Mit Echtgold verziertes GravelbikeDas Pegoretti Orlando aus bella Italia

Jan Timmermann

 · 18.09.2026

Auf Wunsch erhält das Pegoretti Orlando einen kunstvollen Maßanzug.
Foto: Pegoretti
Dario Pegoretti baut in seiner Bottega einzigartige Fahrräder aus Stahl. Das Gravelbike Orlando verzieren die Künstler aus Verona im Auftrag ihrer Kunden mit handgemalten Designs oder echtem Blattgold. Doch der Look ist längst nicht alles, was dieses Gravelbike mit Stahlrahmen so besonders macht. Ein Dario Pegoretti Orlando gibt es kein zweites Mal.

Themen in diesem Artikel

Das Dario Pegoretti Orlando ist kein nostalgisches Stahl-Gravelbike, das sich ausschließlich an der Vergangenheit orientiert. Pegoretti hat den Rahmen konsequent auf schnelles Fahren abseits des Asphalts ausgelegt – mit großzügiger Reifenfreiheit, moderner Schaltgruppen-Kompatibilität, interner Zugführung und der Möglichkeit, sogar eine Federgabel zu verwenden. Wer sich für handgemachte Stahl-Fahrräder aus Italien begeistern kann, sollte sich unbedingt mit dem farbenfrohen Dario Pedoretti Orlando vertraut machen. Auf Wunsch veredelt der Meister seine Stahlrahmen sogar mit echtem Gold.

Fazit

Handgemalte Lackierungen auf einem handgebauten Stahlrahmen: Dario Pegoretti ist ein Meister seines Handwerks und Künstler zugleich. Mit dem Orlando können Gravelbiker ihre Leidenschaft fürs Radfahren materialisieren und müssen trotz Stahlrahmen nicht auf moderne Standards verzichten. Kein Pegoretti-Bike ist wie ein zweites - ein heißer Tipp für Italo-Liebhaber mit Hang zum Individualismus. - Jan Timmermann, TOUR-Redakteur

Infos Dario Pegoretti Orlando

  • Einsatzbereich: Gravelbike
  • Reifenfreiheit: bis 50 mm
  • Material Rahmen: Stahl
  • Material Gabel: Carbon
  • Gewicht: ab ca. 7,9 kg
  • Preis Rahmenset: ab 4000 Euro (netto)
  • Preis Komplettbike: ab 8500 Euro (netto)
  • Besonderheiten: made in Italy, Custom-Geometrie und Lackierung möglich, kompatibel mit Federgabeln

Lyrik und Kunst als Vorlage

​Die handwerkliche Herkunft ist beim Orlando kein Selbstzweck. Pegoretti beschreibt das Gravelbike als Fahrrad für schnelle Ausflüge in den Wald ebenso wie für lange Touren über Tage oder Wochen. Der Name Orlando verweist dabei auf Shakespeares Figur aus „As You Like It“, die sich ebenfalls in den Wald zurückzieht. Das Bild passt gut zum angedachten Charakter des Bikes: Das Orlando soll nicht vorschreiben, was eine Gravel-Tour zu sein hat. Es soll vielmehr die Freiheit bieten, schnell über Schotter zu fahren, technische Trails mitzunehmen oder aus einer Tagestour eine längere Reise zu machen.

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Herzenssache aus Verona

​Herzstück des Orlando ist ein Rahmen aus Edelstahl. Pegoretti setzt grundsätzlich auf Stahl – sowohl Chromoly als auch Edelstahl – und begründet diese Entscheidung mit der Kombination aus Fahrqualität, Haltbarkeit und Charakter. Die verwendeten Rohre werden nach den eigenen Vorstellungen des Herstellers gefertigt und über Jahrzehnte gesammeltes Rahmenbauwissen entsprechend eingesetzt. Beim Modell Orlando fällt besonders die Gestaltung des Hinterbaus auf. Pegoretti kombiniert vergleichsweise voluminöse Rohrquerschnitte mit schlanken Sitzstreben. Diese Konstruktion soll die hohe Steifigkeit und Geschwindigkeit des Rahmens mit einer gewissen Nachgiebigkeit verbinden.

Hinzu kommt ein für Pegoretti ungewöhnlich schlankes Sitzrohr mit 27,2 Millimetern Durchmesser. Das Ergebnis soll ein ruhiges, sattes Fahrgefühl sein: Das Orlando liegt laut Pegoretti auch dann stabil auf der Strecke, wenn der Untergrund technisch anspruchsvoller wird. Gleichzeitig sollen die schlanken Streben sowie der dünne Sattelstützendurchmesser Vibrationen absorbieren und damit zum Komfort beitragen.

Klassik trifft Moderne

​So traditionell der Werkstoff Stahl sein mag, technisch ist das Dario Pegoretti Orlando auf der Höhe der Zeit. Ein entscheidendes Merkmal moderner Gravelbikes ist die Reifenfreiheit. Hier zeigt sich, dass das Orlando durchaus auf die aktuellen Anforderungen zugeschnitten ist. Mit einer 1x-Konfiguration nimmt der Rahmen Reifen bis zu 50 Millimetern Breite auf. Werden Schutzbleche montiert, reduziert sich die angegebene Reifenfreiheit auf 40 Millimeter. Damit bewegt sich das Orlando deutlich jenseits klassischer Allroad-Konzepte und eröffnet Spielraum für den Offroad-Einsatz. Die Kombination aus großem Reifenvolumen und Stahlrahmen passt zur Philosophie des Modells: Nicht maximale Leichtbau-Performance steht im Mittelpunkt, sondern Kontrolle, Komfort und Geschwindigkeit auf wechselndem Untergrund.

​Die Schaltzüge werden im Orlando vollständig intern geführt. Der Rahmen ist für elektronische Schaltgruppen ausgelegt und unterstützt ausschließlich 1x-Antriebe. Außerdem ist das Ausfallende mit dem modernen UDH-Standard kompatibel. Gebremst wird mit Scheibenbremsen mit Flat-Mount-Aufnahme. Auch beim Tretlager bleibt Pegoretti flexibel: Standardmäßig kommt ein BSA-Gewinde zum Einsatz, auf Wunsch kann das Orlando jedoch mit T47 bestellt werden. Die maximale Fahrerfreigabe liegt laut Hersteller bei 120 Kilogramm.

​Zum Orlando gehört serienmäßig eine passende Carbon-Gabel. Sie verfügt über eine einzelne Gabelvorbiegung und ist ebenfalls für Reifen bis 50 Millimeter ausgelegt. Außerdem besitzt sie Aufnahmen für Schutzbleche. Besonders interessant ist jedoch eine weitere Option: Pegoretti bietet das Orlando in Kombination mit der DT Swiss F132 ONE Gravel-Federgabel an. Die Geometrie des Rahmens ist laut Hersteller speziell auf diese Gabel abgestimmt. Damit lässt sich das Einsatzgebiet des Orlando noch einmal erweitern. Wer hauptsächlich schnelle Schotterstraßen fährt, kann bei der klassischen Carbon-Gabel bleiben. Wer dagegen regelmäßig in technischerem Gelände unterwegs ist, bekommt die Möglichkeit, zusätzliche Federungsreserven am Vorderrad zu nutzen.

Wie ein italienischer Maßanzug

Ein weiterer Punkt, der das Orlando von vielen Großserien-Gravelbikes unterscheidet, ist die Möglichkeit zur individuellen Geometrie - und zwar ohne extra Aufpreis. Damit wird das Fahrrad nicht einfach anhand einer klassischen Größentabelle ausgewählt. Vielmehr kann die Geometrie an den jeweiligen Fahrer angepasst werden. Pegoretti beschreibt diesen Ansatz als einen zentralen Bestandteil der eigenen Arbeit: Jeder Rahmen wird für einen bestimmten Fahrer gebaut, auch wenn dafür eine Standardgeometrie gewählt wird.

​Bei Pegoretti endet die Handarbeit nicht mit dem Schweißen des Rahmens. Auch die Lackierung gehört zur Identität der Marke. Jedes Orlando beginnt mit einer Grundfarbe. Anschließend kann der Kunde zwischen verschiedenen Finish-Varianten wählen. Neben einer einfarbigen Lackierung gibt es Pegoretti Graphics und Panels sowie die berühmte Ciavete-Lackierung. Diese steht bei Pegoretti für frei gestaltete, abstrakte und handgemalte Oberflächen. Dabei erhält der Kunde kein vollständig vorhersehbares Standarddesign. Gerade die Individualität ist Teil des Konzepts. So wird das Orlando gewissermaßen auf zwei Ebenen individuell: über die Geometrie und über die Gestaltung.

​Beim Preis bewegt sich das Orlando klar im Premiumsegment. Das Chassis startet laut Pegoretti bei 4.000 Euro. Standard- und Custom-Sizing kosten dabei gleich viel. Für die Lackierung kommen mindestens 380 Euro für ein Pegoretti Graphic oder Panel beziehungsweise 790 Euro für ein Ciavete-Finish hinzu. Steuern sind in diesen Angaben noch nicht enthalten. Wer ein komplettes Fahrrad statt eines Framesets möchte, kann es ebenfalls über Pegoretti bestellen. Die Bottega begleitet dabei die Auswahl der einzelnen Komponenten und Konfigurationen.

Wie seht ihr das: Würdet ihr euch gerne ein solch persönliches Gravelbike in die Garage stellen? Welche Lackierung bringt für euch den größten Reiz? Schreibt es uns in die Kommentare!

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Jan Timmermann

Redakteur

Jan Timmermann ist ein Mountainbiker aus echtem Schrot und Korn. Dabei deckt sein Interesse von Marathon- bis Trailbikes und von Street bis Gravel fast alles ab. Getreu dem Motto „das Leben ist zu kurz für langweilige Fahrräder“ hängt Herz des Technik-Redakteurs jedoch vor allem an Bikes mit Charisma. Nebenbei leitet Jan auch noch das Fitness-Resort unserer Radsport-Marken.

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