Während die meisten Hersteller ihre Cyclocross-Modelle still und leise durch Gravel Bikes ersetzen, bekennt sich Stevens konsequent zum Querfeldein-Sport. Mit dem neuen Super Prestige präsentieren sie im Sommer 2026 einen von Grund auf überarbeiteten Crosser – mit deutlich leichterem Carbon-Rahmen und frischen Komponenten.
Das neue Stevens Super Prestige ist ein Statement: Cyclocross lebt – zumindest in Hamburg. Mit einer Gewichtsersparnis von fast 400 Gramm allein bei Rahmen und Gabel, einer aggressiveren Geometrie und durchdachten Details für den Renneinsatz haben die Hamburger ihren Klassiker offenbar konsequent weiterentwickelt. - Adrian Kaether, Redakteur Test & Technik
Echte Querfeldein-Räder mit wendiger Geometrie und UCI-konformen Reifen sind längst vom aussterben bedroht. Gravel dominiert das Segment und hat bei vielen Marken klassische Crosser verdrängt. Nicht so bei Stevens: Die Hamburger legen ihr Aushängeschild, das Super Prestige, in einer komplett neuen Generation auf und spendieren ein paar eindrucksvolle Verbesserungen.
Zum Hintergrund: Seit 2003 schreibt das Super Prestige Cross-Geschichte. 18 Cyclocross-Weltmeisterinnen und Weltmeister haben auf dem Hamburger Renner Titel geholt oder Rennen bestritten – darunter große Namen wie Mathieu van der Poel, Wout van Aert und Marianne Vos. Sicher ist dieses Erbe auch ein Grund, warum Stevens weiterhin so aktiv im Cross Sport ist.
Das Herzstück der Neuauflage ist der von Grund auf neu konstruierte Carbon-Rahmen. Stevens verspricht nicht nur besseres Handling, sondern liefert auch handfeste Zahlen: Im Vergleich zur Vorgängergeneration soll der neue Rahmen 255 Gramm einsparen und mit jetzt 995 Gramm gerade so die magische 1-Kilo-Marke knacken. Die neue Gabel legt noch einmal nach: Mit 395 statt 520 Gramm, stehen hier auch 125 Gramm weniger im Lastenheft.
Neben dem Gewicht hat Stevens auch in anderen Bereichen nachgeschärft. Die neue aero-optimierte Gabel soll den Luftwiderstand reduzieren. Das neu gestaltete Oberrohr das Tragen des Rades erleichtern. Durch die abgeflachte Form und den fließenden Übergang zum Hinterbau liegt das Rad in Laufpassagen nun wohl deutlich bequemer auf der Schulter.
Beim Thema Schlamm hat Stevens ebenfalls nachgeschärft: Rahmen und Gabel sollen jetzt noch mehr Platz bieten, besonders am kritischen Übergang vom Sitzrohr zu den Kettenstreben. Das UCI-Limit für Cyclocross Reifen bleibt natürlich bei 33 Millimetern. Aber so ist auch auf sehr schlammigen Kursen ein runder Lauf sichergestellt.
Das neue Super Prestige ist als Rahmenset und in zwei Komplettrad-Varianten erhältlich – beide ausschließlich mit elektronischen Schaltungen:
Das Top-Modell setzt auf Shimano Ultegra Di2 2x12 für ein fein abgestuftes Schaltsystem mit maximaler Bandbreite. Die zweifach-Kurbel wurde wohl auf expliziten Wunsch der Profi-Teams verbaut. Im Cyclocross kommen viele Räder sonst nur mit Einfach-Antrieb. Die Leeze CC 45 BASIC AR Laufräder und Schwalbe X-One R Evolution (33-622) runden das Setup ab. Das Komplettrad bringt laut Hersteller trotz Zweifach-Setup nur 7,7 kg auf die Waage.
Die zweite Variante fährt mit SRAM Rival AXS 1x13 – ein puristisches Setup für eine möglichst simple Bedienung im Renneinsatz. Die DT Swiss E 1800 Spline Laufräder und ebenfalls Schwalbe X-One R Evolution (33-622) sorgen für eine solide Performance. Die relativ schweren Alu-Laufräder dürften aber das erste Teil sein, was ambitionierte Crosser für einen leichtfüßigeren Antritt upgraden wollen. Das Gewicht liegt in Serie bei 8,0 kg – gemessen am Preis ebenfalls ein respektabler Wert.
Wer das Super Prestige nach eigenen Vorstellungen aufbauen möchte, bekommt das Rahmenkit für 2.499 Euro – Rahmen und Gabel inklusive. Wer einen günstigeren Einstieg sucht, findet ihn übrigens weiterhin beim Stevens Vapor: Der Alu-Crosser bleibt im Programm und ist bereits ab 1.999 Euro erhältlich.

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