besitzt sowohl ein modernes Zeitfahrrad wie ein Gravel-Reise-Rennrad aus Titan. Auf Reisen erkundet er gern unbekannte Straßen in Osteuropa – auf breiten, aber schnellen Reifen.

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